11.02.2020 - 15:15 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Letzte Hilfe will gelernt sein

Einen Erste-Hilfe-Kurs hat wohl fast jeder Erwachsene schon einmal absolviert. Doch wie schaut es aus, wenn es um die letzten unterstützenden Handgriffe im Leben eines Menschen geht? Der Hospizverein Amberg klärte auf.

Georg Franz Fröhler (links) und Andrea Ulrich-Prusko gaben viele Tipps für den Umgang mit Schwerkranken. Jürgen Klein (Mitte) hatte den Vortrag im Kunsthaus vermittelt.
von Externer BeitragProfil

Im Kunsthaus Waldsassen fand dieser Letzte-Hilfe-Kurs statt - als Dankeschön für die beiden Spendenaktionen des Hobbyfotografen Jürgen Klein. Der hatte anlässlich seiner Ausstellungen "Himmel der Oberpfälzer" und "Die Wiesn zu Gast in Waldsassen" den Erlös jeweils an den Hospizverein gespendet. Zuletzt hatten im Herbst über 600 Besucher die Fotos von der Münchner "Wiesn" angeschaut und viele der 70 gezeigten Bilder erworben.

Kinder trauern anders

Nun kamen Andrea Ulrich-Prusko und Georg Franz Fröhler nach Waldsassen, um über ihre Arbeit zu berichten. Die zahlreichen, überwiegend weiblichen Teilnehmer dieses Kurses lauschten aufmerksam den Ausführungen der ausgebildeten Palliative-Care-Fachkraft und des Palliativ- und Trauerbegleiters. Im ersten Teil wurde ein umfangreicher Themenkatalog abgearbeitet. Was bedeutet Letzte Hilfe? Wann beginnt der Sterbeprozess? Wie erkennt man, dass sich ein Mensch dem Lebensende nähert? Den Anwesenden wurde viel Neues und Wissenswertes im Umgang mit Sterbenden vermittelt.

Die beiden Referenten gingen auch speziell auf die Probleme und Bedürfnisse von kleinen Kindern und Jugendlichen ein. Sie empfahlen, dass Erwachsene mit den Kindern über das Sterben reden sollten, ihnen Zeit und Raum für die Trauer geben, aber auch Routinen und Rituale wie ein gemeinsames Frühstück pflegen sollten. Eltern sollten besonders auch Schuldgefühle bei Kindern beachten. "Kinder trauern anders als Erwachsene", wurde anhand von Beispielen dargestellt.

Mundpflege praktische Hilfe

Im zweiten Teil ging Andrea Ulrich-Prusko auf das Thema Mundhygiene ein, dem bei Schwerkranken und Menschen im Sterbeprozess besondere Bedeutung zukommt. Die Referentin erklärte, warum Mundpflege als praktische "Letzte Hilfe" Bedeutung hat. Viele Patienten würden sagen, dass sie durstig seien, oftmals sei aber der Mund nur trocken. Dagegen würden wenige Tropfen in Wasser aufgelöst helfen, dies rege den Speichelfluss an. Sanddornfruchtfleischöl wirke beispielsweise gegen Entzündungen im Mund.

Die Teilnehmer erfuhren auch, dass Patienten mit Tumorerkrankungen oft etwas Kaltes wollten. Ulrich-Prusko hatte einen einfachen Tipp: Die mit Fruchtsaft gefüllten Herzchenformen eines Süßwarenherstellers können eingefroren und den Patienten zum Lutschen gegeben werden.

Spende an Hospizverein

Im letzten Teil des Kurses berichtete Georg Franz Fröhler von seiner Trauerarbeit mit Kindern. Schließlich informierte er noch über die Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. Die beiden Referenten standen noch ausführlich für Tipps und Fragen zur Verfügung.

Jürgen Klein bedankte sich im Namen des Kunsthauses Waldsassen bei Ulrich-Prusko und Fröhler mit Produkten aus dem Klosterladen der Zisterzienserinnen und eines ortsansässigen Imkers. Zudem überreichte er ein Kuvert mit über 230 Euro, den gesammelten Spenden und dem Erlös des Getränkeverkaufs des Abends.

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