Mit einer Filmvorführung begann die Sitzung des Stadtrats Waldsassen am Dienstag im Rathaus. „Taschentücher auf den Tisch, wir lassen Emotionen sprechen“, gab Bürgermeister Bernd Sommer einen Einblick, was folgen sollte: Gezeigt wurde ein professionell gedrehter Videospot, mit dem Kinderärztinnen oder -ärzte neugierig werden sollen auf Waldsassen. „Super“, kommentierte ein Mitglied des Gremiums den eineinhalb Minuten langen Beitrag, danach gab’s Beifall für die Arbeit von Dominik Garban. Der gebürtige Konnersreuther, der inzwischen in Waldsassen wohnt, hat sein Hobby zum Beruf gemacht und ist seit einigen Jahren in diesem Metier selbstständig.
„Ich darf mich sehr bedanken für das tolle Produkt“, sagte Bernd Sommer. Er fand den Kurzfilm „wirklich gelungen“. Der Bürgermeister war überzeugt, dass er bei den Adressaten ankomme und Waldsassen aus einer Misere bringe: Denn „gerade noch so auskömmlich“, so Sommer, sei die medizinische Versorgungslage in Waldsassen und Umgebung. Vor allem in der Kindermedizin gebe es großen Bedarf. „Eine schwierige Situation“, befand der Bürgermeister in Anbetracht junger Familien mit kleinen Kindern in Waldsassen.
Der "rote Teppich"
„Macht Werbung!“, sei auch eine deutliche Aufforderung etwa aus den Reihen des Familienstammtischs gewesen, erklärte Sommer und unterstrich, dass die ärztliche Versorgung keine kommunale Aufgabe sei. Der Bürgermeister wiederholte aber seine Aussage, wonach Leuten aus dem Medizinbereich, die sich in Waldsassen niederlassen wollen, „der rote Teppich“ ausgerollt werde. Nun müsse der Inhalt nur noch über verschiedene Kanäle „nach außen geraten“.
Der Spot spielt an verschiedenen Orten in Waldsassen, unter anderem am Freizeitgelände „Werk B“ und auf dem Spielplatz in der Parkanlage Schwanenwiese. „Die war picobello herausgeputzt“, sagte der Filmautor über die Anlage während der Dreharbeiten am Bürgerfest-Wochenende 2022. Der Termin war auf Anregung von Bernd Sommer gewählt worden. „Wir haben auch einen Überraschungsgast eingebaut“, war Dominik Garban stolz auf den kurzen Auftritt von Zauberer Franz aus Waldsassen. Er hatte sich spontan dazu bereiterklärt.
Überraschungsmoment
"Es geht um Kinder", so Garban im Gespräch mit Oberpfalz-Medien; entsprechend sei der Inhalt des Filmes konzipiert. Auch der Text wird von einem Kind gesprochen. Die emotionelle Ebene wird angerührt: Kinder beim fröhlichen und unbeschwerten Spielen. Das Leben als Abenteuer, bei dem auch etwas schief gehen kann. Dann der Überraschungsmoment: "Die leere Schaukel ist krass. Aber sie wirkt", so Garban über die Bildsprache, die in der Folge ein Kind mit Verletzung zeigt. Dass mit dem Film ein Kinderarzt oder eine -ärztin gesucht wird, ist lediglich in dieser Deutlichkeit erst in der letzten Einstellung zu lesen.
Für die Produktion engagierte Garban (Creativ Director und Kamera) externe Unterstützung: Christine Cimen (Konzeption und Regie) aus Berlin, als weiterer Kameramann agierte Lukas Baumgärtel, Berlin.
Fraktionen beeindruckt
Die Fraktionen schienen beeindruckt, wie den Stellungnahmen zu entnehmen war. „Ich durfte es ein bisschen mit begleiten“, sagte Katja Bloßfeldt (CSU). Sie hatte als Leiterin des Johanniter-Kinderhauses die Kontakte zu den Familien geknüpft, die bei den Dreharbeiten mitwirkten. „Die Untertitel hätte es gar nicht gebraucht“, fand CSU-Rat Harald Hertel, der eingesprochene Text sei sehr gut verständlich.
„Man weiß, wie oft man den Ton ausschaltet“, sah dagegen Monika Gerl in dem eingeblendeten Text durchaus einen Nutzen. „Tatsächlich überrascht“ war Dominik Garban darüber, dass die SPD-Fraktionsvorsitzende das eine 1:27 Minuten dauernde Video sogar noch etwas kürzer gehalten hätte. Es sei, so Garban, in der Länge „relativ knackig“. Eine noch kürzere Version sei aber für die Autoren keine Option gewesen.
Robert Hahn (SPD) regte an, in der abschließenden Einstellung die geografische Lage Waldsassens zu verdeutlichen. Einen plakativen Hinweis zu Beginn des Films, wonach Waldsassen einen Kinderarzt oder eine -ärztin sucht, hielt Ferdinand Sperber (CSU) für sinnvoll. Dieser aber, so hielt Dominik Garban entgegen, würde Nutzer eher zum vorzeitigen Abschalten bewegen. „Wir wollen Spannung aufbauen“, erklärte dazu der Autor.
„Mir hat das sehr gut gefallen“, fand Bernhard Lux (Freie Wähler). Er bewertete die deutliche Botschaft des Films am Ende als Überraschung und zog als Fazit: „Das ist super aufgebaut.“ Weitere Einzelheiten wollte Lux aber nicht hinterfragen: „Das wird schon alles seinen Sinn haben.“
Video noch nicht freigeschaltet
- Über die Internetseite der Stadt Waldsassen kann das Video abgerufen werden.
- Die Freischaltung ist aber noch nicht erfolgt; dies sei in den nächsten Tagen geplant, so die Info aus dem Rathaus auf Anfrage von Oberpfalz-Medien.
- In sozialen Medien eifrig geteilt werden soll der Film, so der Wunsch von Bürgermeister Bernd Sommer in der Sitzung.
- Verschiedene Versionen sollen veröffentlicht werden: Mit und ohne Untertitel sowie eine weitere verkürzte Version zur Veröffentlichung auf sozialen Medien.














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