29.07.2020 - 12:00 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Im Kunsthaus-Schaufenster tanzen jetzt die Puppen

Vera Scherbl fertigt Puppen von A bis Z: Sind die filigranen Freundinnen aus Biskuitporzellan gegossen, näht ihnen die Puppenmacherin wunderschöne Kleider.

Seit 18 Jahren schon fertigt Vera Scherbl wunderschöne Puppen aus Biskuitporzellan. Für ihre Ausstellung im Kunsthaus hat sie ihren Lieblingen, wie sie erzählt, sogar extra die Haare fein gemacht.
von Ulla Britta BaumerProfil

Sven und Svenja sind blond und könnten aus Schweden sein, allein schon wegen der Namen. Aber Genaues weiß man nicht. Für das wunderschöne Puppenpaar sprechen kann Vera Scherbl.

Die Waldsassenerin hat Sven und Svenja, "die Katze", Huckleberry Finn und wie sie alle heißen erschaffen. Dabei legt die Puppenmacherin viel Wert darauf, dass jede ihrer Puppen einen eigenen Charakter bekommt. "Nie weiß man, wie das Gesicht wird, wenn es daran geht, die Augen auszuschneiden."

Seit Sonntag zeigt die Künstlerin ihre Mädels und Jungs im Schaufenster des Kunsthauses. Vera Scherbl hat für ihre kleine Ausstellung längst nicht alle ihre Lieblinge mitgebracht. Dafür hätte der Platz nicht gereicht.

Welche Anzahl Puppen und Püppchen sie hergestellt hat, weiß die Künstlerin nicht genau. "Es sind sehr, sehr viele", lacht sie. Daheim haben die Puppen ein eigenes Zimmer. Ins Kunsthausfenster hat Vera Scherbl zum Betrachten eine Auswahl von ganz groß bis ganz klein gestellt. Sie kreiert Porzellanpuppen schon seit 18 Jahren.

Leidenschaft zur Handarbeit

Begonnen habe alles mit ihrer Leidenschaft zur Handarbeit und zum Werken, erzählt sie. Später nähte sie Dirndl, Trachten, Kleider, Kinderkleidung und Brautkleider. "Dann kamen die ersten Puppenkleider dazu", erzählt sie. Auf Anraten einer Freundin sei bald ihre erste Puppe entstanden.

Während der Sommermonate arbeitet Scherbl bei der Puppenfachfrau Heide Brand in Tirschenreuth, wo aus feinem Biskuitporzellan Köpfe, Arme und Beine gegossen werden. "Wir müssen konzentriert arbeiten, damit die Rohlinge nicht kaputt gehen", berichtet Vera Scherbl von Details. Nach dem ersten Guß ist längst nicht alles fertig. Vera Scherbl bemalt die Gesichter, dann kommen die Teile ein weiteres Mal in den Brennofen. "Ich sitze manchmal stundenlang an einer Wimper", erklärt sie. Passen "Wimpern, Make-up und Teint" ist jede Puppe ein Unikat, in dem viel, viel Arbeit steckt.

Über 24 Stunden können verstreichen von der ersten Idee bis zum Häckeln der Söckchen und den Näharbeiten. Die attraktiven Outfits näht Vera Scherbl aus alten Damenkleidern, die sie umarbeitet. Oder sie näht ihrer neuen Puppe ein stilechtes Dirndl, das sie selbst auch trägt.

In den vergangenen Monaten gab es mehrere Ausstellungen im Kunsthaus-Schaufenster

Waldsassen
Die "Katze" ist im Ausdruck ausgesprochen beeindruckend gelungen.
Die feinen Landmädchen sind sehr große Puppen und sehr schön anzuschauen im Detail.
Huckleberry Finn gehört auch zur Sammlung von Vera Scherbl.
Drei ausgesprochen Nette sind diese kleineren Puppen.
Vera Scherbl macht seit 18 Jahren Puppen. Jeder ihrer "Kinder" bekommt einen eigenen Namen und hat einen ganz eigenwillig eigenen Charakter.
Infobox:

Schaufenster-Ausstellung dauert bis 16. August

Die Künstlerin bereichert mit ihren Puppen den Verein Kunsthaus Waldsassen e. V. um eine Kunst, die kaum noch jemand ausübt. Wer sich von Vera Scherbls schönen Mädels und Jungs überzeugen möchte, braucht nur bis 16. August am Kunsthaus vorbeigehen. Das Schaufenster ist nachts beleuchtet, was geradezu zu einem sommerlichen Abendbummel zum "Kunstgenuss" im Schaufenster verführt.

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