25.06.2020 - 14:41 Uhr
Oberpfalz

Weg mit den Müllbergen – Tipps für "zero waste" im Badezimmer

Das Badezimmer – hier entstehen jährlich riesige Mengen an Müll. Im Sinne der Nachhaltigkeit ist es empfehlenswert, Maßnahmen zu treffen, um einen Großteil davon dauerhaft zu reduzieren.

Zahlreiche Hygieneprodukte im Badezimmer können durch "zero waste"-Alternativen ersetzt werden.
von Mona-Isabelle Aurand Kontakt Profil

Einwegrasierer, Shampoo und Duschgel, Zahnbürste, Zahnpasta, Tampons und Toilettenpapier. In deutschen Badezimmern entstehen riesige Müllberge. Laut Umweltbundesamt schmeißt jeder Deutsche jährlich über 220 Kilogramm Verpackungsmüll weg. Machen wir unser Badezimmer also zu einem „zero waste“-Badezimmer. Das bedeutet, allgemein weniger Müll zu produzieren und wegzuwerfen. In Unverpacktläden, gut sortierten Drogeriemärkten, Apotheken oder Reformhäusern gibt es für viele Produkte eine plastik- und müllfreie Alternative.

Zähne putzen

Statt der üblichen Plastik-Zahnbürste steht künftig eine Zahnbürste aus Bambus im Glas-Zahnputzbecher. Zahnputztabletten oder -pulver ersetzen die Zahnpasta. Eine etwas ungewöhnliche Variante sind Äste aus dem Miswak-Baum, dem Zahnbürstenbaum. Die Handhabung ist recht einfach. Auf der einen Seite des Astes so lange herumbeißen, bis die einzelnen Fasern ausfransen. Mit der so entstandenen Bürste putzen – ohne zusätzliches Wasser und Zahnpasta. Zahnseide aus echter Seide mit Bienenwachs überzogen ist perfekt für die Zahnzwischenräume.

Körper und Haare waschen

Die Alternative für Flüssigseife, Duschgel und Shampoo ist simpel und alt bewährt: feste Seife. Am besten Naturseife. Sie ist umweltfreundlich und enthält kein Mikroplastik. In Unverpacktläden oder bei Seifenmanufakturen bekommen die Kunden die Produkte in den meisten Fällen komplett ohne Verpackung. Für die Haare sollte entweder ein festes Shampoo oder eine spezielle Haarseife verwendet werden. Bei ihnen ist die Zusammensetzung aus Fetten und Ölen anders als bei Körperseifen. Die Seifen sollten möglichst an einem trockenen Ort gelagert werden.

Rasieren

Auch beim Rasieren funktionieren jahrhundertealte Methoden noch immer. Vollkommen plastikfrei sind ein gutes Rasiermesser, Seife und Pinsel. Daneben erobert der sogenannte Rasierhobel den „zero waste“-Markt. Er ist sowohl für Mann und Frau als auch für jede erdenkliche behaarte Körperstelle geeignet. Er erfordert allerdings ein bisschen Übung. Anders als bei Systemrasierern ist der Kopf nicht beweglich. Dafür werden nur plastikfreie Rasierklingen eingesetzt, die hin und wieder ausgetauscht werden müssen. Der Rasierhobel selbst hält im Normalfall ein Leben lang. Aus Seifenschaum und Hautöl ist schnell ein nachhaltiger Rasierschaum hergestellt.

Toilettenpapier ersetzen

Toilettenpapier nach dem „zero waste“-Prinzip zu ersetzen, ist eine der größten Herausforderungen. Der erste Schritt: Toilettenpapier aus recycletem Papier kaufen. Aber auch das verursacht viel Müll. Einige Unverpacktläden bieten zwar auch Toilettenpapier ohne Verpackung an. Die Rollen sind allerdings verhältnismäßig teuer. Etwas gewöhnungsbedürftig, dafür aber komplett ohne Müll und hygienischer als Papier, ist eine WC-Dusche. Alternativ können ein Bidet oder ein Waschlappen mit warmem Wasser für den müllfreien Toilettengang genutzt werden.

Sonstige Hygieneprodukte

Es gibt noch zahlreiche weitere Möglichkeiten, Müll aus dem Badezimmer zu verbannen: Wattestäbchen werden durch einen Ohrreiniger aus Edelstahl ersetzt. Feste Deos oder Deocremes kann jeder zu Hause selbst herstellen. Reinigungspads aus Baumwolle lassen sich waschen und beim nächsten Abschminken wiederverwenden. Statt der üblichen Slipeinlagen greifen umweltbewusste Damen zu waschbaren Binden oder Tampons, spezieller Unterwäsche mit integriertem Schutz oder einer Menstruationstasse.

"Zero waste"-Tipps:
  • nicht alles auf einmal umstellen, kleine Schritte
    sind auch ein Weg in die richtige Richtung
  • vorher alle vorhandenen Produkte aufbrauchen
    und nichts wegwerfen, was noch funktioniert
  • unverpackte Produkte kaufen oder auf Verpackungen
    aus Glas, Metall oder Papier zurückgreifen
  • direkt im Laden kaufen, Online-Bestellungen
    sind meist in Plastik verpackt
  • wiederverwendbare Produkte oder solche
    mit langer Lebensdauer bevorzugen
  • Naturprodukte ohne Mikroplastik kaufen
  • viele Pflegeprodukte wie Seife, Deo, Pflegecremes,
    Peeling … kann selbst hergestellt und in
    sauberen Gläsern aufbewahrt werden
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