11.07.2019 - 10:14 Uhr
WaldthurnOberpfalz

Friedrich und Ulrich von Waldthurn waren Zeugen

Die Mitglieder des Heimatkundlichen Arbeitskreises (HAK) Waldthurn möchten nun auch an den Dokumenten der Archive forschen. Der Amberger Archivamtmann Jochen Rösel hat für die Besucher ein bedeutendes Waldthurner Dokument parat.

Der Heimatkundliche Arbeitskreis Waldthurn schaut sich im Staatsarchiv um.
von Franz VölklProfil

Der Heimatkundliche Arbeitskreis (HAK) bereitet neben der Herausgabe eines kleinen Bändchens „Geschichten aus dem Schönwerth-Land“ eine umfassende Broschüre über die Schulen der Gemeinde Waldthurn vor. Forschungsschwerpunkt sind die vergangenen beiden Jahrhunderte. Im Herbst ist die Aufbereitung und Katalogisierung der von der Familie Bergler freundlicherweise überlassenen Unterlagen des Heimatforschers Franz Bergler geplant.

14 Interessierte folgten der von stellvertretendem Vorsitzenden Josef Forster organisierten Einladung des Staatsarchivs Amberg. Dort begrüßte sie Archivamtmann Jochen Rösel. Nach einer Präsentation zu den Aufgaben und Zuständigkeiten der staatlichen Archive ging Rösel auf die Ausleihbedingungen, Personen- und Datenschutz und auf die vorhandenen Bestände ein. Neuerdings sei im Lesesaal unter bestimmten Bedingungen sogar das Fotografieren mit Handys und sonstigen Digitalkameras erlaubt, was die Recherche ungemein erleichtert. Mehrere zehntausend Dokumente legen die Mitarbeiter des Amberger Staatsarchivs den Besuchern jedes Jahr vor. Der Hauptteil der Suchenden komme aus den Heimatkundlichen Vereinen, gefolgt von Familienforschern. Vor einem Besuch seien Anfragen per E-Mail sinnvoll. Wegen der begrenzten Zahl der Mitarbeiter könnten Antworten aber einige Tage dauern.

Sichtlich erfreut waren die Waldthurner über die Fundstücke, die der Archivamtmann eigens für sie in Vitrinen zusammengestellt hatte. Wertvollstes Teil war die Originalurkunde mit Siegel aus dem Jahr 1218 in der Heinrich, Graf von Ortenburg, mit dem Abt von Waldsassen Güter tauscht. Friedrich und Ulrich von Waldthurn werden als Zeugen genannt und belegen somit urkundlich die Existenz Waldthurns. Rösel hatte ebenfalls einen prachtvollen handkolorierten Folianten und Dokumenten und Plänen über die Jahrhunderte bis zur Neuzeit herausgesucht. Anschließend führte der Beamte durch die Archivräume.

Die Findstube ist dabei die erste Anlaufstelle, in der die Forschenden beraten werden und in den Katalogen und Registern erste Hinweise auf den Bestand erhalten. Anschließend werden die gewünschten Unterlagen herausgesucht und im Lesesaal bereitgestellt. Bereitwillig beantwortete Rösel die vielen Fragen der Besucher. Der Vorsitzende des HAK, Georg Schmidbauer, lobte die Mitarbeiter des Staatsarchivs, von denen er bei seinen früheren Besuchen immer freundlich und zuvorkommend bedient wurde. Josef Forster überreichte als Dankeschön in Ermangelung noch eigener Druckerzeugnisse seine neue Chronik und kündigte ein baldiges Wiedersehen an.

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