28.06.2021 - 10:31 Uhr
WaldthurnOberpfalz

Waldthurner feiern Richtfest auf dem Lobkowitzschloss

Die Sanierung des geschichtsträchtigsten Gebäudes in Waldthurn schreitet weiter voran. Darüber freuen sich auch die beiden Bauherren.

Bürgermeister Josef Beimler (Mitte) sowie die Zimmerermeister Christian Kraus junior (links) und Christian Kraus senior (rechts) feiern Richtfest.
von Franz VölklProfil

Für Bürgermeister Josef Beimler war das Richtfest des Lobkowitzschlosses am Freitag im wahrsten Sinne des Wortes eine nasse Angelegenheit. Als Gemeindeoberhaupt ist er neben der Kirche einer der Bauherren bei der Sanierung des alten ehrwürdigen Schlosses, das auch als Pfarrheim bekannt ist. „Die energetische Sanierung und Optimierung mit Türen, Außenputz, Fenster und Isolierung liegt bei der politischen Gemeinde, die sonstige Generalsanierung des Gebäudes bei der kirchlichen“, brachte es der Bürgermeister kurz auf einen Nenner. Die Baukosten für das Schloss sind laut Architekt Rudi Meißner auf rund 3,3 Millionen Euro beziffert, wobei bisher circa 750 000 Euro ausgegeben wurden. Öffentliche Förderungen, weltlich und kirchlich, werden noch einfließen.

Begossener Bürgermeister

Pfarrer Norbert Götz sprach beim Richtfest segnende Worte und sagte an alle Beteiligten ein herzliches Vergelts`s Gott. Zimmerermeister Christian Kraus junior aus Ödmiesbach bei Teunz hielt die Rede für die Zimmererleute. Der junge Handwerker meinte, dass es ein hohes Amt sei, hier am Pfarrheimbau mitzuwirken und warf nach seiner Richtfestrede ein Sektglas vom Dach, was Glück bringen solle. Schließlich kam es, wie es kommen musste, Bürgermeister Beimler war mit seiner Enkeltochter Veronika aufs Gerüst zu den Zimmererleuten gestiegen und wurde dann nach altem Brauch als einer der Bauherren mit Wasser angeschüttet, war nass bis auf die Haut. Pfarrer Götz und Kirchenpfleger Max Kick konterten am Boden souverän den „nassen Anfeindungen“ mit einem Regenschirm.

„Auguste Sophie von Lobkowitz hat vor Hunderten von Jahren mit Sicherheit gewusst, dass es hier schön ist, sonst hätte sie ihre Sommerresidenz nicht nach Waldthurn verlegt“, schwärmte Beimler. „Ich möchte mich bei allen bedanken, dass sie den langen Weg, der nicht einfach war, bis hierher mitgegangen sind.“ Das Lobkowitzschloss müsse man als historisches Gebäude unbedingt erhalten. Der Rathauschef lobte die beteiligten Firmen für die angenehme Zusammenarbeit. Schon vor 17 Jahren hätten die Verantwortlichen die Gesamtsanierung des Gebäudes ins Auge gefasst und seien zur Diözese zur Bauausschusssitzung nach Regensburg gefahren. „Da stand ein großer Mann, der die ganze Tür ausfüllte und auf uns gewartet. Es war der damalige Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller, der das Bauausschussprotokoll gelesen hatte und alle bestärkte: 'Ihr seid auf einem guten Weg.'.“

Komplizierte Vorgeschichte

Architekt Meißner meinte, dass es sich um das geschichtsträchtigste Gebäude in Waldthurn handeln würde. Die Vorgeschichte der Sanierung sei nicht ganz unkompliziert, angefangen von den Planungsleistungen über die Vergabe bis zu den Ausschreibungen gewesen. „Es gibt zwei Bauherren, einmal die kirchliche und einmal die politische Gemeinde“, stellte der Planer klar. Einer der Bauherren, Oberbauleiter Beimler, sei in seinem Bürgermeister-Amtszimmer direkt in Sichtweite und verfolge so aus den Augenwinkel heraus die Baufortschritte. Dies macht es nicht gerade unproblematisch, der Pfarrer als zweiter Bauherr sei rein von der örtlichen Distanz weiter weg, was es einfacher mache, meinte der Architekt schmunzelnd.

„Wir sind froh, dass es trotz Pandemie so gelaufen ist, wir bedanken uns bei den Handwerkern, die perfekt gearbeitet haben.“ Er und seine Bauleiterin Petra Reil hätten keine größeren Probleme gehabt. Der Dank gelte auch der Statikerin Katrin Schmidl, bei der man sich super aufgehoben fühle. Derzeit laufe als nächstes die Schieferdeckung. Die baugeschichtliche, bauforscherische sowie archäologische Betreuung und Begleitung durch das Landesamt für Denkmalspflege sei perfekt gewesen.

Die Schloss-Sanierung war auch Thema in der jüngsten Marktratssitzung

Waldthurn
Richtfest am alten Lobkowitzschloss in Waldthurn
Bürgermeister Josef Beimler (Mitte) mit seiner Enkeltochter Veronika, wird beim Richtfest nass bis auf die Haut. Mit dabei die Zimmerermeister Christian Kraus jun. (links) und Christian Kraus sen. (rechts neben Bürgermeister Beimler).

„Auguste Sophie von Lobkowitz hat vor Hunderten von Jahren mit Sicherheit gewusst, dass es hier schön ist, sonst hätte sie ihre Sommerresidenz nicht nach Waldthurn verlegt.“

Bürgermeister Josef Beimler

 

 

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