Es ist das Jahr 1948, als der Weidener Unternehmer Arno Blenz seine Traditionsfirma, einen Papierwarenfachhandel nebst Angelfachgeschäft, in der Maistraße eröffnet. Rund 74 Jahre später ist zumindest für die Familie Blenz Schluss mit dem Angelladen in der Frauenrichterstraße. Schließung aus "privaten Gründen", heißt es. Angelfans in der Region müssen auf ihr Fachgeschäft aber nicht verzichten. Welche Lösung sich gefunden hat, erklärt Sohn Werner Blenz (75) im Gespräch mit Oberpfalz-Medien.
Zunächst blickt Blenz aber zurück auf die Anfänge des Traditionsunternehmens. Die Welt sei damals eine andere gewesen – auch beim Angeln. Genügten dem durchschnittlichen Angler damals zwei Angelstecken, besitze man heute mindestens zehn verschiedene Ruten. Der Sport sei viel technischer geworden. Als Spross eines der Aushängeschilder der Weidener Angelzunft muss es Werner Blenz wissen.
Arno-Blenz-Gedächtnisangeln
Eigentlich hatte sich sein Vater Arno Blenz auf den Papierhandel spezialisiert, sagt er. "Das mit dem Angelgeschäft kam nur, weil wir alle in der Familie leidenschaftliche Angler waren." Sein Vater habe den Weidener Sportanglerbund gegründet und sei langjähriger Vorsitzender des Vereins gewesen. Zu seinen Ehren veranstalte der Sportanglerbund heute noch jedes Jahr das Arno-Blenz-Gedächtnisangeln. "So hat er sich eigentlich entwickelt, unser Verkauf von Angelgeräten." Nach dem Tod des Vaters 1977 übernahm dessen Witwe Lieselotte die Geschäfte. Später wurden Werner Blenz und sein Bruder Horst Geschäftsführer. Horst Blenz starb vor 13 Jahren. Heute leiten Martin und Horst Blenz das Unternehmen. Werner Blenz ging in Rente und rückte als Seniorchef in die zweite Reihe.
In den vergangenen 74 Jahren wechselte die Firma mehrmals den Standort: Von der Maistraße zog sie in die Asylstraße. 1962 erfolgte ein weiterer Umzug in den Rundbau am Fuße des Karl-Heilmann-Blocks. Seit 1969 residiert "Blenz" mit seinem Papierhandel in der Frauenrichter Straße, wo die Firma noch einige Male die Hausnummern wechselte. Das Angelgeschäft blieb aber noch bis 1986 im Karl-Heilmann-Block, um dann ebenfalls in der Frauenrichter Straße unterzukommen. Bis 2019 befand sich noch eine weitere Blenz-Papierfiliale in der Innenstadt. Weitere Geschäfte des Großhändlers gibt es heute in Amberg, Oberviechtach und Vohenstrauß. Der Hauptsitz der Firma Blenz Schreibwaren und Bürobedarf befindet sich seit 2004 in der Frauenrichter Straße 50-52.
Angelleidenschaft in der Familie
Zurück zur großen Angelleidenschaft. "Wir besitzen ja selber einige Fischweiher in Altenparkstein", erzählt Werner Blenz. Er selber war leidenschaftlicher Dorschangler, oben an der Ostsee. Wer erfolgreich in einem Angelladen arbeiten wolle, der sollte Einzelhandelskaufmann gelernt und sich Fachwissen angeeignet haben. "Am besten ist es natürlich, wenn man selbst angelt." Wer in diesem Metier erfolgreich sein wolle, der müsse auch mit den Kunden kommunizieren können. Sollte eine Art Seelentröster sein, wenn die Leute beim Verkaufsgespräch ihr Herz ausschütteten. Denn das komme oft vor. Wenn die Fische nicht anbissen oder, wenn der Kormoran zum Beispiel wieder einmal den ganzen Fischbestand weggefressen habe.
Der Angelsport habe sich in den letzten 50 Jahren sehr spezialisiert, merkt Werner Blenz an. Für diese eine Angel brauche man einen bestimmten Blinker, für jene jenen Köder. "Man darf ja nur mit zwei Angeln fischen. Mehr auszulegen ist nicht erlaubt." Störend aufs Geschäft wirke sich mittlerweile auch das Internet aus. Viele Kunden seien in diese Richtung abgewandert.
Verkäuferin übernimmt Laden
"Wir haben ja selber einen Teil unserer Waren übers Internet verkauft." Anders ginge es gar nicht mehr. Im Angelladen vor Ort da kaufe man sich seine Köder oder die Angeltageskarte vom Verein. "Wir hatten Tageskarten für sechs Angelvereine zwischen Eschenbach und Nabburg im Angebot." Auch das Geschäft mit dem Zubehör lief recht gut. In Weiden habe es nie mehr als zwei Angelzubehörläden gegeben. Das Angelgeschäft in der Frauenrichter Straße sei das einzige, das überlebt habe, seit ein Konkurrent vor wenigen Jahren zugemacht habe.
Werner Blenz muss allerdings zugeben, dass sein Vater und auch sein Bruder Horst das Angelgeschäft viel intensiver betrieben hätten, als er selber oder seine beiden Nachfolger Horst und Martin Blenz. "Wir drei waren immer hier im Papierladen." Fürs Angelgeschäft, auf der Straßenseite schräg gegenüber, war eine Verkäuferin angestellt. Claudia Kesselmann beriet dort seit acht Jahren die Kundschaft. Deshalb lag die Lösung nach der Schließung der Familie Blenz auch nahe: Gemeinsam mit Stefan Glowka übernahm Kesselmann den Laden. Seit dem 12. März firmiert das Geschäft nun unter dem neuen Namen "Angelgeräte G&K".























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