22.03.2020 - 14:12 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Die Sonntagspredigt als Videobotschaft

Wenn das übliche Zusammenleben nicht mehr funktioniert, können moderne Medien ersatzweise ein bisschen Normalität schaffen.Wie das gehen kann, zeigt Stadtpfarrer Thomas Vogl in Waldsassen.

Pfarrer Thomas Vogl hat die Predigt zum vierten Fastensonntag als Videobotschaft veröffentlicht.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Der Sonntagsgottesdienst in der Basilika wird, wie die anderen Messfeiern während der Woche, hinter verschlossener Tür gefeiert. Die Predigt zum 4. Fastensonntag hat der Seelsorger veröffentlicht - auf der Internetseite der Pfarrei Waldsassen, sowohl zum Herunterladen und Ausdrucken, als auch als Video-Botschaft.

Den gut 10 Minuten langen Beitrag aufgenommen hat Ferdinand Sperber. Er ist in seiner Freizeit viel mit der Kamera in der Natur unterwegs und teilt seine Bilder gerne in Sozialen Medien. Den Videobeitrag mit Pfarrer Vogl als Prediger drehte Sperber offiziell als Mitglied der Kirchenverwaltung.

Zum persönlichen Gebet ist die Basilika tagsüber geöffnet.

Die Sonntagspredigt von Pfarrer Thomas Vogl zum Herunterladen und als Video

Vor der Predigt geht der Zuschauer virtuell durchs Portal in die Basilika, dann sind verschiedene Eindrücke aus dem Kirchenraum zu sehen, darunter der Altar mit dem Kreuz, die Heiligen Leiber. Musikalisch begleitet wird der Vorspann mit dem "Frühling" aus Vivaldis "Vier Jahreszeiten".

Erinnerung an Altarweihe

Zu Beginn seiner Predigt rief Vogl "in diesen bedrängten und beängstigenden Zeiten" eine positive Erinnerung wach: "Vor drei Jahren hat am 4. Fastensonntag "Laetare" unser Bischof den neuen Altar in der Basilika geweiht und den Ambo gesegnet." Es sei damals ein großes Fest des Glaubens gefeiert worden, "das uns bewegt und froh gemacht hat". Der neue Altar aus Stein stehe fest und unverrückbar.

Viele Menschen suchten in diesen Tagen nach Halt und Verlässlichem, so der Pfarrer weiter. Die Fülle von Nachrichten könne verwirren und ängstigen. "Keiner weiß wirklich, was am nächsten Tag sein kann." Gerade dann sei es wichtig und heilsam um das zu wissen, "was mir Kraft gibt, was eine Hilfe ist".

Von den Orten, an denen der Glaube verkündet und gefeiert wird, gehe eine Botschaft, gehe Segen aus. "Immer! Besonders jetzt!" In diesem Zusammenhang dankte der Pfarrer allen Menschen, "die uns diesen Halt erfahren lassen".

Weiterhin gemeinsam beten

Glaube und Gottvertrauen gäben Halt. "Das bekennen wir miteinander im Gottesdienst und es tut uns gut, als Gemeinschaft darin einander zu bestärken." Dies sei im Moment gemeinsam nicht möglich. "Wie sehr schätzen wir doch unsere Basilika, die Gottesdienste, die festliche Kirchenmusik, unsere tollen Minis und alle Dienste, die alle miteinander immer wieder ein Fest des Glaubens feiern."

Dies sei nun anders. "Dennoch vergessen wir nicht, dass Altar und Ambo da sind, da stehen, fest sicher und unverrückbar. Christus selbst steht in unserer Mitte. Er ist da und von ihm geht Segen und Heil aus."

Pfarrer Vogl war fest davon überzeugt, dass die staatlichen Vorgaben ernst genommen und umgesetzt werden müssen. Aber es könne weiterhin gemeinsam gebetet werden. Die Glocken läuteten zum Gottesdienst "werktags wie sonntags, jeden Tag um 15 Uhr zur Andacht zu unseren Heiligen Leibern, zu den Gebetszeiten unserer Schwestern im Kloster".

Die Heiligen Leiber in der Basilika Waldsassen.
Die Heiligen Leiber in der Basilika Waldsassen.
Die Heiligen Leiber in der Basilika Waldsassen.
Die Heiligen Leiber in der Basilika Waldsassen.
Zum persönlichen Gebet geöffnet ist weiterhin die Basilika. Dort liegt seit einigen Tagen ein Anliegenbuch auf. Die Bitten und was sonst die Menschen bewegt, nehmen die Seelsorger gerne in die Messfeiern und persönliche Gebete mit auf.

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