Das Gesicht wird durch zahlreiche Muskeln bewegt und geformt. Mit zunehmenden Alter oder in belastenden Lebenssituationen stellt sich leicht ein Ungleichgewicht ein. Durch Übungen und Haltungsverbesserungen wird versucht, die muskuläre Balance wiederherzustellen und damit Falten, Tränensäcken und dem ungeliebten Doppelkinn entgegenzuwirken. Entscheidend sei die Aufrichtung der Wirbelsäule, erklärte Körpertherapeutin Andrea C. Blank aus Regensburg den Kursteilnehmern der Neun2727-Reihe in Waldthurn. Denn durch den ständigen Zug des Kinns nach vorne verkürzen sich die Muskeln und geben ihre Arbeit auf – was sich dann im Gesicht widerspiegelt. Der Ansatz der Halswirbelsäule wird steif und die Ausrichtung des Kopfes übernehmen andere Teile der Wirbelsäule, was oft zu Fehlbelastungen führt.
Deshalb der erste Tipp von der Körpertherapeutin: „Richten Sie ihre Wirbelsäule auf und halten Sie den Kopf so, als hätten Sie eine Krone auf!“ Eine gut ausgerichtete Halswirbelsäule gebe dem Kopf die Freiheit, seine Sinnesorgane optimal auszurichten und zu benutzen. Der Zug soll nach hinten oben gehen, als hätte man einen hohen Pferdeschwanz. Nur eine aufgerichtete Halswirbelsäule ermöglicht laut Blank der filigranen Muskulatur zwischen Atlas (erster Halswirbel) und Axis (zweiter Halswirbel) und dem Schädel, zu arbeiten.
Mit den Ohren wackeln
Eine aufgerichtete Haltung ist demnach das beste Fitnesstraining für das Gesicht: Die Augenlider öffnen sich fast automatisch, wie bei einer Puppe, der Kiefer ist entspannt und die Gesichtsmuskulatur ist optimal „aufgespannt“ – keine Chance also für selbstgemachte Falten. Auch ein Versuch, mit den Ohren zu wackeln, sei gut fürs Gesicht, sagte die Körpertherapeutin. Und noch ein Ratschlag: „Bügeln Sie regelmäßig den Mund mit der Zunge von innen, die Zahnreihen sollten dabei übereinander schweben.“
Auch beim Eincremen, Massieren oder Klopfen sollte man laut Blank immer entgegen der Schwerkraft arbeiten, also von unten nach oben – der ideale Gesichtsstraffer. „Lassen Sie Ihr Dekolleté lächeln“, lautete die Aufmunterung der Sozialpädagogin. Auch wer die Kopfhaut massiert, sollte immer mit den Fingern gut von unten nach oben gehen. Ein besonderer Ratschlag ist es, auch ruhig mal im Sitzen den Kopf samt Oberkörper hängen zu lassen. Dies sei die ideale Stellung, um einmal den gesamten Kopf zu durchbluten, und auch der Lymphfluss wird dadurch angeregt, sagt Blank.
Pflaster gegen Zornesfalten
Noch ein Tipp gegen Falten, den die Körpertherapeutin parat hatte: „Schauen Sie einmal richtig fies! Das ist ein ideales Mittel gegen Augenfalten, denn hier wird das Unterlid gestrafft.“ Und wer auf der Stirn eine Zornesfalte hat, sollte öfter ein Pflaster draufkleben, damit nehme man das unbewusste „Faltenziehen“ bewusst wahr und könne dagegen arbeiten.
Die zahlreichen Teilnehmer der Neun2727-Reihe waren von den außergewöhnlichen Tipps der Expertin beeindruckt und hatten großen Spaß beim Ausprobieren der einzelnen Übungen. Das war ganz im Sinne der Kursleiterin: "Lachen ist sowieso die beste Medizin und entspannt das Gesicht."













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