Traumatische oder schmerzhafte Erlebnisse können Heilungsprozesse im Körper behindern. Das weiß Sebastian Müller aus seiner Praxis nur zu gut und berichtet von eindrucksvollen Beispielen. So unter anderem von einem Unfallopfer, dessen Arm stark verletzt war und die Heilung auch nach zwei Jahren nicht voranschritt. "Der Schock war noch im Körpergewebe gespeichert", erklärte Müller. Der Patient habe den Unfall erst nochmal geistig durchleben müssen, um die verletzte Stelle endgültig vom Körperbewusstsein zu befreien.
Die Zuhörer staunten. Mit Müller hatte Koordinatorin Doris Völkl für die "NEUN2727"-Reihe einen Spezialisten für „Ganzheitliche Körperarbeit nach craniosacralen Prinzipien“ eingeladen. Müller führt eine Praxis in Lennesrieth. „Der Körper hat Gefühle gespeichert, man muss oft das Grundgefühl, Schock, Sturz oder Unfall nochmal durchleben, erst dann kann der Heilungsprozess in Gang kommen", weiß der Körpertherapeut. Auch ungelöste Konflikte beispielsweise in der Familie, Angst, aber auch Liebe könnten einen entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit haben. „Der Geist beherrscht die Materie – die Psyche steht über Körper", so Müller.
Cranum ist der Schädel und Sakrum das Kreuzbein, dazwischen pulsiert eine klare Flüssigkeit, der Liquor, das auch als Hirnwasser oder Nervenwasser bezeichnet wird und das Gehirn und Rückenmark "pulsierend" umgibt. Dieser Rhythmus übertrage sich auch auf das Skelett und könne von einem erfahrenen Therapeut erspürt werden. Deshalb arbeite er nur mit seinen Händen, fühle sich hinein und gebe ganz leichte craniosacrale Impulse mit den Fingern. Viele Verklebungen im Gewebe könnten so gelöst werden.
Sebastian Müller stellte schließlich die verschiedenen Menschenbilder in drei Ebenen dar: An unterster Stelle sei der Körper, darüber stehe die Energie und ganz oben die Psyche. Die Körperebene könne wie ein mechanisches Ersatzteillager betrachtet werden, bei dem Teile auch ausgetauscht werden können. 90 Prozent sei in der Schulmedizin auf der Ebene Körper angesiedelt, auch die biochemischen Elemente (z. B. Medikamente) gehörten dazu.
Die nächsthöhere Stufe sei die Energie-Ebene. Hierzu gehörten zum Beispiel die traditionelle chinesische Medizin, Yoga, Akkupunktur - bei diesen Methoden ist das zentrale Element die Energie. Ganz oben steht laut Müller die Psyche. Auf dieser Mental / Geistebene stehe die Emotion im Fokus. Hier seien beispielsweise der sogenannte Placebo-Effekt (eingesetztes Medikament enthält keinen Wirkstoff) oder Spontanheilungen angesiedelt.
Was ist "Neun2727"?
- "Neun2727 - gut leben im Waldthurner Land" startete 2018
- Ziel: Das Wohlbefinden der Bürger-Zielgruppe 60+ zu stärken.
- Angebote: Vorträge, Gymnastik, Konzentrationstraining, Kochkurse und mehr
- Gefördert u.a. durch die AOK im Rahmen kommunaler Präventionsprojekte















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