Symbiose von Kunst, Musik und wohltuenden Worten über Kunst und Kunsthaus

Waldsassen
21.09.2022 - 08:46 Uhr

Mit einer kleinen, feinen Vernissage wurde in der Klosterstadt die sechswöchige Ausstellung des Störnsteiner Multitalents und Jazzmusikers Alfred Hertrich eröffnet.

Grafiker, Jazzgitarrist, Maler, Illustrator, Fotograf: Alfred Hertrich ist ein Multitalent und einer der ganz großen Künstler der Region. Der 83-jährige Störnsteiner hat viele Talente mit in die Wiege gelegt bekommen. Diese zu verbinden, versteht er stets sehr feinfühlig. Hertrich war es, der auf das Kunsthaus in der Klosterstadt aufmerksam wurde. Erstaunt habe er festgestellt, was Waldsassen für einen Schatz damit habe, sagte er bei seiner Vernissage. "Etwas Vergleichbares gibt es in der Region nicht", lautete das Lob des Künstlers.

Bevor Laudator Jakob Reitz aus Etzenricht den Künstler und Musiker sowie dessen Arbeitsweise und Philosophie vorstellte, lieferte Hertrich gemeinsam mit dem Nürnberger Kontrabassisten Wilfried Lichtenberg Jazzimprovisationen. Jakob Reitz sprach von Alfred Hertrich als einen Mann, mit großen ästhetischen Empfinden und Gespür für die klare Formsprache.

Touristische Hinweise

Der in Rehau geborene Grafiker, habe für namhafte Firmen gearbeitet, bis er sich 1985 selbstständig machte. Sei von ihm die Rede, fielen Bezeichnungen wie "Jazz-Professor" oder "Ästhet". Als Mitbegründer des Weidener Jazz-Zirkels habe er vor gut 46 Jahren den Cool- und Freejazz in die nördliche Oberpfalz gebracht. Die Musiker ließen "die Eisberge des Nordens mit ihren Improvisationen schmelzen", zitierte Reitz als Überleitung zu Hertrichs weiterem Talent, dem Malen.

Als freischaffender Grafiker habe Hertrich unter anderem Logos wie das des Geo-Zentrums Windischeschenbach und Plakate, unter anderem für den Jazz-Zirkel und 27 Jahre für die Internationalen Hofer Filmtage geschaffen. Was kaum jemand weiß: Aus Hertrichs grafischen Feder stammen sage und schreibe 17 touristische Hinweisschilde an der Autobahn A93 von Regensburg bis Hof.

Enorm breite Schaffenskraft

Wie sich Wort und Bild zu einer Einheit ergänzen, präsentiert Hertrich in zahlreichen seiner Ausstellungsstücke. Was der Künstler malt, interpretiert der Kronacher Lyriker Ingo Cesaro mit japanischen Haikus. Umgekehrt, erklärte Reitz weiter, interpretiere Hertrich Gedicht des Künstlers Jürgen vom Scheidt. Einige Beispiele können auch hierfür in der Ausstellung besichtigt werden. Jakob Reitz ging in seiner Laudatio auf unterschiedliche Werke ein, um die enorm breite Schaffenskraft von Alfred Hertrich herauszukristallisieren. Den größten Anteil machen die "Nordlandbilder" aus.

Hertrich ist leidenschaftlicher Skandinavien-Tourist, wo er in den Weiten des Landes unter anderem beim Fliegenfischen Ruhe und Erholung findet. Seine Eindrücke hält er als Skizzen oder Fotografien fest, um sie dann in Kunst zu bannen. Schnee, Eis, Meer, Berge und Seen setzt er meist ins kühle Blau, mit Techniken als mehrere Schichten und der Verwendung von Ölfarben. Als Grafiker ist Hertrich ein Perfektionist, was den Werken eine dynamische Exaktheit und vollendete Kunstform verleiht.

Hintergrund:

Ausstellung im Kunsthaus Waldsassen

  • Dauer bis Ende Oktober
  • Finissage am 29. Oktober um 19.30 Uhr
  • Jazz & Lyrik ist der Abend betitelt: Haiku-Künstler Ingo Cesaro wird anwesend sein und liest eigene Texte. Alfred Hertrich und Wilfried Lichtenberg machen Musik
 
 

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