04.12.2019 - 13:47 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Abendmusik in St. Markus

Songs von Louis Armstrong, John Lennon, Leonard Cohen oder Ray Charles und Werke von Johann-Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel oder Théodore Dubois gemeinsam als „Geistliche Abendmusik“: Kann das funktionieren?

von Redaktion ONETZProfil

Die rund 60 Zuhörer, die Pfarrer Dominic Naujoks in der Kirche St. Markus willkommen hieß, konnten sich davon überzeugen.„Lassen Sie sich von den Klängen mittragen!“, forderte Naujoks die Besucher auf. Neun Stücke im Wechsel präsentierte der Posaunenchor St. Markus unter Leitung von Fritz Landgraf. Mit Trompeten, Posaunen, Horn und Tuba stellte sich das siebenköpfige Blechbläserensemble als sonorer, homogener Klangkörper vor. In seinem Programm verband er klassische Musik mit Popsongs. Nach der einleitenden, choralartigen „Echo-Fantasie“ des Kirchenmusikers Ulrich Knörr erklangen mit „La Réjouissance“ ein heiterer, scherzoartiger Satz aus Händels „Feuerwerksmusik“ und die altniederländischen Tänze „Rondo und Saltarello“ des niederländischen Renaissancekomponisten Tilman Susato. Aktuelle kirchenmusikalische Kompositionen kamen akustisch im Kirchenraum voll zur Wirkung. Sie bildeten die Verbindung zu den modernen Arrangements des US-Posaunisten Richard Roblee.

Für die musikalische Variation sorgte PianistHorst Petzold, bekannt als Bandmitglied von „Rock Connection“, zunächst durch sein technisch versiertes Orgelspiel mit klar akzen-tuierten Tonfolgen, wohlklingenden Akkorden und individuellen Zwischentönen. Das bekannte Bachsche „Präludium C-Dur“ gab majestätisch den Charakter des solistischen Orgelspiels vor. Der festliche „Grand Chœur G-Dur“ von Théodore Salomé begann mit gegenläufiger Bassmelodie, ehe sie sich mit denen der Klaviaturen vereinten. Mit der „Toccata G-Dur“ bewies Petzold sein Können ebenso wie bei der von Johann Sebastian Bach komponierten und auch aus vielen Filmen und von Pop-Interpreten berühmt gewordenen „Toccata d-Moll“ mit ihren schnellen Läufen und vollgriffigen Akkorden.

Das zeigte Petzold auch als Keyboarder mit seinem Solospiel bei Zwischentakten und der dezenten, doch prägnanten Begleitung der voluminösen Gesangsstimme von Alexandra Adam, deren Repertoire Gänsehaut-Feeling erzeugende Top-Hits umfasste. Sie passte sich in ihrem Gesang perfekt an den jeweiligen Song an: mit tiefer Klangfarbe beim vor allem in der Version von Ray Charles weltberühmten swingenden Jazzlied „Georgia on My Mind“, mit ruhiger Stimme bei John Lennons Friedenshymne „Imagine“, mit fetzigen, ins Falsett-Register wechselnden Tönen beim „Hallelujah“ von Leonard Cohen und eindringlich bei Josh Grobans Gospel „You Raise Me Up“. Nach dem gemeinsam gesungenen Choral „Herr, bleib bei uns“ gaben die mit stehendem Applaus bedachten Musiker bereitwillig zwei Zugaben: das Duo Adam/Petzold das patriotische „Glory Hallelujah“ und der Posaunenchor den vorweihnachtlichen „Langenwanger Jodler“.

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