08.04.2019 - 12:11 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

14 Monate Haft für Fahrraddieb

„Drogenabhängig oder Berufseinbrecher?“, vermutete Strafrichter Alexander Wedlich. Auf jeden Fall wird der 45- jährige Tscheche für einige Jahre hinter „schwedischen Gardinen“ verschwinden. Auch wegen gestohlener Fahrräder.

von Autor RNSProfil

Wegen dreier Fahrraddiebstähle verurteilte ihn Wedlich zwar nur zu 14 Monaten Freiheitsstrafe, jedoch sind aus den letzten zwei von vier Verurteilungen, bei denen der Ledige hohe Geldstrafen auferlegt bekam, diese noch offen. Sie müssen als Ersatz abgesessen werden. Dazu kommt noch ein weiteres anhängiges Verfahren. Der Vater zweier Kinder soll in Wunsiedel Diesel aus einem abgestellten Fahrzeug geklaut haben.

Am Donnerstag ging es vor dem Amtsgericht um den Diebstahl von Fahrrädern in Waldsassen. Im September 2017 klaute der Tscheche zwei vor der Bibliothek zusammengekettete Mountainbikes der Marke „Ghost“. Das Spiralschloss zwickte er wenige Straßen weiter auf und ließ eines der Räder zurück. Zwei Stunden später entwendete er ein E-Bike eines Rentners aus Wiesbaden, der zum Urlaub in der Gegend weilte und das Bike (Wert 1895 Euro) am Busbahnhof für einige Stunden abgestellt hatte. Ein unversperrtes Damenfahrrad einer Altenpflegerin schnappte sich der Berufslose drei Tage später, als diese es wenige Minuten aus den Augen gelassen hatte.

In der Verhandlung berichteten drei Polizeibeamte, wie sie durch Videoaufzeichnungen von Geschäften, durch DNA am aufgebrochenen Spiralschloss und durch eine nächtliche Kontrolle dem Angeklagten auf die Spur gekommen waren. Bei dieser Kontrolle hatte sich der Angeklagte vor einer Garageneinfahrt herumgedrückt und eine Beißzange im Gepäck gehabt. Für die Staatsanwaltschaft beantragte Aytan Mirzayeva eineinhalb Jahre Freiheitsstrafe. Die Rechtsreferendarin hielt dem 45-Jährigen sein Geständnis zugute. Seine vier Vorstrafen kreidete sie dem Arbeiter negativ an. Verteidiger Willibald Bayer konnte in seinem letzten Strafverfahren – der Rechtsanwalt geht in den Ruhestand – für seinen Mandanten vier Monate weniger herausholen. Bayer wies darauf hin, dass die, von Mirzayeva geforderte Strafe in Relation zum entstandenen Schaden zu hoch sei. Außerdem sei der Diebstahl nicht von übermäßiger krimineller Energie gekennzeichnet gewesen. Sein Mandant habe nur die „günstige Gelegenheit ausgenutzt“. Richter Wedlich riet dem Verurteilten, sich ins normale Arbeitsleben zu integrieren. Sonst werde er „lange Zeit seines Lebens im Gefängnis“ verbringen.

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