12.05.2019 - 13:39 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Rathaus-Einweihung in Waldsassen

Nach einem letzten Musikstück der Blechbläser ging's vom Festzelt draußen hinein ins Foyer zum Büfett: Am "Tag der Städtebauförderung" ist das sanierte, umgebaute und erweiterte Gebäude am Basilikaplatz eingeweiht worden.

Bei der symbolischen Schüsselübergabe anlässlich der Rathaus-Einweihung in Waldsassen, von links Architekt Peter Brückner, Stadtbaumeister Hubert Siller, Bürgermeister Bernd Sommer und Projektleiter Thorsten Will.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Stadtpfarrer Thomas Vogl und Diakon Fritz Lieb erbaten bei dem Festakt am Samstag für die Räume den kirchlichen Segen. Architekt Peter Brückner stellte zuvor die besondere Bedeutung des Hauses im Kontext zu Kloster und Basilika heraus.

Waldsassen

Bei der symbolischen Schlüsselübergabe überreichten Brückner und Projektleiter Thorsten Will an Bürgermeister Bernd Sommer und Stadtbaumeister Hubert Siller die Nachbildung des neu gestalteten Rathaus-Portals mit dem Granit-Vorbau.

Es dauerte schon einige Zeit, bis Bürgermeister Bernd Sommer die vielen Gäste begrüßt hatte. Sie alle drängten am späten Vormittag – auch wegen des regnerischen Wetters – ins Foyer zum Begrüßungs-Sekt oder -Osaft. Dann baten charmante Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung in Richtung Rathaushof. Dort war ein Partyzelt aufgebaut, in dem wenig später der Festakt zur Rathaus-Einweihung begann. Die Waldsassener Blechbläser – Peter Fuhrmann, Jonas Bäumler, Armin Scharnagl und Tobias Böhm – sorgten für festliche bis schmissige Musik.

Die Renovierung des Gebäudes sei längst überfällig gewesen, erzählte Sommer Anekdoten, die die dringende Notwendigkeit der Sanierung untermauerten – die erste seit 1972. Regelmäßig sei zuletzt während Stadtratssitzungen der Strom ausgefallen. Dann ein Wassereinbruch – nicht im Keller, sondern im zweiten Stock. Barrierefreiheit („Das Wort gab’s damals wahrscheinlich noch gar nicht“) habe es „maximal im Erdgeschoss“ gegeben, so Sommer.

Sommer erzählte von den Zweifeln im Stadtrat nach dem Architektenwettbewerb, ob die Vergabe des Planungsauftrags an die „Familie Brückner“ die richtige Entscheidung sei. Mit den Tirschenreuthern, so schilderte Sommer die Befürchtung damals, könnte die Rathaus-Sanierung zu aufwendig, zu prunkvoll werden. In den weiteren Gesprächen sei aber klar geworden, „wer wird sind und was wir für eine Verantwortung haben für das erste Haus der Bürger“, so Sommer. „Wir wollten nicht ein schlampertes Haus für die Bürger als erste Adresse zeigen.“

Sommer gab im Schnelldurchlauf einen Rückblick auf die Maßnahme – vom Umzug der Verwaltung 2015 in die Sparkasse bis zur Rückkehr im Dezember 2018 „in die kleine Baustelle“. Nach den Abbrucharbeiten im Herbst 2017 habe das Haus „martialisch“ ausgesehen. „Aber es war die richtige Lösung.“ Sommer bezifferte die Investition auf 6,9 Millionen Euro; Kosten- und Zeitrahmen seien eingehalten worden, so Sommer. Er dankte allen Zuschuss-Gebern. Allein aus der Städtebauförderung waren Mittel in Höhe von 1,7 Millionen Euro geflossen.

Den Waldsassenern empfahl Sommer, einfach mal ins Rathaus zu kommen, sich informieren, zu schauen und die Räume einfach zu genießen. „Es ist das erste Haus der Bürger geworden.“ Am 26. Juli wird die Einweihung noch einmal gefeiert, mit einem Tag der offenen Tür mit speziellen Führungen sowie einem Fest im Rathaushof.

MdL Tobias Reiß verwies auf den Tag der Städtebauförderung und erwähnte die Einweihung von drei Rathäusern im Landkreis Tirschenreuth – neben Waldsassen das in Kemnath und in Kulmain. „Ihr seid zurecht stolz ...“, sagte Reiß. Neben der Stadt, dem Kloster und der Pfarrei sollte am Basilikaplatz im Herzen Waldsassens eine vierte wichtige Einrichtung nicht vergessen bleiben. „Auch das Finanzamt fällt uns auf.“ Dabei erwähnte der Landtagsabgeordnete, dass in Bayern keine Stadt so viel Städtebauförderungsmittel erhalten habe wie Waldsassen. „Ihr seid die Kreativsten“, meinte Reiß augenzwinkernd. Wichtig sei aber vor allem, dass dies alles gemeinsam erreicht worden sei, so der MdL und sagte „Vergelt’s Gott“ für die Arbeit. „Ich gratuliere den Waldsassenern zu diesem Bürgerhaus.“ In der Mitte, im Zentrum, im Herzen Waldsassens erstrahlten nun alle Bereiche in neuem Glanz.

Von einem „denkwürdigen Tag“ sprach Alfred Scheidler, der auch die Grüße von Bezirksrat Toni Dutz überbrachte und ein Landkreis-Wappen aus Granit überreichte. Zuvor erzählte der Landrats-Stellvertreter von einer Tour durch Böhmen und seinem Staunen über die Bauwerke dort, schlug dann den Bogen zu den 70er Jahren, als nüchterne und „hässliche“ Zweckgebäude errichtet worden seien. Die seien nun so marode, dass sie abgerissen werden müssten. Aber es zeichne sich eine Trendwende hin zu nachhaltigem und qualitätsvollem Bauen in hoher Qualität ab. Ein Beispiel, das auch in 100 Jahren noch Bewunderung ernten werde, sei das sanierte Rathaus in Waldsassen, so Scheidler. Das Rathaus sei ein Haus für die Bürger der Stadt und gerade im Umfeld der Basilika und des Klosters etwas, auf das man mit Bewunderung blicken dürfe.

Stadtpfarrer Thomas Vogl und Diakon Fritz Lieb (von rechts) erbaten für das generalsanierte Rathaus und für die arbeitenden und dort verweilenden Menschen Gottes Segen.
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"Ihr seid ein super Team"

"Ich hoffe, Sie haben trockene Füße", begrüßte Bürgermeister Bernd Sommer die Gäste und meinte mit Blick auf das widrige Wetter und angesichts der gefüllten Tischreihen: "Heute ist's kalt, es regnet und jeder hat Zeit".

Die Einweihung war auch eine Art Nachbarschaftstreffen: Pfarrer Thomas Vogl und Diakon Fritz Lieb waren gekommen, außerdem die Ordensschwestern der Zisterzienserinnen-Abtei. Dabei erwähnte Sommer, dass Äbtissin Laetitia Fech - sie war am Samstag nicht dabei - schon in der Woche zuvor zur Einweihung gratuliert hatte.

Als "Vertreter aller Fördergeber" begrüßte Sommer MdL Tobias Reiß. Mit dabei waren Landrats-Stellvertreter Alfred Scheidler und Bezirksrat Toni Dutz, die Bürgermeister-Stellvertreter Karlheinz Hoyer und Bernhard Lux, der Jugendstadtrat sowie von der Partnerstadt Chodov/CZ Bürgermeister Patrik Pizinger und als Vertreter des Chodauer Heimattags Josef Moder. Stellvertretend für die Träger von Auszeichnungen der Stadt Waldsassen begrüßt wurden Dr. Wolfgang Fortelny sowie Konrad Männer. Mit einer Abordnung war die Selbsthilfegruppe Behinderte/Nichtbehinderte dabei - zusammen mit Martina Sötje, deren Unterstützung Bernd Sommer im Zusammenhang mit der Barrierefreiheit im neuen Rathaus unterstrich.

Das Team des Büros "Brückner&Brückner" in Tirschenreuth begrüßte Bernd Sommer mit den Worten: "Es war ein Ringen - ein fachliches und sachliches Ringen." Aber es sei immer die optimalste und beste Lösung gefunden worden." Ein Dank galt den Firmen, auch vor dem Hintergrund des großen Drucks auf die Baubranche. Die Firmen hätten das Beste und teils auch das Unmögliche abgeliefert, in echten Nachtschichten sogar kurz vor Weihnachten. "Die Gesamtleistung ist grandios." In Richtung der Mitarbeiter der Verwaltung sagte Sommer: "Ihr seid ein super Team." Das Personal hatte das Rathaus für den Tag der Einweihung auf Hochglanz gebracht. Alle Büros und Räume waren geöffnet und durften besichtigt werden.

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