22.02.2021 - 14:52 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Waldsassen und Cheb/Eger: Dunkelrot als besondere Chance

Den 125. Jahrestag der Verleihung der Stadtrechte nimmt Bürgermeister Bernd Sommer zum Anlass für eine deutliche Ansage an die Staatregierung. Das gemeinsame Oberzentrum mit Cheb müsse nun endlich ausgestaltet werden.

Am 23. Februar 1896 bekam der damalige Markt Waldsassen (im Bild das heutige Rathaus) durch Prinzregent Luitpold die Stadtrechte verliehen. Gefeiert wird das Jubiläum aber wegen der Pandemie nicht.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Vor 25 Jahren war das 100. Jubiläum groß gefeiert worden. Die Tageszeitung „Der neue Tag“ brachte eine eigene Beilage heraus, bei einem Festakt im Harmoniesaal war der damalige Kultusminister Hans Zehetmair Festredner. Begehrt war ein Sonderpoststempel, der an den Festttag erinnerte. Und die örtliche Brauerei hatte zum Jubiläum ein besonderes Bier eingebraut.

Das besondere Jubiläum in diesem Jahr fällt der Pandemie zum Opfer. „Es hätte auch diesmal wieder viel gegeben, das ganze Jahr über“, sagt Bürgermeister Bernd Sommer. Der Rathauschef verbindet den besonderen Jahrestag in der Geschichte Waldsassens mit einem Blick in die Zukunft: „125 Jahre Stadt Waldsassen und einige Jahre gemeinsames Oberzentrum mit Cheb/Eger“, geht Sommer auf die Verbindung zur Nachbarstadt ein. „Das Jubiläum ist für mich Anlass für die Forderung an die bayerische Staatsregierung, das Oberzentrum jetzt endlich auszugestalten.“

Der stärkste Austausch

Dabei verweist der Bürgermeister auf die dunkelrot gefärbte Karte, die in der Corona-Pandemie in der Region die höchsten Inzidenzen verdeutlicht – mit einer positiven Umkehr in der Bedeutung. „Die Karte zeigt, wo der stärkste Austausch zwischen Menschen stattfindet – der Ort, wo es am meisten zu Begegnungen kommt.“ Dazu brauche Waldsassen aber die Staatsregierung, um dieses Potenzial zu nutzen und endlich mit Leben zu erfüllen.

„Das braucht jetzt wieder viel Arbeit, damit die Nachbarn wieder besser zusammenwachsen.“

Bürgermeister Bernd Sommer

Bürgermeister Bernd Sommer

Dabei kommt Sommer auf eine institutionelle Verbindungsstelle zu sprechen. Wenn diese bereits etabliert gewesen wäre, hätten sich die Irritationen zwischen den Nachbaren bereits vor einem Jahr zu Beginn der Pandemie sowie in den vergangenen Wochen vermeiden lassen können. „Das wäre mit besserer Abstimmung ganz anders gelaufen“, ist Sommer überzeugt.

Nun aber sei der Schaden groß: Tschechen schimpften auf die Deutschen, die Deutschen auf die Tschechen. „Das braucht jetzt wieder viel Arbeit, damit die Nachbarn wieder besser zusammenwachsen.“ Daran will Sommer in den nächsten Wochen konkret arbeiten. Doch die Staatsregierung müsse hier eng mit eingebunden werden.

Bürgerfest: Vereine entscheiden

Ganz gewiss eine besondere Rolle gespielt hätte das Stadtjubiläum beim Bürgerfest. Ob es nach der Pause vergangenes Jahr stattfinden kann, will Bernd Sommer nicht alleine entscheiden. Dies sei auch Sache der Vereine.

Deshalb soll in einer kurzen Videokonferenz darüber entschieden werden. Seine Meinung aber ist bereits jetzt klar: „Aus meiner Sicht stehen hinter dem Bürgerfest im Moment drei Fragezeichen.“

Stadterhebung Waldsassens vor 125 Jahren

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