Georg Schmidbauer nun Ehrenbürger der Marktgemeinde Waldthurn

Waldthurn
05.06.2023 - 14:21 Uhr
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Das kulturelle Rückgrat von Waldthurn hat eine ganz besondere Auszeichnung erfahren. Damit sagt die Marktgemeinde Georg Schmidbauer ein großes Dankeschön für seinen Einsatz und seine Leistungen.

„Das Ehrenbürgerrecht ist die höchste Auszeichnung, die wir vergeben können“, sagte Bürgermeister Josef Beimler beim Festakt für Georg Schmidbauer aus Oberbernrieth im Lobkowitzschloss. Schmidbauer zum Ehrenbürger zu ernennen, sei auf Vorschlag der Gesangsgruppe TriAngel ein einstimmiger Beschluss des Waldthurner Marktrates vorausgegangen. „Mit der heutigen Ehrung möchte nun deine Heimatgemeinde, wenn auch nur symbolisch etwas von dem zurückgeben, was du für unser Gemeinwesen geleistet hast“, meinte Beimler weiter.

Lehrer und Seminarrektor

Seit 57 Jahren ist Schmidbauer Bürger der Marktgemeinde und hat sich große Verdienste erworben. Er war Lehrer an der damaligen Volksschule Bernrieth sowie an der Grund- und Hauptschule Waldthurn. 32 Jahre bildete er als Seminarrektor in den Landkreisen Tirschenreuth, Amberg, Neustadt/WN und in der Stadt Weiden angehende Lehrer aus.

Seit Jahren macht Schmidbauer in der Wallfahrtkirche Mariä Heimsuchung Führungen, ist über Jahrzehnte Organist und übernimmt die Organisation der „Fahrenberg Weihnacht“. Vor neun Jahren hat ihn der Landkreis Neustadt/WN zum Kulturpreisträger ernannt.

Konsumieren und gestalten

„Ich bin ein kleiner Botschafter meiner Heimat, der Kultur nicht nur konsumiert, sondern selbst gestaltet“, beschreibt er das Engagement für seine zur Heimat gewordene Gemeinde. Aufgewachsen ist Schmidbauer in Bergham bei Nittenau. Er ging in Regensburg ins Gymnasium, war Pfarramtsanwärter, schwenkte dann um und studierte Lehramt. Als solcher kam er vor 57 Jahren nach Oberbernrieth an der Auffahrt zum Fahrenberg.

Als Heimatexperte gibt der „Schmidbauer Schorsch“, wie er genannt wird, historische Führungen und lässt die Bürger durch geschichtliche Beiträge im Marktblatt und in der Tageszeitung „Der Neue Tag“ in die Waldthurner Vergangenheit eintauchen. Er ist Vorsitzender des agilen Heimatkundlichen Arbeitskreis (HAK) Waldthurn, engagiert sich bei LandKULTUR und war bei „NEUN2727 – gut leben im Waldthurner Land“ Mitglied im Steuerungskreis.

Der Rathauschef sprach auch über den Autor Schmidbauer, der Beiträge veröffentlichte wie „Der Fahrenberg“, Waldthurner Gschichten, sowie Artikel in „Schulgeschichten“ schrieb. Auch Veröffentlichungen in der Oberpfälzer Heimat, Wirtshausgeschichten und dem Heimatspiegel stammen aus seiner Feder. 40 Jahre war Schmidbauer Schriftführer und ist nun Ehrenschriftführer der Feuerwehr Bernrieth, trat bei vielen Veranstaltung als ein exzellenter Moderator auf und war Berichterstatter für die Tageszeitung.

Vielseitiger Musiker

Nicht zuletzt erwähnte Beimler auch Schmidbauers musikalisches Talent. Mit den Instrumenten Orgel, Gitarre, Tenorhorn, Schifferklavier, Hackbrett und als Sänger ist er Mitglied bei den Waldthurner Sängern, musizierte bei den Fahrenberg Musikanten, gründete in den 80er Jahren das FahrenbergEcho und trat zusammen mit der Waldthurner Stubenmusi auf. 1977 komponierte er das „Fahrenberger Lied“, das die Gesangsgruppe TriAngel mit Doris Völkl, Steffi Daubenmerkl und Andrea Götz bei der Zeremonie zur Ernennung zum Ehrenbürger sangen. Schmidbauer begleitet TriAngel seit über zehn Jahren bei deren kirchlichen Gesang an der Orgel. Die drei Sängerinnen und umrahmten auch die Ernennungsfeier musikalisch mit sehr persönlichen Liedern.

Die Laudatoren Pfarrer Norbert Götz, Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher und der Präsident der Franz-Xaver-von-Schönwerth-Gesellschaft, Johann Walbrunn (Pleystein), rückten die unglaublich umfangreichen Verdienste Schmidbauers für die Markt- sowie Kirchengemeinde und die gesamte Region um den Fahrenberg in den Fokus. „Nun sind wir ein Triumvirat“, sprach der frühere Pfarrer von Waldthurn, Geistlicher Rat Andreas Renner, in seiner launigen Rede. Neben ihm und Josef Müllner sei nun Georg Schmidbauer der Dritte im Ehrenbürger-Bunde. Laut Renner sei Schmidbauer ein Segen für diese Gemeinde und dieser habe sich als Heimatkundler fest in diese Region verwurzelt. Auch Müllner erinnerte an die musikalischen Gemeinsamkeiten mit Schmidbauer.

Nach dem Eintrag ins goldene Buch der Marktgemeinde blickte Schmidbauer abschließend selbst bis auf das Jahr 1966, als er als Junglehrer nach Oberbernrieth gekommen war zurück und dankte seiner Frau Margaretha und der Familie für die Unterstützung. „Ich bin stolz, ein Waldhurner Bürger zu sein und sehe diese Auszeichnung als Ansporn und Verpflichtung“, schloss der neue Ehrenbürger seine Ausführungen.

 
 

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