Weiden in der Oberpfalz
30.09.2018 - 13:41 Uhr

14 Cent mehr für 1000 Liter Wasser

Es hätte schlimmer kommen können. Obwohl die Stadtwerke Weiden große Investitionen planen, halten sie sich bei der nächsten Gebührenkalkulation zurück. Um 14 Cent (von 1,65 auf 1,79 Euro) steigt der Preis für einen Kubikmeter Wasser. Zugleich gibt es Änderungen für die Neukunden.

Der Wasserpreis in Weiden steigt - allerdings nicht dramatisch. Bild: Lukas Schulze/dpa
Der Wasserpreis in Weiden steigt - allerdings nicht dramatisch.

Die Stadtwerke betreiben die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in Weiden. Für die Benutzung dieser Versorgungseinrichtungen werden Gebühren erhoben, erklärt Vorstand Johann Riedl. In der Wasserversorgung sind dies: Grundgebühren (abhängig von der Größe des Wasserzählers) und Verbrauchsgebühren (berechnet nach der entnommenen Wassermenge). Bei der Abwasserentsorgung handelt es sich um Schmutz- und Niederschlagswassergebühren.

Der Aufwand für die Herstellung dieser Einrichtungen wurde bisher über Beiträge abgerechnet. Aufgrund des erheblichen Bearbeitungsaufwandes bei der Beitragserhebung hat der Verwaltungsrat der Stadtwerke in der vergangenen Woche beschlossen, ab 2019 auf die Erhebung von Beiträgen zu verzichten und auf eine reine Gebührenfinanzierung umzustellen. Die Satzungen dazu wurden bereits entsprechend angepasst, bestätigt Stadtwerkeleiter Riedl.

Getrennte Gebührensätze

Ab 2019 kommen daher getrennte Gebührensätze (für "Beitragszahler" und "Nicht-Beitragszahler") zum Tragen, erklärt Vorstandsmitglied Christine Melischko. Sie versichert, dass Personen, die in der Vergangenheit für ihre Grundstücke bereits Beiträge für die Versorgungseinrichtungen bezahlt haben (also Beitragszahler), durch diese Umstellung nicht benachteiligt werden. Die Beitragszahler profitieren von ihren Zahlungen und dürfen somit im Vergleich entsprechend niedrigeren Gebührensätzen rechnen.

Wichtige Änderung: Nicht-Beitragszahler, also meist Neukunden, haben künftig die Kosten für die Herstellung der Versorgungseinrichtungen nicht mehr als Einmalbetrag zu begleichen. Der Aufwand für die Herstellung von Wasserleitung und Kanälen wird im Laufe der Nutzungszeit in Form höherer Gebühren kontinuierlich abgegolten.

Hohe Investitionen

Erfreulich: Insgesamt können im Bereich der Entwässerung die Gebühren nahezu konstant gehalten werden. Das Schmutzwasser bleibt bei 2,12 Euro pro Kubikmeter unverändert. Beim Niederschlagswasser gibt es ein Plus von 1 Cent (von 29 auf 30 Cent) pro Quadratmeter anrechenbarer versiegelter Grundstücksfläche. "Nicht-Beitragszahler" müssen für Niederschlagswasser 37 Cent pro Quadratmeter anrechenbarer Grundstücksfläche sowie 2,51 Euro pro Kubikmeter Schmutzwasser entrichten.

In der Wasserversorgung ist ein Anstieg der Gebühren erforderlich. Das 1934 erbaute Wasserwerk wird in den nächsten drei Jahren einem Neubau weichen. Dieser wird die Trinkwasserversorgung in der Stadt auf den neuesten technischen Stand bringen und die Versorgung für die kommenden Jahrzehnte sicherstellen. Hierzu fallen Investitionen in Höhe von rund 4 Millionen Euro an. Zusätzlich betragen die Maßnahmen im Wasserrohrnetz ca. 6 Millionen Euro (2018 bis 2021). Dies bedeutet für die bisherigen "Beitragszahler" die bereits erwähnte Erhöhung von 1,65 auf 1,79 Euro pro 1000 Liter Trinkwasser. "Nicht-Beitragszahler" müssen tiefer in die Tasche greifen: Sie haben 2,12 Euro (ebenfalls mit Mehrwertsteuer) pro Kubikmeter Trinkwasser zu bezahlen.

Die Stadtwerke haben die Auswirkungen der neuen Gebühren nachgerechnet: Die Jahreskosten für einen Vier-Personen-Haushalt (Beitragszahler) mit 150 Kubikmetern Wasserverbauch und 150 Quadratmetern versiegelter Fläche steigen bei der Wassergebühr um rund 21 Euro sowie bei den Abwassergebühren um 1,50 Euro. Die Wasser- und Abwasserpreise der Stadtwerke werden in der nächsten Sitzung des Stadtrates am 8. Oktober beschlossen.

 
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