10.04.2019 - 15:41 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

19-Jähriger gesteht schweren sexuellen Missbrauch einer 9-Jährigen

Ein damals 18-Jähriger geht nach einer Feier mit einem Mädchen zu einem See, zieht es aus und vergewaltigt es. Nun muss er sich dafür vor der Jugendkammer des Weidener Landgerichts verantworten. Er hat bereits ein Geständnis abgelegt.

Symbolbild.
von Autor RNSProfil

„Des will i net. Hör auf damit!“, habe sie gesagt, weil es weh getan habe. Das Video ihrer polizeilichen Vernehmung vor den Kriminalbeamten Armin Bock und Matthias Härtl wurde in der Verhandlung gegen den nun 19-Jährigen vorgespielt. Dass er die Tat in vollem Umfang zugegeben und so dem Mädchen eine Aussage vor Gericht erspart, erspart ihm bestimmt zwei Jahre, sagt Verteidiger Engelbert Schedl. Vielleicht kommt der berufslose Ledige mit der Mindeststrafe von fünf Jahren davon?

Der Angeklagte haust mit sieben anderen Personen in einem heruntergekommenen Haus im südlichen Landkreis Tirschenreuth. Darunter sind die Eltern des Kindes, die nunmehr Neunjährige, deren Schwester, seine Mutter, seine Freundin und weitere Personen. Außer mit seiner Freundin hatte der Mann auch mit deren doppelt so alten Mutter Geschlechtsverkehr gehabt. Dies sei ihm im Gegenzug von deren Lebensgefährten dafür erlaubt worden, dass dieser mit der Freundin des Angeklagten geschlafen hatte, sagte dieser. Allerdings hatte er diesem Mann dafür im Juli vergangenen Jahres mehrmals ins Gesicht geschlagen, so dass er auch am Mittwoch auch eine Anklage wegen Körperverletzung am Hals hatte. Der Mann hatte eine Schädelprellung, sowie Frakturen des Nasenbeins und der Rippen davon getragen. Ein ähnliches Schicksal war auch der jungen Freundin im Dezember zuteil geworden, als er erfahren hatte, dass ihn diese mehrfach betrogen hatte. Auch dafür trug der Staatsanwaltschafts-Gruppenleiter eine Anklage wegen Körperverletzung vor.

Die als „schwerer sexueller Missbrauch eines Kindes“ angeklagte Tat trug sich an einem Sonntagmorgen im Herbst letzten Jahres zu. Nach reichlichem Alkohol- und Marihuana-Genuss in einer Fischerhütte anlässlich eines Jubiläums der Eltern des Mädchens, weckte er dieses in den Morgenstunden. Er ging mit der Schülerin zu einem „Fisch- See“, so drückte sich das mutmaßliche Opfer aus, entkleidete es und verging sich an ihm. Da das Mädchen geblutet hatte, habe er sie mit Blättern und ihrer später in einem Weiher entsorgten, pinken Hose gereinigt. „Des wollt i niat“, habe er gesagt, berichtete die Kleine in der Videovernehmung, aber: „Wenn du etwas sagst, kriegst du auf den Popo! Und dein Papa auch!“ Trotzdem vertraute sich das Mädchen seinem Vater an und man ging am selben Tag zur Polizei.

In der Verhandlung vor der dritten Jugendkammer des Landgerichts bestätigte Diplom-Psychologin Dr. Sandra Loohs dem Kind volle Glaubwürdigkeit. Professor Peter Betz (Universität Erlangen) stellte fest, dass die vom Angeklagten vorgebrachten Alkoholmengen nicht glaubhaft waren. „Wenn er so viel getrunken gehabt hätte, wie er sagt, hätten wir ihn einschaufeln müssen“, sagte der Sachverständige. Dies deckte sich mit einer Feststellung des beisitzenden Richters Matthias Bauer. „Bei den genannten Alkoholkonsum sind keine sexuellen Leistungen und kein zielgerichtetes Handeln mehr möglich“, hatte Bauer dem 19- Jährigen vorgehalten, als er von mehreren Litern Wodka und Bier berichtet hatte.

Am Donnerstag ab 9 Uhr werden als Zeugen Landgerichtsarzt Dr. Bruno Rieder, eine Ärztin des Klinikums und Ermittlungsrichterin Brigitta Biebl zu Wort kommen. Es werden, so Landgerichtssprecher Bauer, auch die Plädoyers und das Urteil erwartet.

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