13.05.2020 - 14:20 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

A93 und A6: Mehr Verkehr, weniger Unfälle

Die Verkehrsbelastung auf den beiden Autobahnen in der Region nimmt weiter zu – die Zahl der Unfälle sinkt dagegen. Dies, obwohl die Weidener Polizei in der Verkehrsstatistik 2019 eine große Gefahrenquelle ausmacht: den Schwerverkehr.

Gleich zwei Mal kommt es 2019 auf der A93 bei Windischeschenbach zu tödlichen Unfällen. Eine 66-Jährige stirbt Ende Juni, nachdem ihr Mann die Kontrolle über seinen Wagen verloren hat.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Die Verkehrspolizei (VPI) Weiden ist für insgesamt 80 Autobahn-Kilometer zuständig – 58 auf der A93, 22 auf der A6. Auf beiden Strecken nimmt die Verkehrsbelastung kontinuierlich zu. So berichtet die VPI von rund 13,8 Millionen Fahrzeugen, die 2019 auf der A 93 unterwegs gewesen seien. Das wären 400.000 mehr als im Vorjahr und sogar 1,8 Millionen mehr als im Jahr 2011. Das Schwerverkehraufkommen nahm in diesen acht Jahren um 25 Prozent zu. Im selben Zeitraum stieg das Verkehrsaufkommen auf der A6 von 4,3 auf 6,3 Millionen Fahrzeuge. Der Anteil des Schwerverkehrs beträgt hier 37 Prozent, ein Anstieg um 11 Prozentpunkte. Trotz der wachsenden Belastung ist die Zahl der Unfälle rückläufig.

  • Weniger Unfälle auf Autobahnen

Die Gesamtzahl der Unfälle geht binnen Jahresfrist um 4,5 Prozent auf 444 zurück. 56 Karambolagen mit Verletzten sind 2 weniger als im Jahr 2018, auch die Zahl der Verletzten nimmt ab – von 108 auf 99. Allerdings sind 3 Tote zu beklagen (2019: 2). Die häufigsten Unfallursachen: Persönliche Fahrfehler (118 Unfälle) und ungenügender Abstand (24). Die Zahl der Unfallfluchten steigt: um 8 auf 57 auf der A93 und von 9 auf 12 auf der A6. Die Polizei kann jede vierte klären. 5 Auto- sind außerdem als Geisterfahrer unterwegs. Alle Fälle verlaufen glimpflich. Auch der eines 87-Jährigen, der 24 Kilometer auf der falschen Fahrbahn unterwegs ist und dann von mehreren Polizeistreifen gestoppt wird. Erfreulich: Auf der A93 im Bereich Weiden sind die Unfallzahlen erstmals seit 2014 rückläufig. 71 Karambolagen im Jahr 2014 bedeuten im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um 26 Prozent.

  • Drei Todesopfer

Ein 44-Jähriger stirbt am 20. Januar nach einem Unfall auf der A 93 bei Falkenberg. Aus unbekannter Ursache kam sein Wagen auf dem rechten Fahrstreifen zum Stehen, bei Dunkelheit prallte ein Wagen auf den ungesicherten Pkw. Bei einem Auffahrunfall verliert auch eine 36-Jährige aus dem Landkreis Tirschenreuth ihr Leben. Ungebremst fuhr sie am 16. Mai bei Luhe-Wildenau einem Sattelzug ins Heck. Ein 65-Jähriger verliert am 29. Juni bei Windischeschenbach die Kontrolle über seinen Wagen. Der überschlug sich mehrmals. Die 66-jährige Ehefrau, die ungesichert auf der Rückbank saß, stirbt wenig später im Klinikum Amberg.

  • Ohne Führerschein auf der Autobahn

Mit 77 Anzeigen, 6 mehr als im Vorjahr, führt Fahren ohne Fahrerlaubnis die Statistik der Straftaten auf der Autobahn an. Ferner auffällig gehäuft: Tankbetrug an der Rastanlage Waldnaabtal (35 Fälle, -5) und Beleidigung (18, +9). Insgesamt verzeichnet die Polizei 166 Straftaten (-16).

  • 12.000 Temposünder

Unrühmlicher Spitzenreiter ist ein Fahrer, der im Landkreis Tirschenreuth mit 97 Sachen unterwegs ist – innerorts! Ein weiterer heizt mit 184 km/h statt der erlaubten 100 durch den Landkreis Neustadt, ein dritter mit 223 in der 120er-Zone auf der A93 bei Weiden. 842 Mal baut die Polizei die Messgeräte auf. Von 665.000 kontrollierten Autos sind insgesamt 11.836 zu schnell dran – eine Quote von 1,78 Prozent (2018: 1,74). Es setzt 8953 Verwarnungen, 2883 Anzeigen und 169 Fahrverbote.

  • Zu wenig Abstand

Bei 90 Messungen mit mobilen Großgeräten stoßen die Gesetzeshüter auf 2440 schwarze Schafe. Unter anderem 331 Fahrverbote sind die Folge. 16 Mal ergeben sich dabei auch andere Straftatbestände wie Fahren ohne Fahrerlaubnis. Bei 98 weiteren Messeinsätzen bringt Videoüberwachung 211 Verstöße ans Licht. Hier gibt es 19 Anzeigen und 21 Verwarnungen.

  • Gefahr im Verzug

1934 Fahrzeuge nimmt die Verkehrspolizei bei Kontrollen des Schwerverkehrs unter die Lupe – und beanstandet nicht weniger als 1068 davon. Die Quote beträgt damit 55 Prozent (2018: 47 Prozent). Die Beanstandungsquote im Gefahrgutverkehr beläuft sich bei insgesamt 538 Kontrollen sogar auf 70 Prozent (2018: 60 Prozent). Die Konsequenz: 373 Anzeigen und 2 Verwarnungen. Bei 153 Gefahrgutfahrzeugen ist die Ladung unzureichend gesichert.

  • Erfolge für Fahnder

Den Schleierfahndern der Fahndungskontrollgruppe Verkehr gelingen 404 Aufgriffe – ein Plus von 39 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Sie führen zu 327 Straf- und Ordnungswidrigkeitsverfahren (2018: 222). 86 Delikte (50) fallen in den Bereich der Rauschgiftkriminalität: Meist fliegen Reisende mit geringen Mengen von Marihuana und Crystal Speed auf. In der Wohnung eines Bürgers aus dem Landkreis Neustadt stellen die Fahnder nach einer Drogenfahrt 1,7 Kilo Marihuana sicher. Weitere Delikte, unter anderem: 4 ungenehmigte Tiertransporte (in einem Fall von einem weißen Känguru), 15 Vergehen nach dem Waffengesetz, eine Schleusung. Für Schlagzeilen sorgt der Dieb eines BMW 530s Touring, der sich auf der A 93 eine wilde Verfolgungsjagd mit Streifenwagen liefert, sogar versucht, sie von der Fahrbahn zu drängen. Die Fahnder rammen das gestohlene Auto, um Schlimmeres zu verhindern. Später wird der Täter zu einer Haftstrafe von vier Jahren und neun Monaten verurteilt.

  • Grenzüberschreitende Kontrollen

16 Mal kontrollieren die Verkehrspolizei Weiden und tschechische Kollegen von der Bezirksdirektion Pilsen gemeinsam den Verkehr, 6 Mal davon im Nachbarland. In der Mehrzahl der Fälle – 9 Mal – nehmen sie den Schwerverkehr ins Visier.

Neustadt an der Waldnaab

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