24.07.2020 - 12:36 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Rama-dama für den Jugendtreff

"Ich war etwas irritiert", äußerte sich SPD-Fraktionssprecherin Monika Gerl am Ende der jüngsten Sitzung des Stadtrats Waldsassen. Konkret ging es um den Bahnhof und dessen weitere Nutzung.

Eine Wohnung im Bahnhof Waldsassen soll künftig als Jugendtreff genutzt werden. Mitglieder des Jugendstadtrats haben bereits mit den Arbeiten begonnen.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Das Gebäude an der Bahnhofstraße, das zum Teil noch bewohnt wird, soll künftig als Jugendtreff genutzt werden. Jetzt hatte Monika Gerl über die Sozialen Medien erfahren," dass es schon Planungen gibt und dass schon gearbeitet wird", wie sie bei ihrer Anfrage unter dem Punkt "Wünsche und Anträge" sagte.

Dazu legte die SPD-Frau großen Wert auf die Feststellung, dass es gut sei, wenn sich die jungen Leute engagierten. "Aber wir hätten als Stadtrat schon gerne mal darüber gesprochen." Monika Gerl argumentierte mit der Verantwortung.

Außerdem hätte die SPD-Fraktionssprecherin interessiert, "wie das funktionieren soll im alten Bahnhof. Es seit 2018 im Stadtrat einmal darüber gesprochen worden; auch hätte Verbindung mit der Stadt Kemnath aufgenommen werden und recherchiert werden sollen, "wie es dort läuft". Auch für Karlheinz Hoyer (CSU) wäre es wichtig, dass der Stadtrat regelmäßig über die Arbeit des Jugendstadtrat informiert wird.

"Jugendstadtrat arbeitet gut"

"Ich persönlich denke, dass der Jugendstadtrat sehr gut arbeitet", erklärte Bürgermeister Bernd Sommer und schlug vor, dass Sprecherin Andrea Wurm, demnächst über das aktuelle Geschehen im Jugendgremium berichtet. Wichtig war dem Rathauschef aber zu erwähnen, dass die Jugendlichen im Nachwuchs-Parlament selbst tätig werden sollen. "Wir wollen ihnen nichts überstülpen."

Im Moment, so Sommer, seien zwei Wohnungen belegt. Außerdem seien die Mieterinnen informiert darüber, dass im Gebäude ein Jugendtreff eingerichtet und bereits an dem Vorhaben gearbeitet wird.

Mitglieder des Jugendstadtrats haben in der Wohnung im ersten Stock – über der ehemaligen Schalterhalle – mit den Vorbereitungen für die künftige Nutzung begonnen: So werden die Tapeten, die in mehreren Schichten auf den Wänden aufgebracht sind, von den Wänden gelöst. Außerdem werden alte PVC-Böden herausgerissen. Von einem "Rama-dama" sprach Stadtbaumeister Hubert Siller im Zusammenhang mit der Aktion. Es handele sich um Vorarbeiten, ehe die eigentliche Renovierung beginnen könne.

Ergebnisprotokoll in Ordnung

Über Länge und Form der Protokolle, die im Nachklang von Stadtratssitzungen von der Verwaltung geschrieben werden, diskutierten jüngst die Fraktionen im Gremium in Mitterteich. Jetzt brachte Monika Gerl beim jüngsten Treffen in der Stadthalle Waldsassen die Thematik auf den Tisch. Die SPD-Sprecherin meinte im Hinblick auf die Diskussion in einem vorangegangenen Treffen: "Wir wollten niemals ein Wortprotokoll." Ein Ergebnisprotokoll wäre vollkommen in Ordnung.

"Das heißt aber nicht, dass überhaupt kein Sitzungsverlauf drinnen steht", so die Sprecherin einschränkend. Dies gelte vor allem für die Dokumentation von Vorgängen mit Wendungen im Verlauf der Debatten. "Oder wenn man bittet, dass das ins Protokoll aufgenommen wird", so Gerl und meinte, es wäre ihr nun wichtig gewesen, dies einmal zu sagen.

Der Bahnhof stand vergangenes Jahr bei einem Graffiti-Workshop im Mittelpunkt:

Waldsassen
Infobox:

Lieber eine Sitzung mehr im nächsten Jahr

Monika Gerl thematisierte in ihrer Wortmeldung auch die Dauer der Stadtratssitzungen. Der öffentliche Teil sei relativ überschaubar. „Aber wir haben 26 Punkte in der nichtöffentlichen Sitzung.“ Die SPD-Fraktionschefin wünschte sich nächstes Jahr „lieber eine Sitzung mehr“, auch im Hinblick auf die Diskussionskultur. Außerdem sei die Chance größer, sich danach „auf ein Bier“ zusammen zu setzen. „Das funktioniert nicht mehr, wenn die Sitzung erst um halb zehn aus ist.“

Bürgermeister Bernd Sommer meinte, dem Stadtrat sei stets an pragmatischem Arbeiten gelegen. In nichtöffentlichen Beratungen gehe es vor allem um „Angebote, Namen, Steuerthemen“. In aller Regel werde gleich danach im Gremium entschieden, welche Beschlüsse später in den Medien veröffentlicht werden sollen. Dies sei bei gut 80 Prozent der Abstimmungen hinter verschlossener Tür der Fall.

Schon viele Jahre nicht mehr als solcher in Betrieb ist der Bahnhof in Waldsassen. Künftig soll dort im ersten Obergeschoss ein Jugendtreff eingerichtet werden.
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