22.10.2021 - 18:13 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Ab 2024 fahren mehr Züge durch Amberg und Weiden

Für Pendler und andere Bahnfahrer bringen diese Neuigkeiten Verbesserungen: Die BEG weitet das Regio-Netz in Nordostbayern um acht Prozent aus, durch Amberg und Weiden werden ab 2024 mehr Züge fahren. Dafür gibt es aber nicht nur Lob.

Ein Regional-Express am Bahnhof in Amberg: Bald sollen in Nordostbayern mehr solcher Züge fahren.
von Julian Trager Kontakt Profil

Bahnfahrer aus der Nordoberpfalz dürfen sich auf ein besseres Angebot an Zugverbindungen freuen: In der Region werden ab Ende 2023 mehr Regio-Züge der Deutschen Bahn fahren als bisher. Das Netz Expressverkehr Nordostbayern wird um rund 0,7 Millionen auf etwa 8,6 Millionen Zugkilometer ausgeweitet, teilte die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) am Freitag mit.

Dabei gehe es insbesondere um zusätzliche Regio-Züge am Abend auf den Strecken Nürnberg-Bayreuth-Hof, Nürnberg-Amberg-Regensburg und Nürnberg-Weiden-Neustadt/WN. Auf der Strecke Nürnberg-Bayreuth werde Ende 2023 der Halbstundentakt auch an Wochenenden eingeführt. Ziel sei es, mit der Ausweitung des Angebots Taktlücken zu schließen und ein möglichst flächendeckendes Grundangebot im Stundentakt zu erreichen, so die BEG.

Außerdem soll es ab 2024 eine stündliche Direktverbindung Nürnberg-Cheb (Eger) geben. Bisher fahren Direktzüge zwischen den beiden Städten lediglich alle zwei Stunden, dazwischen ist noch ein Umstieg in Marktredwitz nötig. Neu sei auch eine Direktverbindung Bayreuth-Coburg alle zwei Stunden - mit Anschluss an den ICE nach Berlin.

Lob und Kritik von Pro Bahn

Das bestehende Fahrplankonzept bleibe laut BEG zwar im Wesentlichen erhalten. "Die Fahrgäste können sich dennoch auf etliche Verbesserungen freuen", sagt Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer laut Mitteilung. Die BEG bestelle gut acht Prozent mehr Verkehrsleistung, insbesondere im Abendverkehr und für zusätzliche Direktverbindungen.

Die Nachfrage im nordostbayerischen Netz hat sich insgesamt positiv entwickelt, berichtet die BEG. Die Zahl der Fahrgäste auf der Strecke Nürnberg-Bayreuth nahm um rund 90 Prozent zu. Zwischen Nürnberg und Pegnitz habe es sogar eine Steigerung um 150 Prozent gegeben. Dort fahren mittlerweile 5300 Fahrgäste pro Werktag.

Lukas Iffländer, stellvertretender Bundesvorsitzender des Fahrgastverbands Pro Bahn, findet lobende Worte für die Ausweitung des Netzes. "Das sind schon einige Lücken, die da geschlossen werden", sagt er. "Gerade abends und in Weiden, das war ja nicht so prickelnd", meint Iffländer, der aus dem Weidener Ortsteil Neunkirchen stammt und bestens mit dem Bahnverkehr in der Oberpfalz vertraut ist. Auch die zusätzlichen Direktverbindungen nach Eger seien gut. Die Neuerungen "definitiv wichtig".

Sein Verband und er hätten sich allerdings noch mehr gewünscht. Etwa einen noch dichteren Takt nach Amberg. Das meiste sei eben doch nur ein Den-Status-Quo-festigen. "Das ist nicht der große Wurf", sagt Iffländer. Der komme erst mit einer Elektrifizierung. "Die muss endlich kommen", fordert er.

DB Regio bekam am Donnerstag im Vergabeverfahren Expressverkehr Nordostbayern den Zuschlag für das Netz, das damit auch über das Jahr 2023 hinaus den dieselbetriebenen Expressverkehr in Oberfranken und angrenzenden Regionen in Mittelfranken und der Oberpfalz betreibt, schreibt die BEG, die den Regional- und S-Bahn-Verkehr im Auftrag des Freistaats plant, finanziert und kontrolliert.

Die Züge im Netz Expressverkehr Nordostbayern werden zudem modernisiert, heißt es in der Mitteilung. Sie werden optisch aufgefrischt, erhalten W-Lan, eine Videoüberwachung und Monitore für ein verbessertes Fahrgastinformationssystem.

BEG will Hublifte

Was den Umbau der Fahrzeuge angeht, ist Iffländer von Pro Bahn skeptisch. Anderswo hätte der Verband beobachtet, dass bei solchen Umbauten das angenehmste, weil ruhigste, Abteil zum Fahrradbereich umgewandelt wurde. "Das sollte aber für die Passagiere sein, nicht für die Räder."

Weil die Bahn in dem kurvenreichen Netz vor allem Neigetechnikfahrzeuge mit hohem Wagenboden verwendet, fordert die BEG an den wichtigsten Stationen im Netz stationäre Hublifte, mit deren Hilfe Rollstuhlfahrer ins Fahrzeug gelangen können. Elf Bahnhöfe im Netz seien bisher mit Hubliften ausgestattet. An weiteren neun Stationen, deren Bahnsteige stufenfrei erreichbar sind, müsse DB Regio zusätzliche Hublifte anbieten - in Burgkunstadt, Creußen, Hartmannshof, Maxhütte-Haidhof, Neuhaus (Pegnitz), Regenstauf, Sulzbach-Rosenberg, Trebgast und Vilseck.

Lukas Iffländer über die Elektrifizierung Regensburg–Hof

Weiden in der Oberpfalz
Hintergrund:

Fahrgastverband Pro Bahn

  • 1981 gegründet in Wuppertal, heute 4000 persönliche Mitglieder.
  • Der Verband vertritt die Interessen der Fahrgäste gegenüber Verkehrsunternehmen, Verwaltungen und Politikern.
  • Der stellvertretender Bundesvorsitzender Lukas Iffländer stammt aus dem Weidener Ortsteil Neunkirchen.

 

 

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