16.11.2020 - 11:36 Uhr
WaldsassenOberpfalz

"Spiderfrau" hoch unterm Gewölbe der Basilika Waldsassen

Zwei große Kino-Leinwände mitten im Raum. Dazu Scheinwerfer, viel Kabelmaterial und eine abgedunkelte Kirche: Einen außergewöhnlichen Gottesdienst gab es jetzt in Waldsassen. Dabei ging ums Vertrauen.

von Josef RosnerProfil

Zum zweiten Mal war die Basilika am Samstagabend zur besten Fernsehsendezeit um 20.15 Uhr Schauplatz eines Kino-Gottesdienstes. Unter dem Thema „Missed Chances – Who do you trust?“ lud Gertrud Hankl zu diesem besonderen Gottesdienst ein. Die Gottesdienstbesucher erlebten drei Filmsequenzen aus dem Film „Spiderman“.

Zu Beginn führte Gertrud Hankl ein Interview mit „Spiderfrau“ Nadine Lutz, die auf dem Gesims unter dem Gewölbe der Basilika zu den Gläubigen in den Sitzreihen blickte. Ihre Schwester Vanessa Lutz gab der „Spiderfrau“ ihre Stimme, sie sprach aus der Sakristei heraus. Gesucht wurde Nadine unter dem Gewölbe der Basilika von Martin Wührl, alle von der Bergwacht Fuchsmühl. Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst von Jenny Bäumler (Gesang) und Andreas Sagstetter (Orgel).

Für das professionelle Equipment sorgt die Firma K-Tech aus Grafenwöhr. Hauptzelebrant und Prediger war Gerhard Pöpperl, Direktor der Berufungspastoral aus Regensburg. Im Interview ging Getrud Hankl auf das Ankündigungsplakat „Missed Chances – Who do you trust?“ („Vertane Chancen – wem vertraust du?“).

Filmsequenzen

„Schau mal nach oben“, sagte die Spiderfrau und zeigte damit, dass man sich mit dem Vertrauen auf Gott "alles irgendwie schaffen kann". Während der Predigt von Gerhard Pöpperl wurden Filmsequenzen von „Spiderman“ eingespielt; dazu gab der Geistliche jeweils seine Gedanken preis. In Anlehnung an die Handlung des Films sagte der Prediger: "Jedem von euch wird viel anvertraut, Fähigkeiten, Aufgaben, Menschen."

Menschen hätten dabei aber oft den Drang, die Dinge lieber anderen zu überlassen. "Die können es vielleicht besser, wir trauen ihnen zumindest mehr zu als uns selbst, denn wir kennen unsere Schwächen." Pöpperl sagte dazu: "Wenn Gott mir etwas anvertraut, dann weiß er genau, warum gerade bei mir.“

Eigene Talente entdecken

Im dritten Teil ging es um Selbstvertrauen und um die Entdeckung eigener Talente. „Es ist nie zu spät, als Jesu Zuhörer sein Talent wieder auszugraben und einzusetzen", so der Prediger über das Gleichnis aus dem Evangelium. "Wenn wir unsere Talente nicht einsetzen oder gar anderen die Talente überlassen, die ganz bewusst uns anvertraut sind, dann erwachsen daraus Finsternis und Tränen.“

Der Geistliche rief dazu auf, Chancen zu ergreifen: "Trauen wir uns zu, was auch Gott uns zutraut." Menschen sollten ihm vertrauen, "dass er uns nur in die Hand gibt, was wir auch meistern können."

Martina Weiß ist die erste hauptamtliche Mesnerin in der Basilika Waldsassen.

Waldsassen
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