08.10.2021 - 17:47 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Das ändert sich ab Montag bei den Coronatests in Weiden und im Landkreis Neustadt/WN

Vor dem Restaurant- oder Kinobesuch noch schnell zum Testen zu gehen, war bis vor kurzem kein Problem. Ab 11. Oktober ist dieser Service kostenpflichtig. Auch das Angebot wird kleiner. An Sonntagen gibt’s künftig keine Coronatests mehr.

Lena Forster, Mitarbeiterin der Apotheke am Hammerweg, testet Richard Berl aus Weiden auf das Coronavirus.
von Michaela Lowak Kontakt Profil

Wer sich künftig auf das Coronavirus testen lassen möchte, um ins Lokal oder ins Schwimmbad zu gehen, wird ab Montag, 11. Oktober, zur Kasse gebeten. Ungeimpfte müssen sowohl PCR- als auch Schnelltests aus der eigenen Tasche zahlen. In den vergangenen Monaten war es in Weiden und im Landkreis Neustadt/WN relativ einfach, an einen Test zu kommen. Apotheken, die vielen Ehrenamtlichen des Roten Kreuzes, Hausärzte oder private Anbieter gab es in fast jedem Ort.

Eine Frau als Altenstadt/WN, die nicht mit Namen genannt werden möchte, macht sich Sorgen, wie es weitergehen soll. „Ich selbst möchte mich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen“, sagt sie gegenüber Oberpfalz-Medien. „Ich bin keine Coronaleugnerin und mache auch alles mit.“ In den vergangenen Tagen versuchte sie aber vergeblich herauszufinden, in welchem Testzentrum in Weiden es – zu diesem Zeitpunkt noch kostenlose – PCR-Tests gibt. Soll sie’s bei einem Allgemeinmediziner probieren? Doch bei welchem?

Sich beim Hausarzt auf das Coroanvirus hin testen zu lassen, klappt nicht mehr in allen Fällen. „Nur beim Gesundheitsamt gemeldete Ärzte bieten Tests an“, informiert Dr. Matthias Loew, Sprecher der Hausärzte in Weiden. In seiner Praxis sind PCR- und Schnelltests weiterhin möglich. Kostenlos bleibt dieses Angebot nur noch für Menschen mit Symptomen. „Ich habe letzte Woche auch alle getestet, die mit Magen-Darm-Problemen zu mir gekommen sind“, berichtet Dr. Loew. Das Tückische an dieser Krankheit sei, dass es keine typischen Symptome gebe. Wer einen PCR-Test für die 3G-Plus-Regelung benötigt, muss Labor- und Arztkosten künftig aus eigener Tasche bezahlen. Was dies kostet, kann Loew noch nicht sagen. Ein Schnelltest ist für den Mediziner allerdings aufwendiger als ein PCR-Test.

PCR-Test weniger Arbeit

„Der PCR-Test geht ins Labor, beim Schnelltest gibt’s Wartezeiten, und ich muss noch ein Zertifikat ausstellen“, sagt er. Seiner Meinung nach muss sich Vieles noch einpendeln. Die Ärzte, die in Weiden und im Landkreis Tests anbieten, können auf der Seite des Landratsamtes Neustadt/WN eingesehen werden. Ein Link dorthin findet sich auch auf der Homepage der Stadt Weiden.

Nicht nur die Altenstädterin ist sich unsicher, wo noch Tests angeboten werden. Das ergeht vielen so. Fakt ist, dass das Angebot nicht mehr ganz so üppig ist, wie noch vor einigen Wochen. Auch wer nur einen Antigen-Schnelltest benötigt, sollte sich vorher kundig machen. Nicht mehr alle Apotheken in Weiden und im Landkreis Neustadt/WN bieten diese Tests an. Das Online-Suchportal unter der Adresse www.mein-apothekenmanager.de zeigt am Freitag für Weiden 7 und für den Landkreis Neustadt 5 Apotheken an, bei denen ein Abstrich noch möglich ist. Das sind weit weniger als noch vor ein paar Wochen. Die Brunnen-Apotheke in Floß hat etwa ihr Angebot eingestellt.

Samstage ausgebucht

Und all jene, die noch testen, können sich über mangelnde Nachfrage nicht beklagen. „Uns wird nicht langweilig“, sagt etwa Nina Maunz von der Hammerweg-Apotheke in Weiden, zu der auch die Apotheke im Kaufland gehört. Wer sich testen lassen möchte, braucht allerdings einen Termin. Vor allem an einem Samstagnachmittag sei der Andrang im Kaufland sehr groß. „Da sind wir immer komplett ausgebucht“, erzählt sie.

Das liegt daran, dass an einem Samstag zu dieser Uhrzeit sonst niemand mehr Tests ermöglicht. Auch ab Montag, 11. Oktober, geht es in der Kaufland- und Hammerweg-Apotheke weiter. Allerdings dann nicht mehr kostenlos. „Bei uns kostet ein Test knapp 20 Euro“, informiert die Apothekerin.

Alle drei Teststationen, die die Firma Synlab in Weiden betreibt, sind zwar nach wie vor in Betrieb, doch auch hier gibt es einige Änderungen. Auf dem Volksfestplatz werden nur noch Kontaktpersonen (festgestellt vom Arzt oder Gesundheitsamt) getestet, Menschen, die über die Corona-Warn-App eine Benachrichtigung erhalten haben und all jene, die nach einem positiven Coronatest eine Bestätigungstestung brauchen. Wer auf einen Nachweis für die 3G-Plus-Regel hofft, wird hier enttäuscht.

Im NOC Weiden gibt es nach wie vor Antigen-Schnelltests, aber auch nicht an allen Tagen. Von Montag bis Freitag dagegen werden in der Teststation des Synlab-Labors in Weiden sowohl Antigen-Schnelltests als auch PCR-Tests angeboten – egal aus welchen Gründen. Zu den Kosten wollte sich ein Firmensprecher allerdings nicht äußern.

Ehrenamtliche BRK-Mitarbeiter

Der BRK-Kreisverband Weiden und Neustadt/WN hat dagegen sein Testangebot komplett eingestellt, informiert Markus Zimmermann, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit. Ab 11. Oktober wird es keine Schnelltests mehr unter der Federführung des Roten Kreuzes geben. Da damit auch die BRK-Teststation vor dem Impfzentrum in Weiden wegfällt, gibt es niemanden mehr, der an Sonntagen testet.

Seit Mitte April konnten sich Bürger an 29 Stationen in Weiden und im Landkreis kostenlos testen lassen. „Die Nachfrage war immer sehr groß“, sagt Zimmermann und betont, dass alle BRK-Helfer ehrenamtlich unzählige Stunden im Einsatz waren. Trotz Wartezeiten beim großem Ansturm sei die Bevölkerung überwiegend verständnisvoll und dankbar für den Service vor Ort gewesen.

Zwei kleine, private Anbieter machen dagegen weiter. Das Fitnesscenter Vitalis in Weiden hat bisher im Hof Schnelltests angeboten. „Doch dafür ist es jetzt zu kalt, deshalb stellen wir einen Container auf“, erzählt Doris Deisinger. Das Angebot sei in der Vergangenheit gut angenommen worden. Nicht nur Mitglieder, sondern auch viele andere hätte sich testen lassen.

Auch Nadine Igl, Inhaberin des Weidener Friseursalons Fanal, will weitertesten. „Alle meine Mitarbeiterinnen sind dafür ausgebildet“, sagt sie. Seit 1. Mai bietet das Friseurgeschäft Coronaschnelltests an. „Das war vor allem für unsere Kunden super“, erzählt Igl. Aber auch andere Leute seien zum Testen vorbeigekommen. Wer sich künftig testen lassen will, zahlt 12 Euro pro Test. „Davon rechnen wir 3 Euro für den nächsten Friseurbesuch an“, so die Fanal-Chefin. Für einen Test sollte man am besten einen Termin vereinbaren. Wer spontan vorbeikommt, müsse mit Wartezeiten rechnen.

Hier wird getestet:

So läuft's im Landkreis Tirschenreuth

Tirschenreuth
Info:

Das ändert sich bei Coronatests ab Montag, 11. Oktober

  • Ab Montag, 11. Oktober, werden Coronatests kostenpflichtig
  • Das gilt für Antigen-Schnelltests und für PCR-Tests
  • Noch ist nicht überall klar, was die Tests kosten werden
  • Die Preise variieren: Eine Weidener Apotheke will 19,95 Euro verlangen, eine kleine Teststation in einem Friseursalon in Weiden 12 Euro
  • Auch die Firma Synlab als größer Anbieter in Weiden will sich zu den genauen Preisen äußern

 

 

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