17.02.2019 - 18:05 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

30 Jahre Arbeitskreis Schule-Wirtschaft

Was vor 30 Jahren schon wichtig war, ist noch bedeutsamer geworden: Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Wirtschaft. Längst arbeiten auch die Gymnasien dabei mit.

Die Mitglieder des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft pflegen den Schulterschluss für die Bildung in der Region.
von Siegfried BühnerProfil

Das 30-Jährige Bestehen des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft im vergangenen Jahr war ein Tagesordnungspunkt in einer ansonsten dicht gefüllten Tagesordnung. Wie ein roter Faden zog sich durch die Sitzung das Thema „Bildungsarbeit für junge Menschen und für Arbeitnehmer“. Handlungsbedarf sah Arbeitsagenturleiter Thomas Würdinger in Anbetracht von fast 50 Prozent der Arbeitslosen zwischen 15 und 25 Jahren, die keine abgeschlossene Ausbildung haben. Würdinger stellte auch ein Konzept der „Lebensbegleitenden Berufsberatung“ vor, das seine Agentur ab dem nächsten Jahr anbieten werde.

Seine Aufgaben als Koordinator für Bildungsaktivitäten in der Region beschrieb Christian Frey vom Bildungsteam NEW zusammen mit seinen Kollegen. Menschen sollten durch Bildungsvielfalt an die Region gebunden werden. Wichtige Ansatzpunkte sieht Frey auch in den Bemühungen den hohen Anteil von Schulabgängern ohne Hauptschulabschluss (im Arbeitsagenturbezirk Weiden derzeit vier Prozent) zu verringern und die geringe Weiterbildungsbeteiligung der Arbeitnehmerschaft zu erhöhen. Entwickelt werden soll laut Frey auch eine Checkliste für Unternehmen, die junge Flüchtlinge einstellen wollen.

Viel Aufmerksamkeit bei der Arbeitskreis-Sitzung bekam Schuldirektorin Sigrid Bloch vom Kepler-Gymnasium Weiden bei den von ihr vorgestellten Schulprojekten. Sie berichtete unter anderem vom Projekt „Cyber-Mentoring“, das in Zusammenarbeit mit den Universitäten Regensburg und Erlangen durchgeführt würde. Dabei würden „MINT-interessierte Mädchen“ von Experten betreut und dafür auch teilweise vom Unterricht freigestellt. Das Projekt knüpft daran an, dass das Kepler-Gymnasium Weiden eines der acht bayrischen Kompetenzzentren für Begabtenförderung ist. Über den Stand des ESF-Bundesprogramms „Jugend stärken im Quartier“ informierten Birgit Gerlach-Kneißl und Tina Faltenbacher vom Bfz-Weiden. Zum Jahresende 2018 wurden in diesem Programm 250 junge Menschen betreut.

Info:

Die stellvertretende Geschäftsführerin des Arbeitskreises, Dagmar Nachtigall, blickte auf die Gründerjahre vor 30 Jahren zurück. „Sparkassendirektor Alfred Bergler und Schulamtsdirektor Siegfried Hausknecht waren die Initiatoren“ berichtete Nachtigall. Und Landwirtschaftsmeister Günter Grabs sei der Einzige aus der Gründerriege, der bis heute aktiv im Arbeitskreis mitarbeitet, ergänzte Nachtigall. Was damals schon wichtig erschien, der Kontakt zwischen der gewerblichen Wirtschaft und den Schulen, ist heutzutage in Anbetracht des Fachkräftemangels und der demographischen Entwicklung unverzichtbar geworden.

Unverändert gilt auch heute noch das Motto aus der Gründerzeit „der Arbeitskreis setzt sich zum Ziel, die Zusammenarbeit Schule und Wirtschaft zu fördern und zu intensivieren“. Alle Schularten und alle Wirtschaftsbereiche sollen dabei eingeschlossen sein. In der praktischen Umsetzung führt dies seit Jahrzehnten zu gegenseitigen Besuche, gemeinsamen Projekten, Partnerschaften sowie Vorträgen und Seminaren und andere Veranstaltungen.

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