06.01.2019 - 13:29 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Nicht nur die Spitze des Eisbergs

Winterlich ausgerichtet ist die aktuelle Fotoausstellung im Kunsthaus Waldsassen: Ein Besuchermagnet, denn die etwa 60 großformatigen Ablichtungen der Mitglieder des Fotoclubs Arzberg haben eine enorme Aussagekraft.

von Ulla Britta BaumerProfil

Leider hat sich über Weihnachten und Silvester keine Schneeflocke gezeigt, das Stiftland präsentiert sich nach wie vor trüb-grau statt wie von vielen erhofft schneeweiß. Wer dennoch ein wenig Winterflair erleben möchte, muss sich entweder in höhere Lagen begeben oder die aktuelle Ausstellung im Kunsthaus besuchen.

Der Fotoclub Arzberg zeigt vom Erdgeschoss bis hinauf in den dritten Stock im Kubus herrliche Bilder von Winterlandschaften sowie Motive verschneiter Sehenswürdigkeiten in der Heimat oder aus fernen Gefilden. Mit großartigen wie großformatigen Fotos wie der verschneiten Großen Kappl liefern die Aussteller unter anderem auch den Beweis, dass Winter im schneeärmer gewordenen Stiftland weiterhin möglich sein kann.

Spiel und Spaß im Schnee haben auf drei Fotos von Jürgen Klein seine zwei Windhunde, die in der weißen Pracht herumtollen. Diese Ablichtungen könnten auch Kunstwerke von der Hand eines Malers sein, derart akribisch schön hat Klein seinen Fotografien „jeden einzelnen Pinselstrich“ herausgekitzelt. Beinahe möchte man beim Betrachten den beiden Hunden durchs Fell streichen, so lebendig erscheinen die Vierbeiner beim Spielen. Nostalgie pur demonstrieren Schwarz-Weiß-Fotografien von Dampfloks, deren weißer Qualm im Winterwind mit dem reinweißen Schnee in Konkurrenz tritt.

Je höher sich der Besucher im Kunsthaus die Treppen emporarbeitet, desto näher kommt er „der Spitze des Eisberges“. Wie der Titel „Von Dominostein bis Eisberg“ sagt, handelt es sich im Kubus um kristallklare Aufnahmen von Eisbergen, die Hartmut Bombosch auf einer Reise gemacht hat. Der pensionierte Allgemeinarzt aus Waldsassen hat im arktischen Meer alle Register seines Könnens an der Kamera gezogen. Seine großflächigen Darstellungen zeigen Eisberge schwimmend im Meer, die einen regelrechten Sog auf das betrachtende Auge ausüben. Die äußerst realistisch und gestochen scharfen Fotos wecken die Vision, als Betrachter stünde man selbst auf einer Eisscholle diesen Giganten direkt gegenüber und könnte ihnen problemlos entgegen schwimmen.

Die genannten Werke sind aber nur einige Beispiele. Die gleichermaßen magische Anziehungskraft haben alle gut 60 Fotografien aus dieser qualitativ hochwertig angesiedelten Ausstellung. Was zu einem ausgedehnten Bummel durch die drei Kunsthaus-Ebenen führen kann, da man gerne bei jedem einzelnen Motiv länger stehenbleiben möchte. Das kommt an, was sich an den bisherigen Besucherzahlen seit der Eröffnung Mitte Dezember zeigt, die vom Betreuungsteam als „ausgesprochen gut und zahlreich“ gemeldet werden.

Diese Zahlen können weiterhin gesteigert werden, die Präsentation ist lange nicht an seinem Ende angelangt. Stefan Weiß und Hartmut Bombosch, erster und zweiter Vorsitzender des Fotoclubs Arzberg, freuen sich auf weitere interessierte Gäste. Geöffnet ist im Kunsthaus Waldsassen in der Kunstgasse 1 noch bis Sonntag, 20. Januar, jeweils samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr.

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