25.09.2018 - 14:05 Uhr
WaldthurnOberpfalz

Extremsportler Simon Weig hangelt sich aufs Podium

Verschwitzt und mit Schlamm übergossen schleppt sich Simon Weig über die Ziellinie. Der Extrem-Hindernisläufer schließt die deutsche Spartan Race Gesamtwertung mit Bronze ab.

Extremsportler Simon Weig hangelt sich zur Bronzemedaille.
von Externer BeitragProfil

"Wieso tue ich mir diese Scheiße eigentlich an?" Genau das denkt sich Simon Weig, während er einen 30 Kilogramm schweren Sandsack 800 Meter einen Berg hinaufschleppt. Und wieder runter. Weig ist Hindernisläufer - und nicht irgendeiner. Bei der "2018 D-A-CH-Regional-Championship-Series" sicherte sich der gebürtige Waldthurner den dritten Platz in der Gesamtserie.

Streckendistanz, Höhenmeter und Anzahl der Hindernisse. Mehr wissen die Teilnehmer nicht wenn sie an der Startlinie stehen. Wände hinauflaufen, über Schlammbecken klettern oder durch Wassergräben waten. Die Hindernisse kennen keine Grenzen. "Obstacle Course Racing" (OCR) gewinnt immer mehr an Beliebtheit bei jungen Extremsportlern. "Jedes Rennen ist anders. Man bekommt immer neue Reize zu spüren und man braucht einfach alles wie zum Beispiel Kraft, Kondition und Geschicklichkeit. Auch das Teilnehmerfeld wird immer größer und stärker. Beim letzten Rennen in Oberndorf waren über 9000 Teilnehmer aus 40 Nationen vertreten", betont Weig.

Das erste Rennen der Regionalserie Deutschland, Österreich und Schweiz (D-A-CH) fand am 14. April im Olympia Park in München statt: der "Spartan Sprint" mit einer Distanz von über sechs Kilometer und 20 Hindernissen, die es zu bewältigen galt. Hier konnte sich der Oberpfälzer den dritten Platz ergattern. Auch beim zweiten Rennen des Jahres, den "Spartan Super", am 12. Mai in Wien bei über 13 Kilometer und mehr als 25 Hindernisse lief der 30-Jährige vorne mit und wurde schließlich Vierter.

Spektakulärer Lauf in Tirol

In Oberndorf/Tirol fand am 8. und 9. September schließlich das letzte und spektakulärste Rennen der Gesamtserie statt, der "Spartan Beast". Bei der Langdistanz müssen über 30 Hindernisse auf einer Strecke von mehr als 20 Kilometer überwunden werden. "Tirol war natürlich das absolute Highlight mit der tollen Aussicht und der komplett anderen Strecke. Deshalb waren auch nochmal alle guten Läufer dabei und das Rennen umso härter", beschreibt Weig. " Man kennt inzwischen natürlich die Top-Leute und die Konstellation nach den ersten zwei Rennen war super. Jeder wusste auf welchen Plätzen die anderen in München und Wien landeten und somit wussten alle im letzten Lauf genau auf welchem Platz der Gesamtserie sie gerade sind. Ich wusste also wen ich schlagen muss, was natürlich für extra Antrieb gesorgt hat." Mit der Zeit von 2:56 Stunden und einem 6. Platz in Oberndorf/Tirol sicherte sich Weig einen Platz auf dem Podium und wurde Dritter in der gesamten "Spartan-Race-Serie".

Im Vergleich zur letzten Saison hat sich beim Extrem-Hindernisläufer einiges getan: "Ich habe mich deutlich verbessert, habe aber auch viel mehr trainiert. Ich kann jetzt auch behaupten, dass ich mir in der Szene einen Namen gemacht habe und in der Spitzengruppe angelangt bin." Allerdings weiß der OCR-Athlet wo seine Schwächen sind. "Ich komme aus dem Judosport, dort war ich in der 1. und 2. Bundesliga unterwegs. Ich komme nicht vom Laufsport und habe dort somit meine größten Defizite. Daher muss ich viel trainieren und gehe fünf bis sechs Mal in der Woche laufen, langsam wird das schon." Besondere Vorlieben was die Hindernisse angeht hat der bei den Stadtwerken München beschäftigte Maschinenbauingenieur nicht. "Eigentlich mag ich alles, hangeln und klettern besonders. Richtige Schwierigkeiten habe ich eigentlich mit keiner Art von Hindernis. Nur der Sandsack, ja das ist so eine Hassliebe. Während ich den tragen muss, denke ich mir schon, was das für ein Scheiß ist, aber danach ist man umso glücklicher es geschafft zu haben."

Simon Weig musste in Oberndorf/Tirol 30 Hindernisse überwinden.

"Skyrunning" in Schottland

Auch eine Weltmeisterschaft hat Simon Weig in diesem Jahr bereits hinter sich. Aber nicht im Hindernislauf. Vom 13. bis 15. September fanden in Schottland die offene Skyrunning-Weltmeisterschaft 2018 statt. Dabei werden extrem anspruchsvolle Strecken im Gebirge auf einer Höhe von über 2000 Metern auf Zeit überwunden. Dort konnte Weig den 97. Platz einfahren. "Diese Sportart habe ich erst vor kurzem für mich entdeckt, aber es macht mir unglaublich viel Spaß und die Aussichten sind natürlich der Wahnsinn. Genau wie OCR ist Skyrunning immer mehr im Kommen und ich werde dort auf jeden Fall am Ball bleiben", so Weig.

In diesem Jahr hat der in München lebende Oberpfälzer aber noch ein anderes großes Rennen vor sich: die OCR-Weltmeisterschaft, die Mitte Oktober in London stattfindet. Nach 2015 (4.) und 2017 (10.) möchte Weig bei seiner dritten WM-Teilnahme endlich eine Medaille. "Jetzt heißt es nochmal ordentlich trainieren. Ich werde aber nicht in der Elite-Klasse starten, sondern in meiner Altersklasse. Denn ich will auf's Podium."

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