Weiden in der Oberpfalz
29.08.2025 - 15:38 Uhr
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28 Verletzte nach Busunglück in Weiden: Das ist bisher bekannt

Großalarm in Weiden: Am Freitag verunglückte ein Bus auf der Autobahnausfahrt Frauenricht. Er krachte durch eine Lärmschutzwand, kam in einer Böschung zum Stehen. Warum sich die Nähe der Kaserne zum Unfallort als Glücksfall herausstellte.

Großeinsatz am Freitagvormittag mit dutzenden Verletzten in Weiden. Um 10.32 Uhr verunglückte ein Bus auf der Ausfahrt Weiden-Frauenricht, als er von der A93 abfuhr. "Aus bislang unbekannter Ursache kam der Bus zunächst links von der Fahrbahn ab. Vermutlich beim Versuch, gegenzulenken, geriet der Bus ins Schleudern und durchbrach eine Leitplanke sowie eine Schallschutzwand. Anschließend ist er in einer steil abfallenden Böschung zum Stehen gekommen", berichtet Dominik Träger von der Verkehrspolizeiinspektion Weiden. Bei dem Unfall erlitten der Fahrer sowie ein Fahrgast schwere Verletzungen. Der 67-jährige Busfahrer wurde mit einem alarmierten Rettungshubschrauber in ein umliegendes Krankenhaus gebracht. Lebensgefahr bestehe bei beiden Schwerverletzten nicht, sagt der Sprecher der Polizei.

"Drei weiterer Mitfahrer wurden mittelschwer verletzt, 23 erlitten leichte Verletzungen", informiert Jürgen Meyer, Pressesprecher der ILS Oberpfalz-Nord. Insgesamt hätten sich 33 Personen in dem Bus, der als Schienenersatzverkehr auf der Strecke zwischen Regensburg und Weiden eingesetzt war, befunden. Sein Ziel sollte der Hauptbahnhof sein.

"Glück im Unglück"

Stadtbrandrat Richard Schieder war einer der ersten Einsatzkräfte vor Ort. "Als wir eingetroffen sind, waren schon zahlreiche Bundeswehrsoldaten an der Unglücksstelle. Die Major-Radloff-Kaserne ist nur wenige hundert Meter entfernt, die Soldaten haben sich sofort um die Leichtverletzten gekümmert", beschreibt er das Bild, das sich bei der Autobahnabfahrt gezeigt hatte. "Unsere erste Priorität war es, den Bus zu stabilisieren. Er war in Hanglage und wir mussten verhindern, dass er weiter abrutscht. Das haben wir mit einer Seilwinde gemacht", erklärt Schieder.

Zwischenzeitlich hätten es alle Fahrgäste geschafft, den Bus zu verlassen und die Böschung hinaufzusteigen – bis auf den Fahrer. Laut Stadtbrandrat, der mit insgesamt 35 Einsatzkräften vor Ort war, sei die Vordertür des Busses so stark verformt gewesen, dass sie nicht mehr geöffnet werden konnte. "Wir mussten sie mit schwerem Gerät öffnen. Anschließend mussten wir noch die Scheibe im Innenraum, die den Busfahrer zusätzlich abtrennt, entfernen." Der Fahrer sei während der rund 30-minütigen Befreiung ansprechbar gewesen und "konnte das Fahrzeug letztendlich aus eigenen Kräften verlassen".

Noch bis in den späten Nachmittag sicherten die Feuerwehrleute den Bus mit der Seilwinde, bis das Bergungsunternehmen eingetroffen war und den Bus aus dem Graben zog. Stadtbrandrat Schieder spricht von "großem Glück im Unglück: Anhand der Schwere des Unfalls ist es wirklich ein Glück, dass es keine Todesopfer gab. Der Einsatz verlief mit allen Einsatzkräften geordnet und zielgerichtet." Organisatorischer Einsatzleiter vor Ort war Sandro Gallitzdörfer.

Fahrgäste unter Schock

Während die zwei Schwerverletzten in umliegende Krankenhäuser eingeliefert wurden, wurden die leichtverletzten Fahrgäste, die zum Großteil unter Schock standen, mit einem angeforderten Bus in die Major-Radloff-Kaserne gebracht. "Der Sanitätsdienst der Bundeswehr hat in der Kaserne einen Versorgungsplatz eingerichtet. Dort konnten die Betroffenen medizinisch versorgt werden. Auch ein Kriseninterventionsteam war vor Ort, das nicht nur die Fahrgäste, sondern auch Angehörige, die nach dem Unfall nach Weiden gekommen waren, betreut hat", sagt Jürgen Meyer auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien. Um einen reibungslosen Transport der Verletzten in die Kaserne zu gewährleisten und eine ungestörte Anfahrt der Rettungskräfte zu garantieren, wurde die Frauenrichter Straße für einige Stunden gesperrt, schildert Meyer. Die Autobahnauffahrt und Abfahrt Frauenricht war bis in den späten Nachmittag gesperrt.

Meyer spricht von einem Großaufgebot an Rettungskräften. Insgesamt seien neben den Feuerwehren Weiden, Frauenricht und Rothenstadt, die mit zehn Einsatzfahrzeugen vor Ort waren, auch vier Notärzte, neun Rettungswägen und acht Krankentransportfahrzeuge im Einsatz gewesen. "In Summe mit allen anderen angeforderten Sondereinheiten, darunter Schnelleinsatzgruppen, waren es 31 Fahrzeuge des Rettungsdienstes", sagt Meyer. Am Bus entstand laut Polizei ein Gesamtschaden im mittleren sechsstelligen Bereich.

Seit drei Wochen auf Strecke unterwegs

Leonhard Will, Miteigentümer des Busunternehmens, zeigt sich kurz nach dem Unglück "erschüttert" über den Vorfall. "Wir wurden von der Polizei informiert. Wir haben sofort einen Ersatzbus losgeschickt, um die Leichtverletzten aus der Kaserne abzuholen." Seit drei Wochen sind die Busse des Unternehmens im Schienenersatzverkehr zwischen Regensburg und Weiden unterwegs. "Dabei handelt es sich um einen Direktverkehr von Regensburg nach Weiden. In Weiden machen unsere Fahrer kurz Pause und fahren dann die gleiche Strecke wieder zurück nach Regensburg."

Rund fünfmal sei das Unternehmen täglich auf dieser Route unterwegs. Wie es zum Unglück gekommen ist, dazu konnte der Mitinhaber gegenüber Oberpfalz-Medien wenige Stunden nach dem Unfall keine Angaben machen. Wann es erste Erkenntnisse zur Ursache geben wird, sei noch unklar, informiert auch Jürgen Meyer: "Wir gehen davon aus, dass der Fahrer aufgrund der Schwere seiner Verletzungen aktuell keine Aussage machen kann. Die leichtverletzten Passagiere werden von der Polizei vernommen, um die Umstände zu ermitteln."

Grund des Schienenersatzverkehrs ist die Sanierung der Bahnstrecke zwischen Regensburg und Weiden. Seit dem 23. August wird an dem Abschnitt zwischen Irrenlohe und Weiden gearbeitet. Ersatzbusse fahren im einstündigen Takt von Regensburg nach Weiden – und in umgekehrter Richtung. Der verunglückte Bus startete am Freitagmorgen gegen 9 Uhr am Hauptbahnhof Regensburg und sollte den Weidener Bahnhof um 10.37 Uhr erreichen.

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