07.09.2018 - 12:01 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Minister macht Hoffnung

Innenminister Joachim Herrmann kommt bei seinem Waldsassen-Besuch nicht nur mit Sicherheitsexperten aus der Region zusammen. Vorher hat er unter Ausschluss der Öffentlichkeit noch einen anderen wichtigen Termin.

Innenminister Joachim Herrmann (Zweiter von rechts) besucht Äbtissin Laetita Fech. Dabei diskutieren sie Möglichkeiten, die für die Landesgartenschau geborenen Ideen trotzdem umzusetzen. Mit dabei sind zweiter Bürgermeister Karlheinz Hoyer und Landtagsabgeordneter Tobias Reiß (von links).
von Externer BeitragProfil

Bayerns Innenminister traf sich vor der Sicherheitskonferenz im Gästehaus St. Joseph (wir berichteten) mit der Äbtissin des Klosters, Laetitia Fech. Er machte sich ein Bild vom Baufortschritt des Mühlenviertels im Kloster. Dabei ging es auch um die Frage welche Projekte aus der gescheiterten Bewerbung für die Landesgartenschau trotzdem gefördert werden können.

Wie die Äbtissin nun in einer Pressemitteilung bekannt gibt, ist demnächst auch ein Treffen mit Umwelt- und Verbraucherschutzminister Marcel Huber geplant. Auch hier geht es um die Frage, welche der eigentlich für die Landesgartenschau 2024/25 entwickelten Ideen der Stadt Waldsassen und des Klosters trotzdem umgesetzt werden können.

"Wir wollen den Schwung und die vielen Initiativen, die aus der Bürgerschaft im Rahmen der Bewerbung gekommen sind, nicht ungenutzt lassen", so die Äbtissin. Daher sei ein Gespräch anberaumt. Es soll noch im September im Kloster stattfinden. Dabei sein werden auch Landtagsabgeordneter Tobias Reiß und Bürgermeister Bernd Sommer.

Außerdem ist die öffentliche Hand an den insgesamt 11,4 Millionen Euro teuren Arbeiten im Mühlenviertel mit 90 Prozent an Fördergeldern stark engagiert. "Das wird eine gute Sache, von der Äbtissin des Klosters in gewohnter Weise in die richtigen Bahnen gebracht", so Herrmann, der wegen des Vorhabens schon 2015 in der Klosterstadt war. Er schätze es, wenn Initiativen, wie hier in Waldsassen geschehen, vor allem "von den Leuten vor Ort kommen". Der Innenminister machte deutlich: "Das ist sehr wichtig, denn wir können den Bedarf doch schwer von München aus einschätzen."

Das Mühlenviertel ist ein ehrgeiziges Projekt, bei dem unter anderem die Inklusion von behinderten und nicht-behinderten Menschen gepflegt wird. 24 Wohnungen entstehen auf dem Areal, welches im Sommer kommenden Jahres fertiggestellt werden soll. In das alte Sudhaus, welches ein Teil des Mühlenviertel ist, wird eine Physiotherapie einziehen. Diese soll bereits am 3. Oktober eröffnet werden.

Waldsassener Brauhaus:

Geld von Stiftung Denkmalschutz

Auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) hat für Restaurierungsmaßnahmen an dem Klosterkomplex in Waldsassen Mittel in sechsstelliger Höhe bereitgestellt. Am Freitag hat der Ortskurator für Oberfranken, Uwe Franke, einen weiteren symbolischen Fördervertrag an Äbtissin Leticia Fech überreicht, wie die Stiftung mitteilte. Damit verbunden seien 50 000 Euro für die Dachsanierung des ehemaligen Brauhauses. Dieses sei einst ein unverzichtbarer und städtebaulich bedeutsamer Bestandteil der Klosteranlage gewesen.

Zum Mühlenviertel auf dem Klosterareal gehören die zweigeschossige Z-förmige Schmiede und das eingeschossige Brauhaus. Auch mit Mitteln der Stiftung wurden zwischen 2006 und 2017 die Dachsanierung eines Wirtschaftsgebäudes, die Fassadensanierung der Mälzerei, die Restaurierung der ehemaligen Klosterschmiede und die Innenraumrestaurierung der Stiftsbasilika, die heute nicht mehr dem Orden gehört, gefördert. (kna)

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