12.01.2020 - 09:57 Uhr
WaldthurnOberpfalz

Der Name ist Programm

Beim Wahlkampfauftakt der Waldthurner CSU war nicht dem politischen Gegner der Kampf angesagt, sondern der unendlich vorherrschenden Bürokratie. Dabei war der Name Bürgermeister Josef Beimler das „CSU-Programm für die nächsten sechs Jahre“.

Bürgermeister Josef Beimler erläutert die Politik der Marktgemeinde Waldthurn
von Franz VölklProfil

Die Kommunalwahl am 15. März rückt immer näher. Mitte November wurden die Kandidaten der CSU für die Wahl des neuen Marktrates mit Beimler an der Spitze nominiert. Gemäß dem Hausnamen (Gurs) des Woppenriether Landwirts scheint die Marktgemeinde weiterhin mit ihm auf „Erfolgsk(g)urs“ zu sein.

CSU-Vorsitzender Georg Stahl begrüßte am Freitagabend im Malerstüberl den „bisherigen und zukünftigen“ Bürgermeister, die CSU-Markt- und Kreistagskandidaten, Bundestagsagbeordneten Albert Rupprecht und die Fraktionssprecher Martin Troidl vom SPD-Ortsverein und Michael Steiner von der Freien Wählergemeinschaft. „Parteipolitik spielt bei uns in der Marktgemeinde eine untergeordnete Rolle“, meinte Stahl. CSU Marktrats- Fraktionssprecher Georg Bocka stellte die einzelnen Kandidaten, multimedial begleitet von Toni Scheidler vor. „Hier sind alle Altersklassen, ob Jung oder Alt, Frau oder Mann vertreten“. Der CSU-Ortsvorsitzende ergänzte, dass man einen Altersschnitt von 41,7 Jahren aufweisen könne.

Schließlich übernahm mit Beimler der bisherige und vermutlich zukünftige Rathauschef in freier Rede ohne Skript das Wort und erläuterte sehr emotional die bisherige und zukünftige Gemeindepolitik. „Politik macht nur Spaß, wenn auch wirklich was passiert“, war seine einfache aber überzeugende Aussage. „Waldthurn erfolgreich auf Kurs halten“, sei das CSU - Konzept, das er auch weiterhin in konstruktiver Zusammenarbeit mit den anderen Waldthurner Parteien erreichen wolle. Seine politische Heimat sei ausschließlich in der CSU. Er zeigte das bisher Erreichte in den vergangenen Jahren auf, angefangen von den Gemeindeverbindungsstraßen, Partnerschaft mit Hostau, Gesundheitszentrum, Gewerbegebiet Maienfeld, Neubau der Kita, berichtete über das Nahwärmenetz Schule-Bauhof-Kita-Feuerwehrhaus-Schützenhaus bis hin zum problematischen Abbruch des alten Rathauses und Errichtung des dortigen Hostauplatzes sowie Sanierung des Bergmannhauses.

Durch geschickte Taktierung des Marktgremiums konnten viele Förderungen greifen und abgerufen werden.

Die überaus erfolgreichen Einzelprojekte Landkultur, EFRE, Heimatdorf, lebendige Bäche und das Seniorenprojekt NEUN2727 rückte Beimler in den Fokus.Besonders dankte er Alex Riedl für die Überlassung seiner Halle beim grandiosen Heimatfest, der 800-Jahr-Feier des Marktes Waldthurn im Jahr 2017. Auch das Haus der Bäuerin, die „Heimat des Doktors“ habe man saniert und auch den Breitbandausbau in der Marktgemeinde vorangetrieben. „Wir haben mit unseren Neubaugebieten ob Badeweiher 3 oder Hirmesbühl in die Zukunft investiert, so liegt derzeit die pro Kopf-Verschuldung bei 1500 Euro“. Beim Neubaugebiet Hirmesbühl mit der Plannummer 304 dürfte es sich deutschlandweit um das bestuntersuchteste Neubaugebiet handeln, weshalb man hinsichtlich einer eventuellen PFC-Verunreinigung Zehntausende von Euro an Ausgaben für die Untersuchung aufwenden musste. Der Grenzwert liege dabei bei 10 nG/pro kg – man habe hier einen Wert von 0,041 nG/kg festgestellt - Bürokratie lasse grüßen. Kurz erläutert Beimler auch das Großprojekt „Innen statt Außen“, bei dem verschiedene Häuser im Markt saniert werden.

„Wenn ich an die Beschaffung eines Feuerwehranhängers für die Feuerwehr Spielberg denke, treibt es mir die Zornesröte ins Gesicht“, schimpfte Beimler auf des bayerische Innenministerium. Man werde auf jeden Fall den angestrebten Feuerwehranhänger den sogenannten „Nichtnormanhänger“ für die Spielberger beschaffen. Beimler habe an den zuständigen Innenminister einen Brief mit den Argumenten, dass diese schlagkräftige Dorffeuerwehr seit 60 Jahren ihren bisherigen Anhänger einsetzt, davor bei den Einsätzen einen privaten Traktor spannt und so der optimale Einsatz vor Ort gewährt sei. Da in der heutigen Zeit die technischen Hilfeleistungen zunehmen, wolle man einen moderneren Anhänger, was das Ministerium ablehnt. „Der Minister hat garantiert meinen Brief nicht gelesen, das Ministerium hat vorgeschlagen, ein neue Feuerwehrgerätehaus zu bauen und ein Feuerwehrauto zu kaufen, was dann mit 30 Prozent gefördert würde“, kritisierte Beimler. „Das wäre völlig überzogen und zu teuer. Wir kaufen uns unseren Anhänger ohne Zuschüsse selbst“, schimpfte der Rathauschef mit einer gehörigen Portion Unverständnis. Überhaupt meinte er, dass die Bürokratie im Staat vereinfacht werden müsse, denn derzeit sei alles kompliziert, schwierig und keiner traue sich Entscheidungen zu treffen.

Abschließend sagte der Redner, dass seine Markträte und die CSU wolle, dass die Marktgemeinde zukunftsfähig bleibt. Er dankte allen, die Verantwortung tragen und dazu beitragen, dass diese Kommune so wie sie ist erhalten bleibt.

Bürgermeister Josef Beimler erläutert die Politik der Marktgemeinde Waldthurn

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