01.01.2021 - 11:16 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

2020 keine einzige Hochzeit in der Weidener Josefskirche

Corona hinterlässt Spuren – auch in der Kirchenstatistik. Wie Stadtpfarrer Markus Schmid in St. Josef berichtet, gab es 2020 keine einzige Trauung. Und auch eine Firmung war nicht möglich.

Jahresschlussgottesdienst in der Josefskirche.
von Helmut KunzProfil

Im Jahr 2020 wurden in St. Josef 28 Kinder getauft. 36 Kommunionkinder durften zum ersten Mal an den Tisch des Herrn. Drei Personen seien neu in die Kirche eingetreten. 99 Gemeindemitglieder verstarben. 60 Menschen erklärten ihren Kirchenaustritt. 27 junge Christen, die eigentlich gerne gefirmt werden wollten, mussten aufgrund von Corona vorübergehend auf das Sakrament der Firmung verzichten. Und: In St. Josef wurde 2020 kein einziges Ehepaar getraut.

Mit mächtigen Fanfarenklängen verabschiedete die Gemeinde das alte Jahr. „2020 wird als das Coronajahr in die Geschichte eingehen“, stellte Stadtpfarrer Markus Schmid beim Jahresabschlussgottesdienst an Silvester in der Josefskirche fest. „Millionen Tote, Millionen Infizierte, Corona-Leugner, Verschwörungstheoretiker – davon wird man noch lange erzählen.“ Dabei habe Corona oft die anderen schlechten Nachrichten verdrängt, die es auch gegeben habe in diesem Jahr: Waldbrände, Terroranschläge, Bürgerkriege, Flüchtlingsdramen, Missbrauch von Kindern, Flugzeugabstürze. Sein Rat für 2021: "Besinnen wir uns im neuen Jahr mehr auf das Gute und Schöne.“

Der Schlussgottesdienst 2020 in St. Michael

Weiden in der Oberpfalz

Man könne freilich die Verbreitung von Bad-News auch gleich ganz verhindern: Mindestens 50 Menschen seien im Jahr 2020 wegen ihrer Arbeit im Journalismus getötet worden. Schmid: "Die weitaus meisten von ihnen wurden gezielt ermordet, weil sie zu Themen wie Korruption, organisiertem Verbrechen oder Umweltzerstörung recherchierten. Mehrere wurden getötet, als sie über Demonstrationen berichteten." Man müsse die Wirklichkeit annehmen, wie sie sei. „Die allerbeste Möglichkeit aber, mit schlechten Nachrichten umzugehen, ist: sich über gute Nachrichten zu informieren, sie zu hören, sich darüber zu freuen und zu verbreiten.“ Und:„Die wichtigste Nachricht ist und bleibt für uns Christen die Frohe Botschaft.“

Stadtpfarrer Markus Schmid feiert in St. Josef den Jahresschlussgottesdienst.
Stadtpfarrer Markus Schmid beim Schlussgottesdienst.

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.