28.07.2021 - 14:46 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Selbstfindung mit Hilfe von künstlerischer Arbeit in Waldsassen

Mit einem Angebot mit der Nicole Aumann startete das Kunsthaus nach langem Stillstand in eine zwar stark reduzierte aber wieder kunstvolle Saison.

Die 23-jährigen Zwillinge Vivian und Mariam Zeh aus Krummennaab (von rechts) sind daheim künstlerisch tätig. Beide malen und hatten Interesse, einmal an einem solchen kunstherapeuthischen Workshop teilzunehmen.
von Ulla Britta BaumerProfil

Mit Kunst zu sich selbst finden: So lautete die Aufgabe eines Kurses mit der kunsttherapeutischen Beraterin Nicole Aumann im Kunsthaus. Im kleinen Kreis mit neun Frauen veranstaltete die 51-jährige Pullenreutherin erstmals einen derartigen Workshop. Nicole Aumann ist gelernte Porzellanmalerin und arbeitet freiberuflich. An ihrem 50. Geburtstag, erzählte sie, habe sie den Wunsch empfunden, noch einmal beruflich durchzustarten. "Ich habe meine ehemaligen Studienkollegen aus der Kunstfachschule Selb eingeladen und gebeten, mit mir gemeinsam ein großes Kunstwerk zu malen."

Das habe derart viel Spaß gemacht, dass es für sie ein Schlüsselerlebnis gewesen sei. Nicole Aumann interessierte sich für Kunsttherapie und belegte Seminare in Regensburg mit einer Ausbildungsdauer von eineinhalb Jahren. Im August wird sie ihre Schulungen abschließen. Im Kunsthaus zeigte sie den neun Teilnehmerinnen, was Kunst alles in einem selbst bewirken kann. Kunst vermöge, die innere Motivation zu stimulieren, und rege beide Gehirnhälften gleichzeitig an, sagte sie. Man könne eigene Emotionen und Gefühle aufs Papier bringen.

Die erzeugte Wirkung dieser Bildsprache sei eine andere als die verbale Form. Aumann beteuerte, sie wolle niemanden therapieren. Das dürfe sie gar nicht, weil sie dafür die Ausbildung nicht habe. "Aber ich nehme Sie mit auf die Reise, damit Sie sich reflektieren können und selbst besser kennenlernen." Aufgabe der Teilnehmerinnen war es, anhand von Zeitschriften, die Aumann mitgebracht hatte, eine Collage zu kleben mit dem Thema "Gestalte dich als Symbol". Als einzige Vorgabe sollten die Frauen ihr Werk in einer Stunde fertigstellen. "Alles ist erlaubt. Sie können auch etwas dazu aufs Papier schreiben oder malen."

Nachdem die Teilnehmerinnen die Collagen fertiggestellt hatten, hängte sie Nicole Aumann an die Wand und besprach die einzelnen Arbeiten gemeinsam mit der Gruppe und der jeweiligen Ausführenden. Nicole Aumann, die auch Mitglied im Verein Kunsthaus Waldsassen ist, möchte diesen ersten Lehrgang, falls Bedarf ist, als Auftakt einer Reihe von weiteren Workshops im Herbst im Kunsthaus nutzen.

Workshopleiterin Nicole Aumann (stehend am Tisch, hinten) ließ die Frauen weitgehend allein arbeiten und schaute nur kurz ab und zu über die Schultern. Fleißig am Collagen-Kleben sind hier Simone Gmeiner, Alexandra Würth und Kerstin Chrobok (von links).
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