29.11.2020 - 09:33 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Mond über Waldsassen inspiriert zum Kinderbuch "Friedeline"

Schriftsteller Klaus Schwanda hat ein Kinderbuch herausgebracht. Illustriert wurde das Buch „Friedeline, die Kirchenmaus“ liebevoll von der Erzieherin Sarah Reinhardt aus Waldsassen.

Der 67-jährige Rechtsanwalt a. D. Klaus Schwanda hat bereits drei Gedichtebände herausgebracht. Mit dem Kinderbuch wagt er sich erstmals auf Neuland.
von Ulla Britta BaumerProfil

„Friedeline, die Kirchenmaus“ steht in den Startlöchern. Die kleine Maus im roten Kleidchen wartet aufgeregt darauf, von vielen, kleinen Leseratten geliebt zu werden. Friedeline ist nun zwar keine echte Maus, aber sie ist ebenso wie kleine Mäuschen ausgesprochen lieb. Erfunden hat sie Klaus Schwanda.

Der 67-jährige Rechtsanwalt a. D. und Schriftsteller aus Forchheim, der seine Kindheit teils in Waldsassen erlebt und sein Abitur am Stiftland-Gymnasium Tirschenreuth gemacht hat, ist jetzt in Pension und verbringt 90 Prozent seines Lebens, wie er erzählt, im Haus seiner Großeltern. Mit Schreiben habe er erst spät begonnen, erzählt Schwanda. Und er sei eigentlich Lyriker. Dass er nun ein Kinderbuch verfasst hat, sei eher dem Zufall zu verdanken.

„Ich wartete auf eine Bekannte und eröffnete unser Gespräch mit der Redewendung ‚Du bist pünktlich wie ein Maurer‘.“ Die Frau habe lachend „Nein, wie eine Kirchenmaus“ geantwortet. Danach habe er sich ernsthaft überlegt, ein Kinderbuch zu schreiben. Wie das bei romantisch ambitionierten Dichtern manchmal ist, wurde Klaus Schwanda beim abendlichen Blick aus dem Fenster gen Mond von der "Kirchenmaus"-Muse gepackt. „Die erste Strophe war dann schnell fertig“, erzählt er lachend.

Kuno und weitere Protagonisten

Was aber macht eine Kirchenmaus vor der Kulisse eines mit Wolken verhangenen Mondes? Hier kommt die Kirche zum Einsatz: Schwanda sah seine Maus im Turm sitzend, wie sie sich die Augen müde reibt, aufgeweckt von fünf schlagenden Glocken. Das war die Geburt der Friedeline. Damit die kleine Maus nicht allein ihr Dasein im Kinderbuch bestreiten muss, erfand der Autor Kuno, den Turmkater, und weitere Protagonisten dazu.

Nach und nach strickte er um die beiden netten Gesellen, die natürlich zuerst einmal nur Todfeinde sein können, eine fantasievolle Geschichte von Freundschaft und Zusammenhalt. Wenig später war das Werk fertig, Schwanda gab sein Manuskript zwei Frauen, die ihm als Lektorinnen zur Seite stehen. „Sie fanden meine Zeilen gut und sagten zu mir, sie würden die Geschichte direkt vor Augen sehen.“

Zauberhafte Illustrationen

Die Aussage der Lektorinnen kurbelte Schwandas Gedanken über eine kindgerechte Illustration seines Buches an. Er schaute sich in der regionalen Kunstszene um und fand Sarah Reinhardt aus Waldsassen. Sie überzeugte ihn mit ihren Tiermalereien und zeichnete Friedeline ausgesprochen liebenswert – und jede Menge zauberhafter Bilder zum Buchtext dazu.

Theoretisch hätte das Buch nun in Druck gehen können. Aber Klaus Schwanda war nicht ganz zufrieden. Er wollte Friedeline eine Zukunft geben und veränderte das Märchen noch einmal. Jetzt endet das Mäuse-Dasein nicht mit dem letzten Wort im Buch. Friedeline hat eine Vergangenheit und soll in Folgegeschichten den Kindern weiter Freude bringen.

Prosa und Reime als "Mischtechnik"

Sprachlich hat es der Autor geschickt angezettelt, Prosa und Reime wie bei einem Gemälde als "Mischtechnik" unterzubringen. Für zukünftige kleine Leser gibt es sogar etwas zu tun. Sie dürfen sich künstlerisch betätigen: Vier Bilder im Buch von der Kirchenmaus können selbst ausgemalt werden. Klaus Schwanda ist gespannt, wie sein Kinderbuch angenommen wird und ob Friedeline für die jungen Leseratten „beste Freundin forever“ wird. Sein erstes Probeexemplar hat er bereits in Händen, die große Buchlieferung erwartet Schwanda mit viel Aufregung im Herzen in diesen Tagen.

Klaus Schwanda hat seine Werke auch schon bei Lesungen vorgestellt

Mitterteich
Sarah Reinhardt hat sich bei der Illustration des Kinderbuchs von Klaus Schwanda viel Mühe gegeben.
"Friedeline, die Kirchenmaus" kann selbst gelesen werden oder aber die Kinder lassen sich die Geschichte von ihren Eltern, ihrer Tante oder Opa und Oma vorlesen.
Diese drei Lyrikbände gibt es bereits von Autor Klaus Schwanda. Er liest auch gern vor und hat vor der Pandemie mehrmals bei Lesungen auf Einladung von Vereinen und Organisatoren seine Werke vorgestellt.
Hintergrund:

Erhältlich in Waldsassen und in Tirschenreuth

  • „Friedeline, die Kirchenmaus“ ist in einer Auflage von 250 Exemplaren im Wiesenburg Verlag erschienen und kostet 12,80 Euro. Erhältlich in Waldsassen im Klosterladen, im Lottogeschäft Wohlrab, in den Geschäften „Blatt & Blüte“ und „Kunstfleckerl“ und in Tirschenreuth in den Buchhandlungen Rode und St. Peter sowie auch im Online-Handel.
  • Klaus Schwanda ist in Forchheim geboren und hat einige Jahre seiner Kindheit und Jugend in Waldsassen bei seinen Großeltern verbracht. Nach der Promotion in den Rechtswissenschaften und der Beschäftigung als Akademischer Rat an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg übernahm er bei der ehemaligen Treuhandanstalt leitende Führungsfunktionen. Danach war er bis 2017 selbständiger Rechtsanwalt. Die Liebe für romantische Lyrik entdeckte er spät und erst auf Umwegen. Schwanda hat drei Lyrikbände herausgebracht. Sein Gedicht „Meine Liebe zu dir wird niemals sterben“ wurde als Auftragsarbeit vertont.
  • Sarah Reinhardt ist Erzieherin und Krippenpädagogin im Kinderhaus „Tausendfüßler“ in Waldsassen. Mit sieben Jahren war sie bei einem Malwettbewerb Bayernsiegerin. Das Mitglied im Kunstverein Waldsassen ihre Arbeiten bei Gemeinschaftsausstellungen und in einer Einzelausstellung im Sibyllenbad. Sie hat sich auf Acryl-Bilder spezialisiert, ihre Leidenschaft gehört farbenfrohen Tierbildern. Seit 2010 besucht sie die Malschule des international anerkannten Künstlers Robin Seur.
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