04.04.2019 - 10:32 Uhr
WaldthurnOberpfalz

Perspektiven für junge Leute schaffen

El Salvador ist ein kleines Land in Zentralamerika in einer Erdbebenregion, gekennzeichnet von hoher Arbeitslosigkeit und Gewaltbereitschaft. Es steht im Mittelpunkt der Misereor-Fastenaktion „Mach was draus: Sei Zukunft!“.

Carmen Rivera (Mitte) berichtet über Lebensperspekvtiven für Jugendliche in El Salvador, Dr. Gerd Herschung-Iglesias (rechts) übersetzt die Schilderungen.
von Walter BeyerleinProfil

Carmen Rivera, Architektin in diesem Land, hat sich zur Aufgabe gemacht, vor allem junge Menschen an einer Projektarbeit zu beteiligen, damit diese ihr Wissen wieder weitergeben. Auf Einladung der Fachstelle Weltkirche, Mission-Entwicklung-Frieden im Dekanat, Misereor und der Katholischen Erwachsenenbildung stellte Rivera im Pfarrheim ihr Projekt für die Fastenaktion 2019 vor. Dolmetscher war Gerd Herschung-Iglesias.

Anton Dobmayer, stellvertretender Kreisvorsitzender der Katholischen Erwachsenenbildung Neustadt/Weiden, und Ruth Aigner, Leiterin der Fachstelle Weltkirche im Bistum Regensburg, hoben die Notwendigkeit hervor, jungen Menschen in dem mittelamerikanischen Land eine Perspektive für die Zukunft zu geben. Aigner stellte auch das „Hungertuch 2019“ vor, das Uwe Appold aus Flensburg, geschaffen hat, der sich für die Gestaltung echte Erde aus dem Garten Gethsemane in Jerusalem hat schicken lassen.

Rivera, arbeitet seit 2017 für die Organisation Fundasal, die sich in El Salvador um die Jugendlichen bemüht. In ihrem Bildervortrag zeigte sie die Tätigkeit von Fundasal auf. Dafür stellte die Referentin zunächst die statistischen Zahlen über El Salvador vor und hob hervor, dass Misereor in ihrem Heimatland weit über 20 Projekte unterstützt. Im Wesentlichen ging es im Vortrag um ein Vorhaben im ländlichen Raum, in dem ohnehin 70 Prozent der dortigen Bevölkerung leben. Rivera nannte den ländlichen Bereich, in dem es an „würdigem Wohnraum“ mangele, das Hauptgebiet ihrer Arbeit. Die Architektin zeigte Bilder von Schäden nach Erdbeben, die durch Neubaumaßnahmen zu beseitigen sind. Die Tätigkeit Riveras beschränkt sich in der Örtlichkeit auf das Gebiet um die Stadt Tacachio.

Um die jungen Menschen in das Projekt einzubinden, bedarf es vieler Überredungskunst. Die Architektin baut mit den Menschen kleine Wohnhäuser. Dafür müssen die Menschen aber mitarbeiten und pro Haus zunächst rund 3000 Ziegel aus Lehm anfertigen. Zuvor aber muss noch der Wohnbedarf ermittelt werden und im Einklang mit den finanziellen Mitteln stehen. Der wichtigste Teil aber sei die Schulung der Menschen. Doch allein beim Bau von Häusern belässt es Rivera nicht: die jungen Leute werden erfolgreich ausgebildet, ein 22-Jähriger wurde in seinem Heimatort sogar zum Ortsvorsteher gewählt.

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