02.11.2020 - 10:00 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Spende für zwei Kinderheime

Wolfgang Horns Leidenschaft als Künstler gilt dem Werkstoff Holz. Der Vorsitzende des Vereins Kunsthaus Waldsassen fertigt meist Schwergewichtiges, versteht sich aber auch auf kleinere Teilchen. Die ermöglichten jetzt finanzielle Hilfe.

Hannelore Haberzett freute sich sehr über das Geld, das Wolfgang Horn aus dem Erlös seiner Spendenaktion an die Heimleiterin für das Kinderheim St. Elisabeth überreichen konnte.
von Ulla Britta BaumerProfil

Die Holz-Fingerringe und -anhänger hat Horn für einen guten Zweck auf öffentlichen Veranstaltungen im Kunsthaus angeboten. Die Spender durften geben, was sie wollten und dafür ein Schmuckstück mitnehmen. "Es kam jede Menge Geld zusammen", freut sich Horn über die große Resonanz. 420 Euro sind es geworden, Horn rundete auf die runde Summe - 500 Euro - auf. Weil das mehr war als erwartet, konnte er das Geld auf zwei Kinderheime verteilen.

Die eine Hälfte bekommt das Waisenhaus im tschechischen Milíře im Kreis Tachov per Überweisung. Persönlich getroffen hat er sich mit Hannelore Haberzett, der Leiter des Kinderheims St. Elisabeth in Windischeschenbach. Sie freute sich sehr über die Spende in Höhe von 250 Euro. Haberzett erzählte von der Ideologie des Kinderheims, dessen Träger die Katholische Jugendfürsorge sei. Im Heim sind 54 Kinder und Jugendliche untergebracht. Insgesamt werden von130 Mitarbeitern 260 junge Menschen betreut, unter anderem mit ambulanter Hilfe, in drei Tagesstätten sowie in regionalen Schulen, etwa in Tirschenreuth.

Die Heimkinder seien nicht dauerhaft in der heilpädagogischen Einrichtung untergebracht. Der Schnitt liege bei zwei Jahren, wobei es auch Kinder gebe, die zwölf Jahre lang blieben, erklärte Haberzett. Es handele sich um Kinder und Jugendliche, die wegen sozialer Missstände wie Gewalt, Verwahrlosung oder sexuelle Übergriffe aus den Familien geholt würden. "Die Eltern sind psychisch krank oder drogenabhängig", so Haberzett.

Eine Unterbringung in Pflegefamilien sei schwierig, da diese Kinder Impulsstimmungen wegen teils schrecklicher Erlebnisse unterworfen seien. "Sie sind von einer Sekunde auf die andere wütend, weil sie eine Sache mit einem Schrecken aus ihrem Leben in Verbindung bringen", nennt Haberzett ein Beispiel. Gut tue diesen Kindern unter anderem auch der Umgang mit Tieren, Musik oder Kunst. Deshalb habe man im Heim ein paar eigene Tiere, die Kinder könnten Musikunterricht nehmen oder eine Kunsttherapie besuchen. Wolfgang Horn freute sich, dass seine Spende bei Hannelore Haberzett in besten Händen ist. Verwendet wird sie laut Heimleiterin für den Kunstunterricht.

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