22.01.2019 - 08:39 Uhr
WaldthurnOberpfalz

Musikalische Vielfalt das Erfolgsrezept

Trotz einiger Veränderungen gehen die Neuwahlen beim Gesang- und Orchesterverein in Waldthurn problemlos über die Bühne. Bernhard Unger macht als Chef der Truppe weiter.

Ton-Art-Chorleiter Christoph Pausch, Monika Stahl (Chorleitung amicanti), Kassier Stephan Reger, Hannah Reil (Jugendvertreterin), Anja Riedl (Beisitzerin), Annika Pankotsch (Jugendvertreterin), Veronika Jander (Beisitzerin), Chorleiterin Manuela Grünauer (amicanti und Cantikids), stellvertretender Vorsitzender Max Müllner, Vorsitzender Bernhard Unger und Schriftführer Georg Kleber (von links).
von Franz VölklProfil

„Bis zum 125-jährigen Jubiläum im Jahr 2024 will ich, vorausgesetzt der Zustimmung der Mitglieder, weitermachen“, meinte der Vorsitzende Bernhard Unger bei der Jahreshauptversammlung des Gesang- und Orchesterverein 1899 Waldthurn. Vorerst wurde der Waldthurner in der Lottner-Stubn für die nächsten zwei Jahre wieder an die Spitze des 160 Mitglieder zählenden Traditionsvereins gewählt. Sein Stellvertreter bleibt Max Müllner.

Nach sechs Jahren gab Silvia Stahl aus Albersrieth ihr Amt als „Finanzchefin“ an den Waldthurner Stephan Reger, der auch im Chor Ton-Art seine Stimme aktiv einbringt, ab. Stahl meinte, dass viele Menschen in den „Gesangverein“ ihre Talente einbringen. „Wir haben in Sachen Singen aber auch hinsichtlich der Finanzen vieles vermehrt“. Stahl berichtete von einem sehr guten Kassenstand, wobei der Kinderchor Cantikids und der gemischte Chor amicanti mehr als 3200 Euro „Singeinnahmen“ hatten. „Wir haben auch dieses Jahr wieder einen Gewinn eingefahren und ich möchte mein Amt, das ich gerne ausgefüllt habe, nach drei Wahlperioden zurückgeben“. Vorsitzender Unger dankte Stahl mit einem Blumengeschenk. Die schriftlichen Arbeiten werden auch in den nächsten zwei Jahren in den Händen von Georg Kleber liegen.

Als Beisitzer wählte das Gremium wieder Christina Kellner und neu werden Veronika Jander aus Frankenrieth und Anja Riedl aus Albersrieth die Geschicke des 120 Jahre alten Vereins mitlenken. Bei den Kassenrevisoren verlassen sich die Mitglieder auf die prüfenden Augen von Andrea Götz und Max Kick. Als Jugendvertreter fungieren in Zukunft neu die beiden Waldthurner Jungsängerinnen Hannah Reil und Annika Pankotsch. Der alte und neue Vorsitzende Unger blickte auf das abgelaufene Vereinsjahr 2018 zurück.

Zweiter Bürgermeister Roman Bauer erklärte, dass der Gesangverein ein fester Bestandteil der Vereinsgemeinschaft in der gesanglichen Hochburg Waldthurn sei. „Viele beneiden uns um die musikalische Vielfalt und auch nach den Neuwahlen ist der Verein bestens aufgestellt.

Laut Unger sind von den 160 Mitgliedern 99 aktive Sänger, die sich auf die drei Chöre Ton-Art, amicanti und den Kinderchor Cantikids aufteilen. 65 Aktive sind dabei unter 27 Jahre und 34 über 27 Jahre. 61 passive Mitglieder unterstützen den Verein durch Ihre Mitgliedschaft.

Bereits kurze Zeit nach der letztjährigen Jahreshauptversammlung teilten die Chorleiter von Ton-Art, Stephan Striegl sowie Sarah und Marietta Kellner mit, dass Sie die Chorleitung niederlegen werden. „Ich bedanke mich noch einmal ausdrücklich für die hervorragende Arbeit, die sie die letzten Jahre geleistet haben. Ohne das Trio würde es nicht nur den Chor nicht geben, sondern wahrscheinlich wäre auch der gesamte Verein untergegangen.

Mit Christoph Pausch habe man einen hervorragenden Nachfolger für die Leitung des Chors tonArt gefunden.

Seit Oktober konnte der gemischte Chor dann auch mit den regelmäßigen Proben (Donnerstag, 19.45 Uhr) beginnen. Pausch meinte, dass man sich erst aneinander gewöhnen musste. Am 2. Weihnachtsfeiertag war der erste Auftritt beim Gottesdienst in Lennesrieth. „Es macht richtig Spaß.“

Für den Chor amicanti und den Kinderchor Cantikids berichteten Monika Stahl und Manuela Grünauer über die sehr umfangreichen gesanglichen Events wie Trauungen, Taufen, Kommunionen, dem Erntedank der Landjugend und verschiedenen musikalischen Gestaltungen von Gottesdiensten. Der gemischte Chor amicanti war aber auch in den Projektchor Ostern und Weihnachten integriert. Er gestaltete einen Musicalnachmittag mit dem TV Vohenstrauß in der Turnhalle Waldthurn. Zwei Höhepunkte gab es im Dezember: amicanti und der Kinderchor begleiteten am Heiligen Abend in der Kinderchristmette das Krippenspiel.

Zuvor präsentierten an zwei aufeinanderfolgenden Tagen amicanti und Cantikids unter der Gesamtleitung von Manuela Grünauer das grandiose und überaus erfolgreiche Weihnachtskonzert. Grünauer erklärte weiter, dass der Kinderchor auch viele Taufen und eine Maiandacht gesanglich begleitet hat. Laut Unger werde nach deren Wegzug Marietta Kellner als musikalische Begleitung am E-Piano oder der Orgel schmerzlich vermisst. Der Oberbernriether Hans Feiler hilft derzeit aus.

Unger blickte kurz auf eine wechselvollen 120-jährige Geschichte zurück. Als sich im Jahr 2014 der langjährige Chorleiter Josef Müllner verabschiedet hatte, war dies leider das Ende des Männerchors, jedoch nicht das Ende des Gesang- und Orchestervereins 1899 Waldthurn. Mit Gründung des gemischten Chors Ton-Art und dem Beitritt des Kinderchors und Jugendchors im Jahr 2015 ist die Zukunft des Gesangs in Waldthurn gesichert.

Der neue Vorsitzende der Sängergruppe Floß, Karl Herrmann vom Männergesangverein Pleystein, war ebenfalls nach Waldthurn gekommen. Dieser bewunderte den Verein für die vielen jungen Sängerinnen und Sänger. Ausführlich erläuterte er die kritische Beziehung des Fränkischen Sängerbundes zum Deutschen Chorverband. Für den 21. Juli 2019 lud er unter dem Motto: „Singen für die ganze Familie“ nach Weiden ein. Derzeit werde ein Basistagesseminar „Geprüfter Chorleiter“ in Himmelkron bei Bayreuth angeboten.

Der Ehrenvorsitzende des Sängerkreises Nordoberpfalz Herbert Kick gratulierte dem Verein zum 120-jährigen Jubiläum. Er forderte die alte historische Gesang- und Orchesterverein Fahne aus dem Jahr 1924, die in einem doch schlechten Zustand ist, zu restaurieren. Vorsitzender Unger wies auf die erheblichen Kosten in Höhe von mindestens 7000 Euro hin. Eine endgültige Entscheidung wolle man im neuen Vorstandsgremium treffen.

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