12.06.2019 - 14:56 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

40 Seifenkisten nehmen Kurs auf Weiden

Die einen setzen auf Windschnittigkeit. Die anderen wollen mit purer Schönheit punkten. 40 Teams starten beim dritten Weidener Seifenkistenrennen am 14. Juli. Und nicht allen geht es unbedingt um Schnelligkeit.

Rosa Riese: Einen Elefanten schickte das Juz-Team 2018 ins Rennen. Ähnlich Wuchtiges plant es für Sonntag, 14. Juli.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Welche Kiste das Juz-Team selbst an den Start schickt? Nico Erhardt, der Organisator des Seifenkistenrennens, ist überfragt. Die Ingenieursarbeiten habe Kollegin Teresa Sowa geleitet, und die lasse sich – wie viele andere Teilnehmer – vorher nicht in die Karten schauen. "Ich weiß, dass mal ein Wal im Gespräch war." Als Nachfolger für die Elefanten-Kiste im vergangenen Jahr. Nach kompromissloser Aerodynamik und Schnelligkeit klingt das wieder nicht gerade. "Nein", räumt Erhardt ein, "das wird auf jeden Fall ein Windfang. Bei uns muss es halt groß und wuchtig sein, ein Riesending, und irgendwas muss dabei immer wackeln, sich bewegen."

Dabeisein ist eben für viele alles beim dritten Weidener Seifenkistenrennen am Sonntag, 14. Juli. Wer genau dabei ist, das steht seit dem Anmeldeschluss Anfang dieser Woche fest. Insgesamt 40 originelle und/oder flotte Kisten werden demnach die Piste in Weiden-Ost hinunterbrettern – eine Zahl, die in der Mitte der bisherigen Werte (2017: 34; 2018: 47) liegt – und mit der Organisator Erhardt "absolut happy" ist. Zum einen, weil in der zuletzt sehr engen Boxengasse, in der sich Teams und Kisten präsentieren, wieder mehr Luft sei. Zum anderen, "weil wir am Anfang niemals mit so vielen Teilnehmern gerechnet hätten". Und mit so vielen Zuschauern auch nicht. Rund 6000 strömten im vergangenen Jahr zum Festival der Seifenkisten, das der Stadtjugendring und das Bündnis "Weiden ist bunt" präsentieren.

Freuen dürfen sich die Fans auf ein Wiedersehen mit einigen Klassikern: Unter anderem der Spieleverein, die Hans-Scholl-Realschule, die Milchbar und die Loewschen Einrichtungen sind von Anfang an mit dabei – und nun also zum dritten Mal. Sogar vier Seifenkisten schickt diesmal das HPZ Irchenrieth ins Rennen. Daneben gibt es auch Premieren, eine der spektakulärsten wird auch die mit der weitesten Anfahrt sein: der "Düsselrenner" aus Düsseldorf. Wie die Rheinländer auf den Wettkampf in Weiden aufmerksam wurden? Erhardt kann's nur vermuten: "Wahrscheinlich, weil wir im Internet auf seifenkistenkalender.net geworben haben."

Ansonsten halten sich die Neuerungen in Grenzen. Ab geht's erneut auf der 330-Meter-Strecke in der Bürgermeister-Probst-Straße, auf eine Adrenalin-steigernde Sprungschanze verzichten die Veranstalter: "Wir wollen keinen Red-Bull-Event." Moderieren wird wieder Markus Pleyer von Ramasuri – einer von rund 80 Helfern, die am Rande der Kurses unentgeltlich anpacken. Für sie ist dann doch etwas neu: ein Catering-Zelt, in dem sie sich verpflegen können. Eine weitere Änderung folgt erst nach dem Rennen: Nach drei Wettkämpfen in Folge schalten die Veranstalter in einen zweijährigen Turnus. Das nächste Seifenkistenrennen steigt damit erst wieder 2021. "Wir wollen das Besondere daran bewahren", sagt Erhardt. "Es wäre ein Traum, wenn sich das zweijährige Seifenkistenrennen im Weidener Veranstaltungskalender etablieren würde."

Nichts geändert hat sich an der Haltung der meisten Teams, aus ihren Modellen ein Geheimnis bis zuletzt zu machen – wie eben die jungen Juz-Konstrukteure. Von anderen weiß Nico Erhardt zumindest, dass es ihnen sehr wohl auf Schnelligkeit ankommt. "Ich erhalte beispielsweise Anfragen, wie groß der Neigungswinkel der Startrampe ist, damit die Kiste darauf ausgerichtet werden kann." Einige machten tatsächlich eine Wissenschaft aus dem selbstkonstruierten Flitzer. Apropos: Mit von der Partie sind auch wieder die Vorjahrssieger von "Hör Technologie", die ihren "Currus 1" in der Zeit von 24,32 Sekunden über die Ziellinie lenkten. Diesmal gehen gleich zwei Hör-Teams, "Junior" und "Senior", an den Start. Erhardt: "Die machen sich wohl gegenseitig Konkurrenz."

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