21.11.2021 - 14:24 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Nach Absage des Kathreinmarkts in Weiden: So reagieren Einzelhandel, Bürger und Eisbahn-Betreiber

Das kurzfristige Aus des Kathreinmarkts samt verkaufsoffenen Sonntag tut dem Einzelhandel weh: "So einen Tag holst du nicht mehr rein", heißt es am Tag nach der Absage. Doch was sagen die Kunden? Und wie geht es mit der Eisbahn weiter?

Beworben aber abgesagt: Der verkaufsoffene Kathreinmarkt in Weiden.
von Helmut KunzProfil

Dass der für Sonntag, 21. November, in Weiden geplante verkaufsoffene Kathreinmarkt am Freitagnachmittag recht kurzfristig abgesagt wurde, tragen Handel und Kunden mit Fassung. Vielleicht hat man sich innerlich auch schon darauf vorbereitet. „Einfach ist es nicht", meint ein Passant am Samstag in der Fußgängerzone, "aber wenn man alles abwägt, bleibt nur die Schließung. Zwar hart, aber richtig.“ Und was meint der Einzelhandel? „Wir bedauern, dass das Ganze ausfällt, aber wir verstehen schon auch die Maßnahmen“, betont Tobias Sonna am Samstag. „Obwohl ich mir sicher bin, dass wir im Einzelhandel gute Hygienekonzepte haben." Nicht der Handel sei Infektionshotspot.

Begründung leuchtet ein

Wie der Sprecher des Weidener Einzelhandels weiter erklärt, wären zum Beispiel großflächige Anbieter, wie etwa Möbelhäuser, die ja ebenfalls geöffnet gehabt hätten, niemals rappelvoll gewesen. „Und die kleinen hätten auch darauf geachtet, dass nicht zu viele Kunden auf einmal hereingekommen wären.“ Aber daran lasse sich nichts mehr ändern. „Es ist so, wie es ist.“ Völlig überraschend sei die Absage nicht gekommen. Die Entscheidung habe im Grunde genommen jeder Händler schon bei der Personalplanung im Hinterkopf gehabt, war sich Sonna sicher. Die Begründung leuchte ja auch ein. Ein verkaufsoffener Sonntag dürfe ja nur dann stattfinden, wenn parallel ein Anlass gegeben sei. In diesem Falle eben der Markt. Und der sei es gewesen, der den Entscheidungsträgern Kopfzerbrechen bereitet habe.

Mehr Andrang am Samstag

Mit Blick aus dem Schaufenster: "Die Leute nutzen dafür heute die Gelegenheit einzukaufen, was aber definitiv kein Ersatz für den Umsatzausfall ist." Der Umsatz sei weg. Die auswärtige Käuferschicht, die traditionell den Kathreinmarkt besuche, fehle ganz einfach. Kathrein sei nun mal der Startschuss fürs Weihnachtsgeschäft. "Und dieser Tag ist für den Unternehmer wichtig, gerade in dieser angespannten Situation." Es freue Sonna aber, dass sich wieder einige Kollegen dazu entschieden hätten, an den langen Donnerstagen vor Weihnachten mitzumachen. "Da haben Berufstätige die Gelegenheit, auch nach Feierabend einzukaufen. Auch Leute, die Vorbehalte haben gegenüber dem Trubel an Samstagen." Während der Woche halte er den Einkauf ohnehin für unbedenklich. "Ich spreche hier für den Standort Weiden."

Wöhrl-Chef: "So einen Tag holst du nicht mehr rein"

Natürlich sei der Freitagnachmittag ein später Termin erfahren zu müssen, dass eine lange geplante Veranstaltung für Sonntag abgeblasen werden müsse, sagte der Leiter des Wöhrl-Hauses in Weiden, Klaus Neumeier. Nachvollziehbar sei das aber schon. "Im Moment muss man wirklich von einem Tag zum anderen denken." Der Kathreinsonntag sei immer mit einer kribbeligen Spannung, weil man nie wisse, wie sich das Einkaufsverhalten aus dem Umland abbilde. November und Dezember seien nun einmal die wichtigsten Monate für den Handel. "So einen Tag holst du nicht mehr rein".

Enttäuschung? "Nein." Was man nicht selber in der Hand habe, müsse man eben akzeptieren. Gott sei dank spielten die Mitarbeiter mit. "Das geht ja jetzt schon seit über einem Jahr so." Keine Frage: "Der verkaufsoffene Sonntag ist ein wichtiger Tag für uns. Der Termin hätte gepasst, das Wetter hätte gepasst. Und die Fieranten außen rum hätten für die gewisse Verkaufsstimmung gesorgt." Neumeier: "Wir hoffen allerdings, dass uns solche Maßnahmen, wie diese Absage, auch weiterbringen. Wenn's hilft, kommen wir früher wieder in eine gewisse Normalität."

Normalität? Am Samstag bleiben immer wieder Einkäufer nahe der Eisbahn am Oberen Markt stehen. Arbeiter werkelten hier seit Tagen am Aufbau und hatten diesen gerade kurz vor der Absage des Christkindlmarktes am Freitag beendet. Auch am Samstag gab es hier wieder emsiges Treiben. Die bauen sicher wieder ab, meinten die einen. Andere aber stellen fest, dass die Dekoration in Form künstlicher Tannengirlanden montiert wird. Am Ende bleibt die Hoffnung auf ein kleines Stück Normalität im Coronawinter: Denn die Schausteller vor Ort erklären, der Christkindlmarkt mag abgesagt sein, die Eisbahn aber dürfe vorerst noch bleiben. Eine offizielle Aussage der Stadt gab es dazu am Wochenende aber noch nicht.

Alles über das kurzfristige Aus

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"Wir hoffen allerdings, dass uns solche Maßnahmen, wie diese Absage, auch weiterbringen. Wenn's hilft, kommen wir früher wieder in eine gewisse Normalität."

Klaus Neumeier von Wöhrl Weiden

 

 

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