"Wir wollten eigentlich nur ein kleinen Baum aufstellen, vielleicht zwei Meter groß", erinnert sich Franziska Seitz an die Vorgeschichte, die Anfang der Woche begann. Dann aber kam Vater Gerd Bayer ins Spiel, worauf das Ergebnis deutlich stattlicher als zuerst geplant wurde.
"Er ist nicht abgesägt worden", freut sich Gerd Bayer am Morgen des Maifeiertags, dass das Frühlingssymbol im eigenen Garten noch stand.
Traditionspflege in Corona-Zeiten
Weil in Zeiten von Corona Maibäume nicht wie gewohnt und traditionell aufgestellt werden durften, startete die Familie spontan die Eigeninitiative. Das erste Mal ziert nun ein eigener Maibaum den Garten der Familie an der Neualbenreuther Straße.
Die ganze Familie hilft mit
Die ganze Familie war beim Aufstellen mit dabei – Agnes und Gerd Bayer, Sohn Matthias und Tochter Franziska mit Ehemann Marvin Seitz und deren Jungs Marlon und Lennon. "Die Kränze habe ich gebunden", erzählt Franziska Seitz von den Vorbereitungen wenige Tage vor der Aufstellung.
Das Bäumchen war übrigens kurz vorher gefällt worden – mit ausdrücklicher Genehmigung aus dem Rathaus, am ehemaligen Bahndamm im Bereich des Netto-Markts. Am Vorabend des 1. Mai wurde dann der Maibaum, geschmückt mit Kränzen, weiß-blauen Bändern und einem selbst gebastelten Schild, aufgerichtet und im Boden des Gartens verankert.
Schutz der Mitarbeiter geht vor
Eigentlich hätte es auch wieder einen offiziellen Maibaum am Johannisplatz geben sollen: Dies hatte im Vorfeld Bürgermeister Bernd Sommer angekündigt. Er hoffte auf die Unterstützung der Bauhof-Mitarbeiter und deren Gerät. Auch eine ordentliche Brotzeit hätte der Rathauschef den Männern spendiert. Doch dann kam es anders.
"Wir mussten kurzfristig umentscheiden", so Sommer auf Anfrage von Oberpfalz-Medien. Der Bauhof-Fuhrpark, konkret der Bagger, habe nicht ausgereicht, um den Baum anzuheben. "Wir hätten einen Autokran gebraucht, was recht teuer ist."
Als Hauptgrund nennt Sommer aber den Infektionsschutz: "Wir haben uns in der Corona-Pandemie auf Zweier-Teams beschränkt, um möglichst wenig Kontakt zwischen den Mitarbeitern zu verursachen." Beim Aufstellen des Maibaumes dagegen hätten die Männer relativ eng beieinander arbeiten müssen. Dies sei nach dem Arbeitsschutz- und Hygienekonzept dringend zu vermeiden.
Sommer erklärt, dass ihm die Entscheidung, dieses Jahr nun doch mit dem Maibaum auszusetzen, nicht leicht gefallen sei. "Aber der Schutz der Mitarbeiter ging mir hier vor."
















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