18.08.2019 - 12:45 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Mit dem Rad bis zur Adria

Eine besondere Tour hat sich kürzlich Jonas Möhwald ausgesucht: Alleine radelte er von Waldsassen bis nach Triest.

Auf seiner Fahrradtour von Waldsassen an die Adriaküste passierte Jonas Möhwald auch die Turracherhöhe. Zurück in die Heimat ging es mit dem Fernreisebus.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Nach genau sieben Tagen, 802 Kilometern, 9130 Höhenmetern und 40 Stunden auf dem Fahrrad erreichte er die Adriaküste. Dabei kam er auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 km/h. An einem Freitag direkt nach der Arbeit startete das Abenteuer. Fahrradtaschen ermöglichten, dass das ganze Gepäck gleichmäßig verstaut werden konnte. Dazu gehörten unter anderem Zelt, Schlafsack, Isomatte, Kleidung und Werkzeug. In seinem Rucksack befanden sich Trinkflaschen, Essen, Gaskocher und ein Topf. Da nur das Nötigste mitgenommen wurde, musste er die Kleidung und natürlich auch sich selbst in Flüssen und Seen waschen. Natürlich ohne Shampoo.

Bis zu 30 Grad

Weil Möhwald als Schlafmöglichkeit sein Zelt dabei hatte, war er sehr flexibel. So startete der Tag meistens zwischen 5 und 6 Uhr in der Früh und endete am Abend meistens gegen 22 Uhr. Der Tagesdurchschnitt lag im Bereich zwischen 100 und 130 Kilometern. Zur Navigation nutzte er eine App auf dem Handy. Diese schickte ihn weg von Landstraßen, dafür auf Fahrradwege durch die Natur. Die Hitze mit Temperaturen von bis zu 30 Grad erleichterte ihm das Fahrradfahren definitiv nicht. Hilfsbereite Menschen füllten seine Trinkflaschen im Stundentakt auf.

Drei größere Berge

Im Gegensatz zu den anderen Tagen musste sich Jonas am Sonntag in der Früh ein bis zwei Stunden bei strömendem Regen unterstellen, anschließend führte er seine Tour bei leichtem Regen fort. Oft konnte er sich einer Fahrradgruppe anschließen und sich mit Gleichgesinnten austauschen. Drei größere Berge, einer davon mit 2000 Höhenmetern, mussten absolviert werden (Obertauern, Turracherhöhe, Loibltunnel) - mit dem schweren Gepäck keine leichte Aufgabe. Auch eine zehn Kilometer lange "Bärenzone" in Slowenien musste bewältigt werden. "Das war schon ein ziemlich komisches Gefühl", meint der Waldsassener.

Schon nach sechs Tagen erreichte er sein eigentliches Ziel: Ljubljana, die Hauptstadt Sloweniens. Weil der Nachhauseweg im Vorhinein noch nicht festgelegt wurde und Möhwald noch zwei Tage Zeit hatte, entschied er sich kurzfristig, noch bis ans Meer nach Italien zu fahren. Angekommen in der Hafenstadt Triest, kümmerte er sich zuerst um die Organisation der Rückreise und verbrachte dann den restlichen Tag am Strand. Die Heimreise trat er am Donnerstag um 21 Uhr mit einem Fernreisebus an. Von Italien ging es über Prag nach Eger, wo Möhwald am Freitag um 15 Uhr am Busbahnhof eintraf.

Nach 802 Kilometern auf dem Rad war die Adriaküste erreicht.
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