13.07.2020 - 11:48 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Abschluss des Katastrophenschutzentrums in Neuhaus: Millionen für Schutzkleidung

3000 Schichten an 93 Tagen. Im Katastrophenschutzzentrum der Stadt Weiden und des Landkreises Neustadt/WN wurde in der Coronakrise hart geschuftet. Nun ziehen die Verantwortlichen Bilanz – auch über die Kosten für Schutzmaterial.

In den vergangenen vier Jahren gab es im Katastrophenschutzzentrum in Neuhaus nur Übungen – wie hier bei der offiziellen Einweihung. Doch im März 2020 tritt mit "Covid-19" der erste Ernstfall ein.
von Kathrin Moch Kontakt Profil

Es ist der 16. März 2020 als der Freistaat Bayern den Katastrophenfall ausruft. Der Grund: die zunehmende Ausbreitung des Coronavirus, das aus China nach Europa geschwappt ist. Noch weiß niemand, wie sich die Pandemie entwickeln wird.

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Zwischen Hamsterkäufen und Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz versucht eine Stelle für Weiden und den Landkreis Neustadt/WN Ordnung in das Chaos zu bringen: das Katastrophenschutzzentrum in Neuhaus. Rund vier Monate danach hat sich die Lage beruhigt. Die beteiligten Organisationen trafen sich deshalb nun zu einer Abschlussbesprechung.

Erster Ernstfall "Covid-19"

Landrat Andreas Meier ist überzeugt, "dass die frühe, enge Kooperation der Schlüssel war, dass das Infektionsgeschehen erfolgreich eingedämmt werden konnte". Bereits seit Juli 2016 existiert das Katastrophenschutzzentrum in Neuhaus. Ständige Mitarbeiter sind nicht vor Ort. In der gleichen Halle befindet sich eine gemeinsame Atemschutzübungsanlage von Weiden, Neustadt/WN und Tirschenreuth sowie das Bayerische Zentrum für besondere Einsatzlagen (BayZBE).

Fanden in den vergangenen vier Jahren regelmäßige Übungen im Katastrophenschutzzentrum statt, erlebte es im März 2020 nun seinen ersten Ernstfall: die Ausrufung des bayernweiten Katastrophenfall "Covid-19". Landrat Meier bezeichnet das "K-Schutz-Zentrum" in Verbindung mit dem BayZBE als Glücksfall in der Krise.

3000 Schichten in 93 Tagen

Eine harte Zeit für alle Mitarbeiter. Zwischen 16. März und 16. Juni waren täglich zwischen 32 und 55 Personen vor Ort anwesend. Sie arbeiteten an den 93 Tagen rund 3000 Schichten.

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Die "ständigen" Mitarbeiter während der Krise kamen vom Landratsamt Neustadt und der Stadt Weiden sowie von verschiedenen Organisationen und medizinischen Einrichtungen (Feuerwehr, BRK, THW, Kliniken, Tagespflege) und dem Kreisverbindungskommando der Bundeswehr. An den täglichen Lagebesprechungen nahmen außerdem Vertreter der (Bundes-)Polizei, der Kliniken AG und der Integrierten Leitstelle Nordoberpfalz teil.

Beginn der Pandemie

Die heftigste Zeit war, so Landratsamt Pressesprecherin Claudia Prößl, sicherlich der Beginn des "K-Falls". Abläufe hätten genauso wie die Beschaffung und Nachschubplanung von Schutzmaterial erst erarbeitet werden müssen. Der Markt für Schutzkleidung war damals leer gekauft. Die Zeit zwischen März und Mitte Mai sei deshalb als Wegweiser im Raum Neustadt/WN und Weiden für die Bewältigung der Pandemie einzuordnen.

2,5 Millionen für Schutzkleidung

Insgesamt wurde bisher Schutzmaterial in Form von Masken, Handschuhen, Desinfektionsmittel etc. im Wert von knapp 2,5 Millionen Euro angeschafft. Was mit überschüssiger Ausrüstung geschehen soll, steht nach Auskunft des Landratsamtes, noch nicht abschließend fest.

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Einen Teil würde man sicherlich bevorraten, da noch nicht abgesehen werden könne, ob und wie stark eine "zweite Welle" ausfallen wird. Landrat Meier freute sich über "top motivierte, äußerst einsatzfreudige und fachlich höchst kompetente Persönlichkeiten, die diese Krise professionell gemeistert haben". Gemeinsam wären Menschenleben gerettet und Schlimmeres verhindert worden.

Info:

Aufgaben des Katastrophenschutzzentrums

  • Rechtliche Organisation der Pandemie: Besetzung und Mitarbeit in der Führungsgruppe Katastrophenschutz
  • Funktion als Fachberater und Verbindungspersonen bei Hilfsorganisationen
  • Einsatz als Helfer in der örtlichen Einsatzleitung bei taktisch-operativen Fragen wie Logistik und Personalmanagement im Ehrenamt
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