28.02.2020 - 20:19 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

29. Februar: Oberpfälzer freuen sich auf "echten" Geburtstag und Hochzeitstag

Wann gratuliert man jemandem, der am 29. Februar Geburtstag hat, wenn kein Schaltjahr ist? Die Antwort ist nicht eindeutig, verraten Menschen aus Weiden und dem Landkreis, die am Samstag ihren Ehrentag feiern.

Einen runden Geburtstag feiert am Samstag Sonja Gerth aus Waldthurn. Ihren 40. verbringt sie unter anderem mit Ehemann Yves, Sohn Mika, den Zwillingen Maxim und Maurice sowie den Hunden Sammy und Dusty.
von Sonja Kaute Kontakt Profil

Über einen 29. Februar freuen sich am meisten diejenigen, die an diesem Tag ihren Geburts- oder Hochzeitstag feiern. Schließlich ist dies nur alle vier Jahre am richtigen Datum der Fall. Vier Menschen erzählen, wie sie mit dem speziellen Tag umgehen.

Sonja Gerth, Waldthurn

Sonja Gerth aus Waldthurn hat Glück: Sie kann ihren 40. Geburtstag an einem Samstag feiern. Sie findet das besondere Datum „richtig cool“. Ihre Mutter habe über den Geburtstermin gesagt: „Das ist typisch für die Familie.“ Sonja Gerths Bruder hat am 4.4. Geburtstag, ihre Schwester verpasste den 8.8. nur um einen Tag. Wenn der eigentliche Geburtstag nicht im Kalender steht, sei das schon komisch, gibt die Waldthurnerin zu. „Man fühlt sich nicht richtig wie ein Geburtstagskind.“ Viele Menschen denken ihr zufolge auch nicht ans Gratulieren, wenn der Tag nicht im Kalender steht. „Das ist schon traurig.“ Sie feiert in normalen Jahren am 28. Februar. „Ich bin ein Februar-, nicht ein Märzkind“, begründet sie dies. An diesem Samstag wird sie mit Ehemann Yves und ihrer Familie Essen gehen und abends ihre drei Söhne beim Eishockey anfeuern.

Nadine Striegel, Regensburg/Eschenbach

Nadine Striegel wird 24 Jahre alt. Die Zöllnerin hat ihr ganzes Leben in Eschenbach verbracht und wohnt seit 2018 in Regensburg.

Als Kind fand Nadine Striegel ihr Geburtsdatum überhaupt nicht gut. „Bei mir hieß es immer ,Eigentlich hättest du Geburtstag, aber du hast nicht wirklich‘.“ Inzwischen habe sie sich längst damit abgefunden, erzählt sie. Heute wird die ehemalige Eschenbacherin, die seit 2018 in Regensburg lebt, 24 Jahre alt. „Oft gratulieren Leute am falschen Tag, wenn kein Schaltjahr ist“, sagt sie. Dann feiert die Zöllnerin am 1. März. „Als Kind wollte ich immer, dass es der 28. Februar ist, weil es dann früher so weit gewesen wäre.“ Dass Glückwünsche am falschen Tag eintreffen, liege auch an Facebook. Dort werde immer der 28. Februar als Geburtstag angezeigt. Sie nehme falsch platzierte Glückwünsche aber niemandem übel. Für ihren Ehrentag am Samstag hat Nadine Striegel Freunde und Familie eingeladen.

Mathias Völkl, Weiden

Mathias Völkl aus Weiden feiert am Samstag seinen 48. Geburtstag. Er geht ganz entspannt mit dem besonderen Datum um.

Der Weidener Mathias Völkl sieht sein Geburtsdatum entspannt. „Ich kenne es ja nicht anders.“ Das Datum habe den Vorteil, „dass die Kollegen keine Brotzeit haben wollen“, scherzt der Produktionsleiter. Am Samstag wird er 48. Er feiere normalerweise am 1. März, „sonst ist es ja zu früh“. Seine Kollegen bekämen natürlich trotzdem eine Brotzeit. Dass zu früh, zu spät oder gar nicht gratuliert wird, kennt auch er. „Ich nehm’s locker. Ich verstehe die Leute.“

Claudia und Rüdiger Sowa, Parkstein

Claudia und Rüdiger Sowa werfen sich bei ihrer Hochzeit am 29. Februar 1984 verliebte Blicke zu.
Gesucht, gefunden und nie wieder losgelassen: Claudia und Rüdiger Sowa aus Parkstein feiern am Samstag ihren 36. Hochzeitstag.

Ihren 36. Hochzeitstag feiern Claudia und Rüdiger Sowa aus Parkstein am Samstag. „Der Tag wird immer etwas Besonderes bleiben“, sagt Rüdiger Sowa. Das Paar wollte eine besondere Hochzeit und wählte mit dem 29. Februar 1984 ein besonderes Datum. Es sei kein Problem gewesen, einen Standesbeamten zu bekommen oder das Aufgebot zu bestellen. „Wir waren die einzigen an dem Tag.“ Über seine Ehefrau sagt der 63-Jährige: „Ich würde es sofort wieder machen. Sie ist eine sehr tolle Frau.“ Kennengelernt hat sich das Paar 1980 auf einer Party im Rheinland. Er lebte bei Düsseldorf, die heute 61-Jährige in Wiesbaden. „Wir zwei haben uns gesucht und gefunden“, erinnert er sich. „Drei Wochen nach dem Kennenlernen waren wir zusammen.“ Vier Jahre später heirateten sie auf einem Schloss in Hessen.

Den Hochzeitstag begehen die Parksteiner wie in jedem Jahr zu zweit. „Wir gehen immer Essen oder buchen uns in ein schönes Hotel ein“, erzählt der 63-Jährige. „Wir machen immer gleich zwei Tage draus. Und es ist uns eigentlich wurscht, ob der 28. oder 29. darin enthalten ist.“

Info:

Hochzeiten am 29. Februar

Im Vergleich zu anderen besonderen Daten ist der 29. Februar in Weiden kein besonders beliebter Tag für standesamtliche Trauungen. Das gibt Standesamt-Leiterin Simone Tarzia auf Nachfrage an. Im Schaltjahr 2008 habe es an diesem Datum zwei Eheschließungen gegeben, 2012 und 2016 war es jeweils eine Trauung. Für Samstag sind am Standesamt keine Eheschließungen angemeldet. „Februar ist generell ein eher unbeliebter Monat“, so Tarzia. Verglichen mit anderen normalen Daten im Sommer liege die Nachfrage für den 29. Februar „weit unter dem Schnitt“.

Der Februar hielt heuer zwei weitere „verlockende“ Daten für Verliebte bereit: den 02.02.20 und den 20.02.20. Am ersten wurden in Weiden keine Ehen geschlossen – es war ein Sonntag. Am 20. Februar gaben sich vier Paare im Standesamt das Ja-Wort.

Archiv: Warum gibt es das Schaltjahr überhaupt?

Archiv: Hochzeiten und Geburten am 29. Februar

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