03.01.2021 - 12:51 Uhr
WaldthurnOberpfalz

Waldthurns Bürgermeister Josef Beimler hat viel vor

Die Statistik bringt interessante Zahlen an den Tag. Die Einwohnerzahl Waldthurns schrumpft, aber die Kita platzt aus den Nähten. Und auch Baugebiete füllen sich. Das zeigt der Jahresrückblick des Bürgermeisters.

Bürgermeister Josef Beimler blickt in einem langen Bericht zurück auf 2020 und schaut voraus auf 2021.
von Tanja PflaumProfil

Trotz Corona mussten viele wichtige Baumaßnahmen fortgeführt und zahlreiche weitere Aufgaben erfüllt werden. „Vom 1. Januar bis 23. Dezember 2020 stehen 6 Geburten, 31 Sterbefällen und 60 Zuzüge 80 Wegzügen gegenüber“, berichtete Beimler über die dramatische Bevölkerungsentwicklung. Mit 1881 Einwohnern liege man deutlich unter der 2000-er Grenze.

Elf Ehen wurden standesamtlich geschlossen, das Bautenverzeichnis weist 38 Einträge auf – die Neubaugebiete machen sich deutlich bemerkbar. Von den 24 Parzellen am „Hirmersbühl“ sind 16 verkauft und 4 weitere reserviert. Im Baugebiet „Am Badeweiher 3“ wurden drei der sechs Parzellen verkauft, eine weitere ist reserviert. Im Gewerbegebiet Maienfeld läuft derzeit ein Genehmigungsverfahren für einen weiteren Gewerbebetrieb.

Sanierung im Ortskern

Durch die Förderinitiative „Innen vor Außen“ ergab sich die Chance, Liegenschaften im Kernbereich des Hauptortes zu erwerben. Nach und nach können nun Umbau und Sanierung der Gebäude vorgenommen werden. „Wir können die Förderungen im Rahmen der Dorferneuerung in Höhe von 90 Prozent nicht auslassen“, betont Beimler. Es bestehe die Gefahr, dass angesichts der Corona-Krise Zuschüsse enorm zurückgefahren oder neue Projekte nicht mehr aufgenommen werden.

Das Projekt Marktplatz 2 konnte bereits im September eingeweiht werden. Die Endabrechnung ergibt eine Gesamtsumme von 1,56 Millionen Euro. Im Anwesen Marktplatz 13 entstehen sechs Wohnungen sowie öffentliche Parkplätze im Innenhof. Alle Wohnungen sind bereits reserviert. Es wurde für diese Maßnahme eine Aufstockung der Fördermittel beantragt – die Entscheidung des zuständigen Ministeriums steht noch aus.

„Deshalb gibt es momentan eine Pause auf der Baustelle“, fügte Beimler an. Im Anwesen Marktplatz 4 soll das Pilotprojekt „Ambulantes Wohnen für suchtkranke Frauen und Schwangere“ umgesetzt werden. Eine Finanzierung ist leider erst ab dem ersten Quartal 2024 möglich. Der Umbau und die Sanierung des Anwesens Marktplatz 7 erfolgt daher erst nach Fertigstellung von Marktplatz 4.

Förderung für Schloss

Zur gemeinsamen Sanierung des Lobkowitz-Schlosses mit der kirchlichen Gemeinde unter Nutzung des europäischen EFRE-Programms für das Schloss und das Gemeindehaus berichtete der Rathauschef über die lange Wartezeit auf die Freigabe der Diözese. Daher wurden die Maßnahmen im Bereich des Gemeindehauses vorgezogen. Am 23.Dezember traf der Bewilligungsbescheid der Regierung ein. Beimler merkte an, dass die Gesamthöhe der Zuwendungen für das Schloss voraussichtlich bei rund 1,3 Millionen Euro liegt.

Derzeit besuchen über 80 Schüler die Wolfgang-Caspar-Printz-Grundschule. Mit Hilfe staatlicher Mittel wird die Digitalisierung dort weiter vorangetrieben. Das kostet rund 50000 Euro. Die Kindertagesstätte besuchen 75 Mädchen und Buben. Sie platzt daher aus allen Nähten. Übergangsweise wurde vom Landratsamt die Nutzung eines Raums im Bereich der Schulturnhalle sowie des Mehrzweckraums der Kita genehmigt. Der Gemeindeanteil des Betriebskostendefizites liegt für das Jahr 2020 laut Haushaltsplan bei 29335 Euro für den Kindergarten und bei 41878 Euro für die Krippe.

Laut Abschlagszahl der kindbezogenen Förderungen im Bewilligungszeitraum 2020 ist eine Fördersumme von 428666 Euro zu leisten, wovon der Markt 163794 Euro zu übernehmen hat.

„Leider ist durch die Corona-Krise der kulturelle Bereich stark betroffen“, bedauert Beimler. Das Projekt "Landkultur" zog daher die Anschaffung wichtiger Ausrüstungsgegenstände eigenen Veranstaltungen vor. Auch das Projekt „Neun2727“ leidet unter der Krise, da nach gut besuchten Veranstaltungen von weiteren Zusammenkünften abgesehen werden muss. Beimler berichtete zudem über Anschaffungen für die Feuerwehren Bernrieth und Spielberg.

Preise steigen

Der Haushalt schließt mit einer Summe von rund 7,7 Millionen Euro –dies entspricht einer Reduzierung von rund 1,7 Millionen gegenüber dem Vorjahr. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei 1394,09 Euro. Die Preise für die Abwasserversorgung müssen im kommenden Jahr angepasst werden, ebenso der Wasserpreis.

„Zusammen werden wir die wirtschaftlichen und finanziellen Einschränkungen infolge der Pandemie meistern“, ist er sich sicher. Natürlich bedeutet die Vielzahl der Maßnahmen einen Kraftakt für die Gemeinde. Beimler bedankte sich bei allen Organisationen, Verbänden und Vereinen, die das öffentliche Leben in der Gemeinde aufrechterhalten.

Abschließend richtete Roman Bauer das Wort an seinen Chef: „Da die Bürgerversammlung ausfallen musste, liegt es jetzt an mir, dir zu danken!“ Was hilft es, wenn man eine funktionierende Mannschaft habe, aber ihr Kapitän funktioniert nicht? Wir haben Gott sei Dank beides."

Mehr aus dem Marktrat Waldthurn

Waldthurn

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.