08.11.2019 - 18:06 Uhr
WaldthurnOberpfalz

Die Paten danken ab

Zehn Jahre lang lief das Patenprojekt des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft und der Initiative Pro Ausbildung. Jetzt ist Schluss.

Letztmalig treffen sich die Ausbildungspaten zur Besprechung: Mit dabei auch Projektorganisator Engelbert Vollath (Vierter von links), Jürgen Spickenreuther für den Arbeitskreis Schule-Wirtschaft und für die Initiative Pro Ausbildung (links) und Schulamtsdirektorin Elisabeth Junkawitsch (Sechste von rechts).
von Siegfried BühnerProfil

„Wir haben unsere Arbeit getan und können uns zufrieden zurücklehnen. Jetzt übernehmen andere diese Aufgabe“, sagte der Organisator und Sprecher des Patenprojekts für ausbildungsplatzsuche Jugendliche Engelbert Vollath. Letztmals trafen sich die ehrenamtlichen Ausbildungspaten des gemeinsamen Projekts von Arbeitskreis Schule-Wirtschaft und der Initiative Pro Ausbildung. Tagungsort war diesmal Waldthurn.

Vor zehn Jahren war diese Aktion ins Leben gerufen worden. Vorrangiges Ziel war es, weniger leistungsstarken Jugendlichen zu einem Ausbildungsplatz zu verhelfen. In den damaligen Zeiten des großen Ausbildungsplatzmangels hatten Schüler mit schlechteren Noten oder Verhaltensauffälligkeiten nur wenige Chancen, einen Ausbildungsplatz zu erhalten. Sie brauchten Unterstützung und fanden diese bei den Ausbildungspaten. Diese arbeiteten sowohl als persönlicher Coach als auch als Ausbildungsplatzakquisiteur. Bei Bewerbungen wurde geholfen, Praktika vermittelt und mit der Berufsberatung kooperiert.

Regional verteilt betreuten die Ehrenamtlichen jedes Jahr mehrere Jugendliche im Jahr vor ihrer Schulentlassung. Dabei wurde auch eng mit den jeweiligen Schulen und den Eltern zusammengearbeitet. „Rechnet man zusammen, so dürften doch ein paar Hundert Jugendliche zusammenkommen, denen wir zu einer Ausbildung verholfen haben“, sagte Vollath in seinem Rückblick. Aber es hätte auch Fälle gegeben, „da sind wir auf Granit gestoßen“. Enttäuschungen blieben somit nicht aus. Als Paten arbeiteten Frauen und Männer, die überwiegend ihre aktive Berufstätigkeit beendet hatten. Dabei waren Lehrer, Unternehmer, Behördenmitarbeiter und Sozialpädagogen. Einsatzorte waren meist Schulen, Förderzentren und manchmal auch das Elternhaus.

„Man musste einfach flexibel sein und nach den aktuellen Bedürfnissen vorgehen“ sagte, Vollath. Im Namen des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft und der Initiative Pro Ausbildung bedankte sich Jürgen Spickenreuther bei den Ausbildungspaten. „Sie haben in einer Zeit des großen Ausbildungsplatzmangels dafür gesorgt, dass auch die Schwächeren unter den Jugendlichen eine Chance bekommen“, sagte Spickenreuther. Auch Schulamtsdirektorin Elisabeth Junkawitsch lobte die Arbeit der Paten und bedankte sich für die enge Zusammenarbeit mit den Schulen.

Zwischenzeitlich kommen neue Betreuungsformen für nach wie vor vorhandene leistungsschwächere Jugendliche zum Einsatz. Sie übernehmen auch Aufgaben, die früher von den ehrenamtlichen Paten erledigt wurden. So gibt es zwischenzeitlich unter anderem fest angestellte Berufseinstiegsberater. „Genau diese Entwicklung zeigt, dass wir viele Jahre mit unserem Projekt auf dem richtigen Weg waren“, stellt Spickenreuther fest. Mit einer Führung durch die Wallfahrtskirche Fahrenberg durch Heimatforscher Georg Schmidbauer endete die Tagung. Marienlieder von Hans-Peter Reil sorgten für eine stimmungsvolle Abschiedsfeier.

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