26.02.2019 - 17:39 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Den Vorsitz der Liebe miteinander leben

Ein Stuhl im Chorraum der Basilika Waldsassen. "Keine Sorge, der Herr Mesner hat es nicht vergessen ihn aufzuräumen", klärte Stadtpfarrer Thomas Vogl in seiner kurzen Predigt auf, was es mit dem ganz allein stehenden Sitzmöbel auf sich hat.

Die Paare durften sich am Ende von Stadtpfarrer Thomas Vogl einzeln segnen lassen – und dabei um Gottes Beistand bitten für einen weiteren harmonischen gemeinsamen Lebensweg.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Am Freitag - gut eine Woche nach dem Valentinstag - hatte der Sachausschuss Ehe und Familie des Pfarrgemeinderats Liebende und in Liebe Verbundene zum Segnungs-Gottesdienst eingeladen. Um die 20 Paare waren es, die bei der besonderen Stunde dabei und dazu auch von auswärts nach Waldsassen gekommen waren.

Hinsichtlich des Stuhls kam Pfarrer Vogl zuerst auf den Sketch "Feierabend" von Loriot zu sprechen: Während Hermann einfach nur auf einem Stuhl ruhig dasitzen wollte, hatte Beate immer wieder einen neuen Vorschlag, was Hermann stattdessen tun könnte - worauf sich nach und nach ein lautstarkes Wortgefecht entwickelt. Doch dann kam der Dekan auf die eigentliche Symbolik zu sprechen - und schlug den Bogen von der Erinnerung an den Heiligen Valentin als Patron der Liebenden zum Fest der Kathredra Petri am 22. Februar - der Festtag des Stuhls des Heiligen Petrus. Dabei verwies Vogl auf den Bischofsstuhl im Petersdom in Rom. "Als Petrus den Bischofsstuhl übernahm, ist dieser zum Zeichen geworden für sein Lehramt", verweis Vogl auf den Vorsitz, den der Bischof von Rom in der gesamten katholischen Kirche einnimmt.

Dabei zitierte der Stadtpfarrer den Heiligen Ignatius von Antiochien, wonach der Bischof von Rom "den Vorsitz der Liebe hat". Darauf komme es auch in einer Beziehung an: "Dass man nicht seine Position wahrnimmt, um anzuschaffen oder vorne dran und der Wichtigere zu sein." Es gehe darum, aus dieser Haltung heraus den Vorsitz der Liebe miteinander zu leben. Mit der Liebe auf dem Vorsitz lasse sich eine Beziehung neu prägen und gestalten.

"Das ist das Kostbare in jeder Beziehung und in jeder Liebe", so der Prediger weiter: "Dass ich weiß, wo mein Platz ist und wo ich hingehöre. Wo ich mich hinsetzen und nur da sein kann - so wie es Hermann im Sketch von Loriot wollte."

Mitglieder des Sachausschusses trugen die Fürbitten vor; musikalisch gestaltet wurde die Feier mit dem Gesang der Teilnehmer und von Kirchenmusikdirektor Andreas Sagstetter und Frater Gregor Schuller am Orgelpositiv. Die Paare durften sich am Ende von Stadtpfarrer Thomas Vogl einzeln segnen lassen - und dabei um Gottes Beistand bitten für einen weiteren harmonischen Lebensweg. Der Abend klang in den Basilika-Gaststätten des katholischen Jugendheims aus - bei Kerzenlicht mit Wein und Knabbergebäck.

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