Keine Rettung für Lukas Anlagenbau. Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien bestätigt Insolvenzverwalter Florian Schott die schlechte Nachricht: „Bedauerlicherweise ist es so, dass wir in der uns zur Verfügung stehenden sehr kurzen Zeit bis zum Eröffnungstermin keine Übernahmelösung finden konnten.“ Für den Insolvenzverwalter gab es deshalb keine andere Möglichkeit: „In der Konsequenz muss der Betrieb abgewickelt werden.“
Zuletzt waren an den beiden Firmenstandorten in Waldthurn und Vohenstrauß 80 Mitarbeiter beschäftigt. Das Insolvenzverfahren der operativen GmbH wurde bereits wegen Masseunzulänglichkeit eingestellt. Das bedeutet: Es gibt keine Werte im Unternehmen, die zu Geld gemacht werden könnten.
Neue Insolvenz
Dagegen wurde am 1. Oktober das Insolvenzverfahren der Johann Lukas GmbH & Co. KG eröffnet, bei der das Eigentum an den Immobilien des Unternehmens liegt. Im Verfahren geht es nun darum, diese Werte so zu verwerten, dass die Gläubiger einen möglichst großen Teil ihrer ausstehenden Forderungen zurückerhalten.
In diesem Zusammenhang wird es bei der Gläubigerversammlung im Dezember um die künftige Nutzung der Grundstücke und Immobilien gehen. Das Insolvenzgericht listet konkret drei Werte auf: die Produktionsstandorte in Albersrieth bei Waldthurn und in Vohenstrauß sowie eine weitere Fläche in Vohenstrauß. Die Gläubiger sollen dem Insolvenzverwalter in der Versammlung die Zustimmung zum Verkauf der Flächen geben.
Die Geschichte des Unternehmens im Altlandkreis Vohenstrauß reicht bis ins Jahr 1959 zurück. In den vergangenen Jahren war der Spezialist für Maschinen- und Anlagenbau vor allem in den Bereichen Wasserkraftanlagen und Maschinen für die Drahtherstellung aktiv. Als drittes Standbein setzte das Unternehmen auf die Lohnfertigung in der Blechverarbeitung, heißt es auf der Internetseite des Unternehmens. Die letzte veröffentlichte Bilanz zeigt die Geschäftszahlen für das Jahr 2022.
Neue Gesellschaft gegründet
In diesem Jahr verzeichnete die GmbH einen kleinen Verlust von 12.000 Euro bei einer Bilanzsumme von gut 8 Millionen Euro. Die Nachfrage der Kunden nach den eigenen Produkten sei nach wie vor gut. Probleme bereiteten jedoch die Corona-Beschränkungen und Lieferengpässe, die das Unternehmen zwangen, auf teurere Produkte auszuweichen. In der Bilanz wird ausdrücklich auf die deutlich gestiegenen Verbindlichkeiten hingewiesen, die den Eigenkapitalanteil erheblich verringerten. Ob dies auch der Grund für den nun nötigen Gang zum Insolvenzgericht ist, bleibt derzeit offen.
Offen bleibt, ob die Geschichte des Familienbetriebs Lukas tatsächlich damit endet. Seit Juli ist bereits eine neue GmbH unter dem Namen Lukas Maschinenbau an der Adresse angemeldet. Das Handelsregister nennt den bisherigen Juniorchef Philipp Lukas als Geschäftsführer und Gesellschafter.
























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