17.04.2019 - 10:31 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Sabine Gmeiner ist die Wunschkandidatin

Seit 1. April hat die Markgraf-Diepold-Schule eine Jugendsozialarbeiterin. Damit ist die Waldsassener Bildungseinrichtung die zehnte im Landkreis und die zweite Grundschule, die einen solchen Vorzug genießt.

Jugendamtsleiter Emil Slany und Michaela Grieshammer von der gfi (von links) sowie Bürgermeister Bernd Sommer und Schulleiterin Karin Gleißner (von rechts) wünschten Sabine Gmeiner viel Erfolg bei ihrer künftigen Arbeit.
von Ulla Britta BaumerProfil

Besser könnte der Start in einen neuen Job nicht sein: Sabine Gmeiner ist die zehnte Jugendsozialarbeiterin im Landkreis Tirschenreuth – und an der Markgraf-Diepold-Grundschule Waldsassen die Wunschkandidatin von Schulleiterin Karin Gleißner. Zudem wurde sie, wie Gleißner berichtet, vom Lehrerkollegium bereits sehnlich erwartet. Die 26-jährige Pädagogin wurde kürzlich in ihr Amt eingeführt. Sabine Gmeiner, die aus Griesbach bei Mähring stammt und dorthin erst einmal zurückkehrt, hat in München Pädagogik studiert und war an zwei Grundschulen im Münchener Umland Sozialarbeiterin.

„Nach den ersten paar Tagen haben wir bereits bemerkt, dass sie gut ins Team passt“, freut sich Karin Gleißner über die Verstärkung. Damit habe die Schule ein vertrauliches, neutrales Umfeld bei Sorgen und Nöten der Kinder, als Ansprechpartner für die Eltern und in Situationen, wo sich Fronten eventuell verhärtet hätten. Damit sei eine professionelle Fachkraft vor Ort, für Aufgaben, die vom Lehrerteam nicht übernommen werden können. Bürgermeister Bernd Sommer begrüßte die Einführung der Jugendsozialarbeiterin an der Grundschule sehr. Jetzt könne jedes Kind optimal im schulischen Leben, aber auch bei Sorgen und Nöten begleitet werden. Gewiss wäre das früher auch öfter nötig gewesen. Nur seien da die Möglichkeiten und Mittel nicht vorhanden gewesen, frühzeitig Hilfestellung zu geben.

Sabine Gmeiner hat in der Markgraf-Diepold-Schule ein kleines, eigenes Büro bezogen, das sie kindgerecht eingerichtet hat. Sie habe auch die Kinder schon kennengelernt, erzählt die Jugendsozialarbeiterin, die sich sehr über die Rückkehr in die Heimat freut. Gmeiners Aufgabe ist es, Schülerinnen und Schülern bei schlechten Noten, Ärger mit Mitschülern und Lehrern oder anderen Ängsten und Sorgen zu helfen. In der Einzelfallhilfe ist ihr Aufgabenbereich die individuelle Beratung des Kindes und je nach Konstellation auch des Sorgeberechtigten sowie weiterer Bezugspersonen. Soweit erforderlich, bezieht sie dabei auch die Zusammenarbeit mit schulischen und außerschulischen Kooperationspartnern ein oder vermittelt den Schüler und seine Familie an andere Dienste und Fachstellen. Sabine Gmeiner wird vorerst 35 Stunden pro Woche an der Grundschule arbeiten. Nach Bedarf könnte die Stundenzahl auch erhöht werden, sagt Jugendamtsleiter Emil Slany.

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Sprechzeiten nach Absprache auch am Nachmittag

An den Landkreis-Grundschulen ist Sabine Gmeiner erst die zweite Sozialarbeiterin. Die Mittelschulen seien komplett abgedeckt, ebenso die Förderzentren und die Berufsschule, erklärt auf Anfrage Peter Gold vom Jugendamt. Dass die Grundschulen erst jetzt bedient werden können, liege am Anteil der Migrantenkinder von 20 Prozent. Dies sei auf dem Land eher weniger häufig der Fall. Diese gesetzliche Hürde sei jetzt weggefallen. Damit können auch an Grundschulen auf Antrag und bei Bedarf Jugendsozialarbeiterinnen tätig sein – mit dem Jugendamt als Jugendsozialhilfeträger, der aber die Trägerschaft im Einzelfall weiter vergibt. Bei Sabine Gmeiner ist dies die Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration (gfi) Hochfranken Marktredwitz, informiert Emil Slany. Dies habe finanzielle Gründe, da sonst der Landkreis die Gesamtkosten tragen müsse. Das Angebot der Jugendsozialarbeit ist freiwillig und kostenfrei. Es wird vom Familienministerium, dem Landkreis Tirschenreuth und dem Schulverband Waldsassen finanziert. Auch Eltern können die Jugendsozialarbeiterin jederzeit kontaktieren. Sprechzeiten sind jeweils Montag bis Freitag zwischen 7.30 und 13 Uhr sowie nach Terminabsprache auch am Nachmittag.

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