24.01.2020 - 10:42 Uhr
WaldsassenOberpfalz

SPD setzt auf die alten Hasen und auch auf die Jungen

Voller Optimismus geht der SPD-Ortsverein Waldsassen mit Bürgermeisterkandidat Helmut Zeitler in die anstehende Kommunalwahl. Das Ziel ist klar formuliert: Die Roten wollen den Bürgermeister stellen und die CSU-Mehrheit im Stadtrat brechen.

SPD-Generalsekretär Uli Grötsch versprach für die Zeit, wenn Zeitler Bürgermeister in Waldsassen ist: "Ich komme immer, wenn der Helmut pfeift."
von Konrad RosnerProfil

„Wir haben den Mut", erklärte Helmut Zeitler bei der Kandidaten-Vernissage am Donnerstag im Kunsthaus und meinte: "Wir setzen auf alte Hasen und auch auf die ganz Jungen.“ MdB und SPD-Generalsekretär Uli Grötsch versprach für die Zeit, wenn Zeitler Bürgermeister ist: "Ich komme immer, wenn der Helmut pfeift."

Zu Beginn der Vernissage hieß SPD-Ortsvorsitzende Angela Baumgartner alle Kandidaten, besonders aber MdB Uli Grötsch und Landratskandidat Thomas Döhler willkommen. Die Vorsitzende freuten sich, dass auch SPDler aus Nachbargemeinden gekommen waren.

Beeindruckt vom Kunsthaus

In seinem Grußwort zeigte sich MdB Uli Grötsch sehr beeindruckt, was in Waldsassen in den vergangenen Jahren alles auf die Beine gestellt worden sei. Das Kunsthaus passe vom Stil her hervorragend in das Basilika-Ensemble, um dann aber gezielt auf die Kommunalwahl einzugehen.

„Die Kommunalwahl ist die emotionalste Wahl, denn es geht um die Stadt, um den Landkreis.“ Die Kandidaten seien den Wählern persönlich bekannt. Waldsassen habe noch viele Probleme vor sich, wenn er nur an den Verkehr denke. Die Menschen wünschten ein Lebensgefühl, die Abwanderung müsse gestoppt werden. Grötsch bekannte, er sei „Landmensch“ und gerne in seiner Heimat.

Die hervorragende Entwicklung Waldsassens gelte es nun fortzuführen mit einem SPD-Bürgermeister. SPD-Kommunalpolitik sei anders als die der Schwarzen oder auch der Grünen. Man brauche nur auf die Kommunen zu schauen, die von SPD-Bürgermeistern geführt werden. Sozialdemokratische Kommunalpolitik traue sich etwas, sie denke an die Zukunft, an die jungen Leute, die in der Region bleiben sollten. Dies sei der große Unterschied zur konservativen Kommunalpolitik. „Jeder weiß, Helmut Zeitlers Herz schlägt für Waldsassen.“

Verständnis für Robert Christ

Bedauerlich fand Grötsch, dass Robert Christ nicht mehr für den Stadtrat kandidiert. „Ich bin mit ihm viele gemeinsame Lebensjahre gegangen.“ Er, Grötsch, könne aber seine Beweggründe, nicht mehr zu kandidieren, verstehen. Im Anschluss an seine Rede überreichte Angela Baumgartner an Uli Grötsch eine Flasche Rotwein, „einen guten Roten für einen guten Roten“.

Landratskandidat Thomas Döhler forderte in seiner Ansprache einen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und regelmäßige Busverbindungen. In diesem Zusammenhang regte er an, dem Verkehrsverbund Nürnberg beizutreten. Ein weiteres Hauptaugenmerk sei die Gesundheitsfürsorge. Der Landkreis müsse attraktiver für junge Ärzte werden. Über die Verlegung der Bundesstraße B 299 sagte Döhler, diese sei gar nicht nötig. Stattdessen forderte der Landratskandidat den vierspurigen Ausbau der Bundesstraße 303 zur Autobahn.Das Oberzentrum Waldsassen-Cheb müsse nicht nur ein Titel sein, sondern mit Leben erfüllt werden, sprich mit einem Krankenhaus und einer Hochschule, so wie es ein Oberzentrum haben müsste. Abschließend betonte er, dass er am 15. März zum Landrat gewählt werden wolle. Er wolle keine Stichwahl zwei Wochen später, denn an diesem Tag feiere er seinen 50. Geburtstag.

"Für die Menschen und unsere Stadt"

Im Verlauf der Vernissage stellten sich alle SPD-Stadtratskandidaten vor und nannten ihre Beweggründe, warum sie sich als Bewerber zur Verfügung stellen. „Für die Menschen und unsere Stadt“, so laute der Slogan der SPD Waldsassen, betonte Bürgermeisterkandidat Helmut Zeitler, der seit 2005 im Stadtrat sitzt. Er selbst habe lange gekämpft, ob er antreten solle. Seine Lebensgefährtin habe ihm den Mut gegeben, anzutreten, „zumal Waldsassen eine Stadt ist, für die es sich zu kämpfen lohnt“.

Als ehemaliger Jugendbeauftragter habe er erkannt, Waldsassen brauche ein Jugendzentrum, einen Jugendtreff. Wichtig sei ferner, dass alle vier Schulen in Waldsassen erhalten werden und der Ausbau der Kindergärten und Kindertagesstätten-Einrichtungen weiter entwickelt werde. Für die Senioren müsse die Stadt barrierefreier gemacht werden und die Mobilität verbessert werden.

Zeitler fordert "Leerstandskataster"

Als weiteren Bereich skizzierte Zeitler den Abbau von Leerständen. Der Kandidat forderte ein „Leerstandskataster“, um einen Überblick zu bekommen. Die Innenstadt müsse wieder belebt werden mit Wohnungen. Auch das leidige Thema Parksituation stehe auf seiner Agenda. Wichtig seien ihm die sozialen Bereiche, er brach eine Lanze für die Feuerwehr und den Rettungsdienst. Als Notfallsanitäter wisse er, dass hier noch einiges zu machen sei. Die medizinische Versorgung müsse unbedingt ausgebaut werden, dafür wolle er sich einsetzen. „Wir müssen noch viel mehr wadelbeißen“, so seine Worte, die im Applaus endeten. Zeitler übte Kritik an der Kliniken AG. Was habe sie schon alles versprochen; jetzt sei die akutstationäre Abteilung im Haus Waldsassen geschlossen.

Festhalten an Trasse unverständlich

Am Ende seiner Rede ging er auf das leidige Thema Ortsumgehung ein. In diesem Zusammenhang betonte er einmal mehr, dass die SPD nicht nur auf dieses eine Thema herabgesetzt werden wolle. Er forderte erneut eine Umgehungsstraße, die den Namen auch verdiene, „also außen herum“. Eine Bundesstraße durch die Stadt bringe nichts, sei verkorkst, „ich kann nicht verstehen, dass man an dieser Straße festhält“. Zeitler, „wir kämpfen für eine gescheite Umgehung“.

Verena Völkl und Stefan Müller luden anschließend alle dazu ein, die Visitenkarten der Waldsassener SPD-Kandidaten zu sammeln. Wer alle 20 Visitenkarten habe, der komme in eine Verlosung mit einem Essen im Gasthaus Bayerischer Hof in Waldsassen und einem Gutschein der Metzgerei Friedl als die beiden Hauptpreise.

Fraktionsvorsitzende Monika Gerl überreichte SPD-Stadtrat Robert Christ, der nach 20 Jahren Stadtratstätigkeit nicht mehr kandidiert, ein Geschenk. Mit im Bild: (links) Bürgermeisterkandidat Helmut Zeitler sowie (rechts) MdB Uli Grötsch, der seit langem mit Christ befreundet ist.
Uli Grötsch im Gespräch mit den Waldsassener "Sozis".

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