08.03.2021 - 11:36 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Pfarrerin auf Lebenszeit wirkt nun in Tirschenreuth und Waldsassen

Bei ihrer Rückkehr in die Region gefiel Dr. Stefanie Schön aus Wildenreuth der Zusammenhalt in den Gemeinden. Bei der Installation bekräftigte die Theologin erneut diese Eigenschaft. "Wir spüren ganz viel Kraft, um Neues anzupacken."

von Konrad RosnerProfil

Bei einem beeindruckenden Festgottesdienst am Sonntagnachmittag wurde Stefanie Schön als Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinden Tirschenreuth-Waldsassen installiert. Als Ort für den feierlichen Akt war die Aula des Klosters Waldsassen gewählt worden.

Die Urkunde für diese Installation verlas der Senior des Dekanats Weiden, Pfarrer Hartmut Klausfelder aus Neustadt am Kulm. In dieser Urkunde wurde sie als Pfarrerin der Gemeinden Tirschenreuth-Waldsassen und als Pfarrerin auf Lebenszeit bestellt. Unterschrieben ist die Urkunde von Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm.

Zeit und Ort ungewöhnlich

Zu Beginn des Gottesdienstes sagte Dekan Thomas Guba, dass dieser Gottesdienst zu einer ungewöhnlichen Zeit an einem ungewöhnlichen Ort stattfinde. Ein Dank galt dem Kloster, dass die evangelischen Christen diese Aula benutzen können. „Das ist ein gutes Zeichen dafür, dass die Ökumene lebt. Es geht aber auch nicht mehr anders.“ Für Pfarrerin Stefanie Schön sei dieser Tag eine Zäsur. „Denn mit Jesus, mit Gott, geht es in die Zukunft“.

Der Dekan ging auf das bisherige Leben der gebürtigen Wildenreutherin ein, die in Tirschenreuth das Abitur gemacht hat. Nach dem Stiftland-Gymnasium sei sie in Neuendettelsau und danach auf der ganzen Welt unterwegs gewesen. Danach habe sie promoviert, und nun sei sie wieder in ihrer Heimat, in Tirschenreuth und Waldsassen, gelandet. „Manchmal schließt sich halt der Kreis.“

Urkunde, Kreuz und Eisgutschein

Für das Reich Gottes könne man überall arbeiten, sagte der Dekan. Umso größer sei die Freude, dass sie dies im Dekanat Weiden tue. Von Zeit zu Zeit sollte man auch mal den Blick nach hinten werfen, so wie der Landwirt beim Pflügen, um sich zu korrigieren. Wichtig sei aber, nach vorne zu blicken, denn damit setze man auf Veränderungen. Es sei die Aufgabe des Pfarrers, von seinem Glauben zu erzählen, dazu brauche es aber auch die gegenseitige Unterstützung. "Liebe Gemeinde, gehen Sie diesen Weg mit, damit wir mehr Menschen erreichen.“ Dann könne man nach vorne schauen.

Nach den Lesungen der beiden Vertrauensfrauen Barbara Schattauer-Züllich und Annette Spreitzer und einem Bittlied zum Heiligen Geist, erfolgte durch den Dekan mit den Worten „Bist du bereit“ die offizielle Einführung der neuen Pfarrerin. Wegen Corona fand dieser Akt mit Abstand statt. Dekan Guba überreichte die Ernennungsurkunde, ein Lichtkreuz und für ihren Sohn Ilija einen Eisgutschein.

Feiern in der Passionszeit?

In ihrer Predigt sagte die neue Pfarrerin, als sie vor drei Jahren nach Tirschenreuth und Waldsassen gekommen sei, habe sie sofort den Zusammenhalt und die Gemeinschaft unter den evangelischen Christen gemerkt: „Die Leute feiern hier wie die Weltmeister.“ Selbst in der Passionszeit sei dies der Fall. Sie habe schnell begriffen, hier sei einiges los.

"Es ist einfach wunderbar, wie man sich gegenseitig inspiriert.“

Pfarrerin Dr. Stefanie Schön über die beiden Gemeinden

Nach ihrer Ordination folgten Feste auf Feste, etwa die Kinderbibelwoche mit über 80 Kindern. „So etwas hatte ich vorher noch nie erlebt.“ Feiern in der Passionszeit sei ursprünglich nicht ihre Idee gewesen. Aber dies gehöre dazu. Schon Jesus habe früher das Pessach-Fest gefeiert. Es seien die Freiheit und der Weg zu Gott, die Jesus den Menschen schenke. "Ihr seid die Kinder des Lichts, wir sollten Jesus Christus nachahmen und damit unser Leben auf Gott ausrichten.“

Ideen und Begabungen würden mit Kreativität umgesetzt im Stiftland. Die Pfarrerin hoffte, dass die Gemeinden gestärkt aus der Corona-Zeit kommen. In beiden Gemeinden gebe es viel Herz und Liebe. "Es ist einfach wunderbar, wie man sich gegenseitig inspiriert.“

In solch einer Gemeinschaft ließen sich auch Grenzen überwinden, so die Theologin weiter. „Der Messias ist mitten unter uns, er stiftet Gemeinschaft. Deshalb spüren wir ganz viel Kraft, um Neues anzupacken. Gott ist bei uns.“ Deshalb gehe sie sehr zuversichtlich in diese neue Zeit, „weil Sie alle mit dabei sind“.

Pfarrerin Dr. Stefanie Schön im Interview

Tirschenreuth

 

 

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