Der 20-jährige Sascha Dewald aus Wampenhof (Markt Waldthurn) ist Land- und Baumaschinenmechatroniker. Das ist für ihn mehr als ein Beruf. Es sei Leidenschaft, Freizeitbeschäftigung und Faszination zugleich, wie er sagt. Ob in seiner dreieinhalbjährigen Ausbildung bei IGL Landtechnik in Pfreimd oder beim Mithelfen auf dem Bauernhof im integrierten Lohnunternehmen Leipold in Wampenhof – der 20-Jährige zeigte in allem, was er tat, wie aus Begeisterung Können entsteht. Jetzt wurde Sascha Dewald bei der Freisprechungsfeier der Innung für Land- und Baumaschinentechnik Oberpfalz und Kreis Kelheim in Klardorf/Schwandorf als bester Geselle der Oberpfalz ausgezeichnet. Unter 50 Auszubildenden erzielte er die Gesamtnote 1,7.
„Man kann hier genau sehen, dass jemand, der richtig interessiert ist, auch richtig gut wird“, sagt seine Mutter Sabine Dewald im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Seit 13 Jahren leben sie, Sascha und sein älterer Bruder auf dem Hof von Hans Leipold, ihrem Lebensgefährten, in Wampenhof bei Spielberg. Hier hat der 20-Jährige, wie er erzählt, früh die Technik der Landmaschinen kennengelernt, die ihn bis heute begeistert.
Sascha wurde in Nürnberg geboren und verbrachte sein erstes Schuljahr in Rückersdorf bei Lauf an der Pegnitz. Danach zog die Familie nach Wampenhof. Ab der 2. Klasse besuchte er die Grundschule in Waldthurn, anschließend die Realschule in Vohenstrauß. Schon als Kind faszinierte ihn Technik. „Als wir nach Wampenhof kamen, habe ich Hans gerne über die Schulter geschaut. Im Sommer bin ich oft auf dem Drescher oder Häcksler mitgefahren. Nach den Hausaufgaben ging es aufs Feld“, erinnert sich Sascha.
Sein Bruder sei im Familienbetrieb angestellt und Sascha hilft nach wie vor gerne nach Feierabend und auch am Wochenende mit – aus Leidenschaft, nicht aus Pflicht. „Für mich ist das Schrauben Beruf und Hobby zugleich“, sagt er.
Im Betrieb von Hans Leipold habe er schon als junger Bursche genau hingesehen, viel gelernt und auch die Freude an den Maschinen entdeckt.
Maschinen begeistern ihn
Seine Ausbildungsfirma IGL Landtechnik in Pfreimd kannte er schon als junger Bursche. Er war bei der Ersatzteilbeschaffung oder dem Kauf von Maschinen mit dabei. Während der Corona-Pandemie absolvierte er ein Praktikum, und danach sei ihm dort ein Ausbildungsplatz angeboten worden. Sascha Dewald schätzt vor allem die Vielfalt: „Man kommt viel herum, lernt unterschiedliche Maschinen kennen – Traktoren, Mähdrescher, Häcksler, Sämaschinen. Wir fahren auch zu Kunden bis nach Sachsen oder Thüringen, reparieren vor Ort, und das markenübergreifend", sagt der 20-Jährige.
Bei der Freisprechungsfeier lobte Innungsobermeister Josef Lindner aus Remmelberg den Fleiß und die Ausdauer der frisch gebackenen Gesellen. Durch die Ausbildung hätten alle Prüfungsteilnehmer eine ausgezeichnete Qualifikation erworben und damit ein besonderes Fundament für ihre weitere Arbeit geschaffen.
Mit dem Moped nach Pfreimd
Sascha Dewald erinnert sich auch an manche Herausforderung während der Ausbildung. So zum Beispiel an die 40 Kilometer Fahrt von Wampenhof nach Pfreimd hin und zurück. „Ich war ja noch nicht volljährig. Im Sommer fuhr ich mit dem Moped, im Winter übernahm teilweise meine Mutter das Fahren“, berichtet er. Manchmal fuhr er bei einem Freund aus Miesbrunn, der in einem Pfreimder Nachbarbetrieb arbeitete, mit. „Eine Ausnahmegenehmigung vom Mindestalter 18 Jahre für die Fahrt vom Wohnort zum Ausbildungsbetrieb hätte den Alltag deutlich erleichtert, wurde jedoch leider nicht genehmigt“, sagt Sabine Dewald.
Nach seiner Ausbildung möchte Sascha Dewald bei IGL bleiben. Der „hochkarätige Absolvent aus Wampenhof“, wie es bei der Feier hieß, wurde zudem ermuntert, sich fortzubilden und die Chance zur Meisterprüfung zu nutzen. „Mit dem Prüfungsergebnis als Oberpfalzbester könnte ich mich sogar für ein Meister-Stipendium in Landshut oder Bayreuth bewerben.“ Seine Begeisterung für moderne Technik und die Vielfalt der Maschinen motiviere ihn weiterhin, jeden Tag sein Bestes zu geben. Die Auszeichnung sei für ihn mehr als nur ein persönlicher Erfolg – sie unterstreiche zugleich die Bedeutung des Handwerks.
50 Jugendliche, darunter vier Frauen, wurden von Kreishandwerksmeister Andreas Träg von ihrer Lehrzeit freigesprochen. Die Ausbildung zum Land- und Baumaschinenmechatroniker sei mittlerweile den modernen Steuerungssystemen der Maschinen angepasst worden. Durch die Komplexität seien immer mehr Computerkenntnisse für diese Berufe erforderlich.





















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