24.05.2019 - 19:26 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

25 Jahre "Lichtblicke": Hilfe, die in der Region bleibt

Die Not hat viele Gesichter. Das haben die Initiatoren von Oberpfalz-Medien seit Bestehen der Hilfsaktion „Lichtblicke“ oft erfahren. In 25 Jahren sammelten sie über 2,4 Millionen Euro an Spendengeld und griffen Bedürftigen unter die Arme.

Die Hilfsaktion "Lichtblicke" greift seit 25 Jahren notleidenden Bürgern der Region unter die Arme. Unter den Blicken von Altverleger Victor von Gostomski ziehen die geschäftsführende Verlegerin Viola Vogelsang-Reichl (von links), Schirmherrin Elisabeth Wittmann, Verlegerin Bärbel Panzer und Redakteur Martin Staffe eine positive Bilanz.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

„Es gibt nichts Schöneres als die Dankbarkeit der Menschen“, sagt Elisabeth Wittmann, die vor 23 Jahren die Schirmherrschaft übernommen hat. Für eine gute Sache, von der zunächst keiner ahnte, wie sie sich entwickeln wird. Ursprünglich von der Neustädter Redaktion des Medienhauses „Der neue Tag“ zu Weihnachten als „Leser helfen Lesern“-Aktion gestartet, stellte sich bald heraus, dass die Hilfe für Bedürftige das ganze Jahr vonnöten ist. Die Aktion „Lichtblicke“ war geboren. Das war im Jahr 1994.

Seitdem folgten viele Benefizveranstaltungen, Konzerte, Preisschafköpfe, Bastelaktionen, Kunstauktionen, und sogar ein Plätzchenbackbuch mit Rezepten aus der Redaktion, das ein Verkaufsschlager wurde. Zusammen mit den unzähligen privaten Spenden kam so im Laufe der vergangenen 25 Jahre ein Gesamtbetrag von rund 2,4 Millionen Euro für Bedürftige in der Stadt Weiden und den Landkreisen Neustadt/WN (1,6 Millionen Euro) und Tirschenreuth (803 000 Euro) zusammen. 1999 wurde die „Lichtblicke“-Aktion auch auf den Landkreis Tirschenreuth ausgeweitet. Hier ist Landratsgattin Edith Lippert engagierte Schirmherrin und hat zahlreiche Spendenaktionen begleitet.

Jeder Cent kommt an

Das Geld kommt seit jeher unverschuldet in Not geratenen Menschen in der Region zugute. „Und jeder Cent kommt da an, wo er wirklich gebraucht wird“, sagt Viola Vogelsang-Reichl, geschäftsführende Verlegerin von Oberpfalz-Medien. Auslagen und anderweitige Kosten trage der Verlag. Bei der Auswahl der Einzelfälle seien die Landratsämter in Neustadt und Tirschenreuth sowie die Stadt Weiden wichtige und unverzichtbare Ansprechpartner. „Sie wissen, wo Not am Mann ist“, sagt Vogelsang. Sie klären, ob nicht staatliche Leistungen wie Hartz IV vorrangig greifen müssen. Erst wenn das nicht der Fall ist, springe „Lichtblicke“ ein. Die Landratsämter stellen auch die Spendenquittungen aus.

Unbürokratische Hilfe

Viele Tausende Male konnte so in 25 Jahren unbürokratisch geholfen werden. Die Hilfsaktion unterstützt vor allem kinderreiche Familien, Schwerkranke, Alleinerziehende, Rentner, Menschen mit einer Behinderung oder Unfallopfer und will helfen, dass die Betroffenen ihr Leben wieder selbst in den Griff bekommen. Ihre Anonymität bleibe dabei stets gewahrt.

Die Schicksale gehen ans Herz, weiß auch Redakteur Martin Staffe, Initiator von „Lichtblicke“. Im Rückblick zum Jubiläumsjahr erinnert er sich an seinen persönlichen Schlüsselmoment. „In der Redaktion läutete das Telefon, eine Frau aus dem Landkreis war dran. Sie erzählte ohne Umschweife, dass sie nicht wisse, wie sie zu Weihnachten für ihre drei Kinder Geschenke kaufen soll. Ihr Mann war ohne Arbeit, der Heizöltank fast leer“, schildert Staffe den Fall, der ihn und seine Kollegen zunächst ratlos machte. „Am Ende konnte der Familie geholfen werden, und uns war klar, dass es da noch viele weitere ähnlich gelagerte Fälle gibt.“ Und so wurde aus der Weihnachtsaktion im Laufe der Jahre das mittlerweile größte Hilfswerk in der Region, das zwischenzeitlich auch mit dem Bayerischen Sozialpreis gewürdigt wurde.

Beispiele gibt es genug. Manchmal fehlen „nur“ eine Waschmaschine, Kleidung, Lebensmittel, ein anderes Mal erkrankt eine Mutter an Krebs und benötigt Hilfe im Haushalt oder es könnte eine bestimmte Therapie einem behinderten Kind Linderung verschaffen. Auch häusliche Gewalt belaste und trenne Familien, nicht selten bleibe ein Schuldenberg zurück. „Wenn Kinder betroffen sind, geht es besonders nahe“, sagt Wittmann. Vermeintliche "Kleinigkeiten" seien für die Betroffenen oft ein Segen. So half der Kauf von Heizmaterial einem Senior über den Winter, ermöglichte ein Zuschuss einer Rentnerin den Umzug in eine Altenwohnanlage. Eine bedürftigte Familie freute sich über einen Musicalbesuch. "Manchmal ist es auch die Anschaffung eine Waschmaschine oder der Zuschuss zu einer Brille, der die größte Not lindert", sagt Wittmann.

Ein Erfolgsrezept

Ebenso rührt die Schirmherrin immer wieder die Spendenbereitschaft der Bevölkerung. „Wir haben treue Unterstützer wie eine Bastelgruppe aus Weiherhammer, manche Schulen oder die Vereinigten Sparkassen, die seit Anfang an das Projekt unterstützen. Aber es gibt auch viele Privatleute, die zum Beispiel den Erlös einer Feier spenden. Ich glaube, das hängt auch mit dem Vertrauen zusammen, das die Bürger in uns und die Aktion haben“, sagt Elisabeth Wittmann. Es zeige auch die Verbundenheit des Verlages mit der Region. Ein Erfolgsrezept.

Diese Außenwirkung findet auch Verlegerin Bärbel Panzer wertvoll. So oft es geht, unterstütze sie die „Lichtblicke“-Aktionen persönlich, habe dafür früher auch die Anfahrt aus München nicht gescheut. „Wir haben gelernt, mit anderen Augen auf andere zu schauen“, sagt Panzer und erinnert sich an manches bewegende Schicksal. Bewährt habe sich, den Bedürftigen kein Bargeld, sondern Gutscheine auszuhändigen. „Zu groß ist sonst die Gefahr, dass das Geld für die falschen Dinge ausgegeben wird“, weiß Panzer. Die Ausgabe von Gutscheinen werde auch künftig beibehalten, bestätigt Viola Vogelsang-Reichl.

Bei größeren Anschaffungen werde „Lichtblicke“ manchmal finanziell von anderen Stiftungen als Partner unterstützt. So halfen zum Beispiel die Marianne-Strauß-Stiftung und der VdK-Verband beim Ankauf eines Autos für einen Rollstuhlfahrer, berichtet Martin Staffe.

Die Spendenbereitschaft der Bevölkerung sei ungebrochen, auch im 25. Jahr seit Bestehen der Hilfsaktion „Lichtblicke“. Nicht selbstverständlich, sagen die Initiatoren, nachdem „heutzutage Benefiz gang und gäbe“ ist. Doch bei „Lichtblicke“ wissen die Leute, dass ihre Spende in der Region bleibt. Getreu der ursprünglichen Idee: „Leser helfen Lesern“.

Jubiläumsprogramm

  • Sonntag, 26. Mai: Marienkonzert mit Brigitte Traeger, veranstaltet vom Katholischen Frauenbund Neustadt/WN, um 17 Uhr in der Pfarrkirche St. Georg.
  • Samstag, 6. Juli: Benefizkonzert mit dem Polizeiorchester Bayern um 20 Uhr in der Max-Reger-Halle, Weiden. Die rund 45 Berufsmusiker beherrschen ein breites Repertoire von klassisch bis modern. Die Besucher dürfen sich beim Benefizkonzert über Arrangements von Jazz- und Filmmusik bis hin zu Ouvertüren und Märschen freuen.
  • Samstag, 27. Juli: Musikalische Wanderung mit „D’ Neihausa Schdoach mit Freunden“ im Waldnaabtal (Teilnehmerzahl begrenzt).
  • Samstag, 5. Oktober: Festakt „25 Jahre Lichtblicke“ in der Max-Reger-Halle, Weiden. Ehrengast ist der bayerische Finanz- und Heimatminister Albert Füracker.

Eintrittskarten gibt es beim NT/AZ/SRZ-Ticketservice unter Telefon 0961/85-550, 09621/306-320 oder 09661/8729-0 sowie den bekannten Verkaufsstellen oder unter www..nt-ticket.de. (Info: Für die muskalische Wanderung und den Festakt hat der Ticketverkauf noch nicht begonnen.)

Ein Benefizkonzert zugunsten "25 Jahre Lichtblicke" gibt das Polizeiorchester Bayern am 6. Juli in der Max-Reger-Halle in Weiden.

Verlosung: "Mein Lichtblick" - Oberpfalz-Medien erfüllen Herzenswünsche

Ohne ehrenamtliche Helfer funktioniert unsere Gesellschaft längst nicht mehr. Ihr bürgerliches Engagement in Vereinen, bei Organisationen, in der Nachbarschaftshilfe oder bei Hilfsprojekten kann nicht hoch genug geschätzt werden, werden hier doch viel Zeit und persönlicher Einsatz investiert.

Auch Sie kennen bestimmt einen Menschen, der sich besonders für seine Mitbürger einsetzt. Jetzt haben Sie die Gelegenheit, ihm öffentlich zu danken und einen Herzenswunsch zu erfüllen. Oberpfalz-Medien unterstützen Sie dabei und stiften 10 x 500 Euro zur Erfüllung des Wunsches. Erzählen Sie uns die Geschichte eines besonders sozial engagierten Menschen und begründen Sie, warum die Person für Sie Ihr persönlicher „Lichtblick“ ist.

Eine Jury wählt die schönsten Geschichten aus. Sie werden in der Tageszeitung veröffentlicht. Teilnehmen können alle Leser unseres Verbreitungsgebietes auf dem Postweg (Oberpfalz-Medien - Der neue Tag, Stichwort: Mein Lichtblick, Weigelstraße 16, 92637 Weiden) oder per E-Mail: lichtblicke[at]oberpfalzmedien[dot]de. Bitte geben Sie unbedingt Ihre Kontaktdaten mit Telefonnummer an. Einsendeschluss ist der 22. Juni. Teilnahmebedingungen: www.onetz.de/teilnahmebedingungen

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